Kultur: Landesweit

Sagada: Traditionelle Feuerzeremonie ehrt Verstorbene am Allerheiligenfest

In der Bergregion Cordillera pflegt die Stadt Sagada eine besondere Tradition zum Allerheiligenfest: Die Zeremonie namens Panag-aapoy, was so viel wie „ein Feuer entzünden“ bedeutet, verwandelt den örtlichen Friedhof in ein Meer aus Licht. Seit 122 Jahren entzünden die Bewohner der Touristenstadt kleine Kiefernholzfeuer auf dem vier Hektar großen Gelände, um die über 2.000 Verstorbenen zu ehren.

Scenic view of the Baclayon Church in Bohol Island, Philippines.
Symbolbild: Envato

Winston Garlejo Menong, Direktor der Episcopal Church of Saint Mary the Virgin, die den Friedhof verwaltet, erklärte, dass das Entzünden der Flammen, ob mit Kerzen oder den in Sagada bevorzugten Kiefernholzstöcken, die Anwesenheit Christi einlade und die Gemeinschaft mit den verstorbenen Angehörigen fördere. Die Tradition hat historische Wurzeln in der Zeit nach 1898, als die Region nach der Übergabe der Philippinen von Spanien an die USA durch US-protestantische Missionare christianisiert wurde. Während die Küstenregionen bereits unter spanischem Einfluss zum Katholizismus konvertiert waren, nahmen die animistischen Bewohner der Berge die christliche Glaubenslehre erst später an.

Die Wahl des Kiefernholzes hat praktische Gründe. Laut der Tourismusbeauftragten von Sagada, Maria Teresa Abad, waren Kerzen früher zu teuer und wurden durch den Wind leicht ausgeblasen. Die harzreichen Kiefern der Cordillera brennen hingegen kräftig und verströmen einen starken Duft. Diese Praxis weist Ähnlichkeiten zum Verbrennen von Weihrauch in buddhistischen Ritualen auf.

Neben dem Feuer ist Sagada auch für seine hängenden Särge bekannt. Vor der Ankunft der Missionare war es üblich, Särge in Klippen zu hängen oder in Höhlen zu platzieren, um den Übergang der Geister in das Reich der Ahnen zu erleichtern und die Überreste vor Tieren oder Überschwemmungen zu schützen. Diese Tradition klang erst im Jahr 2010 weitgehend ab, doch einige der hängenden Särge sind an den umliegenden Klippen noch sichtbar.

Der zunehmende Tourismus sorgt bei den Einheimischen jedoch für gemischte Gefühle. Während die Zeremonien und die Landschaft Besucher anlocken, berichten Anwohner wie die Lehrerin Cybil Domoguen von Unbehagen über Reisende, die die religiösen Handlungen fotografieren. Die Bewohner betonen, dass sie Fremden gegenüber offen seien, solange diese die Grenzen der Privatsphäre und des Respekts achten. Die Kirche und die lokale Verwaltung haben bereits Maßnahmen ergriffen, um das kulturelle Erbe der Region zu schützen.