Supreme Court erklärt Budget für ungültig: Vorwürfe gegen Präsident Marcos
EditEin wegweisendes Urteil des Obersten Gerichtshofs der Philippinen hat die nationalen Haushalte für die Jahre 2024 und 2025 für ungültig erklärt und zudem Teile des Budgets für 2026 für nichtig erklärt. Das Gericht begründete diesen Schritt damit, dass die Haushaltspläne mangelnde Transparenz und Rechenschaftspflicht aufwiesen. Das Urteil stellt fest, dass die Verfasser verfassungswidriger Haushaltsbestimmungen haftbar gemacht werden können, sofern sie nicht nachweisen können, dass sie in gutem Glauben gehandelt haben.
Im Zentrum der Kritik steht die Nutzung sogenannter nicht programmierter Mittel (Unprogrammed Appropriations, UA). Dabei handelt es sich um Pauschalbeträge ohne detaillierte Einzelposten. Laut dem Abgeordneten Toby Tiangco aus Navotas, der in einem Interview mit der Sendung 'Straight Talk' sprach, ermöglichte dieses System offenbar massive Manipulationen. Er erläuterte, dass Projekte, die durch Auslandshilfe finanziert werden, wie etwa der Bau einer U-Bahn, in diese UA-Töpfe verschoben wurden, da die Rückzahlungen an die ausländischen Geldgeber ohnehin geleistet werden müssen. Dadurch wurden im regulären Haushalt Mittel frei, die dann für Projekte genutzt werden konnten, bei denen Auftragnehmer angeblich hohe Provisionen von 20 bis 25 Prozent zahlen mussten. Tiangco nannte als Beispiel, dass bei einer Verschiebung von 100 Milliarden Pesos durch eine Provision von 20 Prozent etwa 20 Milliarden Pesos oder bei 25 Prozent sogar 25 Milliarden Pesos an Geldern generiert werden könnten. Dies führte laut Tiangco zu einem stetigen Anwachsen der nicht programmierten Mittel.
Da der Haushaltsprozess in der Exekutive beginnt, wurden die entsprechenden Vorschläge von den Behörden unter der Leitung des Präsidenten erarbeitet. Kritiker werfen Präsident Ferdinand Marcos Jr. vor, entweder die Entwicklung dieser wachsenden Pauschalbeträge übersehen zu haben oder sie bewusst zugelassen zu haben. Da der Präsident vor der Unterzeichnung eines Gesetzes das Recht hat, einzelne Posten per Veto zu streichen, wird seine Verantwortung betont. Er hat die Gesetze unterzeichnet, die diese Strukturen ermöglichten, und somit die Verantwortung für die Ausnutzung des Budgets getragen.
Die politische Verflechtung erschwert eine Aufklärung: Die Regierung des Präsidenten kontrolliert das Repräsentantenhaus, in dem der ehemalige Sprecher ein Cousin von Marcos ist. Während der Präsident gegenüber Gesetzgebern äußerte, man solle sich schämen, geschah dies erst, nachdem der Skandal um Projekte im Hochwasserschutz bereits öffentlich wurde. Es bleibt unklar, warum die Warnung erst erfolgte, als die Vorfälle um die Hochwasserschutzprojekte zu groß wurden, um ignoriert zu werden.
Die Regierung plant nun, über den Generalstaatsanwalt gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofs Berufung einzulegen. Gleichzeitig wird bereits am Haushalt für 2027 gearbeitet, wobei das Repräsentantenhaus laut Berichten Vorgaben wiederholt, die der Oberste Gerichtshof zuvor untersagt hatte, und dabei ordnungsgemäße Ausschussverfahren umging. Der Präsident steht nun vor der Entscheidung, entweder durch die Offenlegung von Unterlagen und die Unterstützung von Verfahren gegen die Profiteure des Systems die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, oder den bisherigen Prozess durch die Berufung zu verteidigen, was die Öffentlichkeit zu eigenen Schlüssen über eine mögliche Mitschuld zwingen würde.





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