Gesellschaft: Landesweit

Menschenrechtskommission fordert kindgerechte Notfallmaßnahmen

Die philippinische Menschenrechtskommission (Commission on Human Rights, CHR) hat die Regierung und weitere Akteure dazu aufgerufen, Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge und Notfallreaktion inklusiver, zugänglicher und bedarfsgerechter zu gestalten. Ziel sei es, die spezifischen Bedürfnisse von Kindern vor, während und nach Krisen besser zu berücksichtigen. Unter dem Motto „Manindigan! Tumugon at Kumalinga: Sa Batang Handa, Mas Ligtas ang Bansa“ betont die Kommission, dass die Wahrung der Kinderrechte bei der Krisenbewältigung oberste Priorität haben muss.

Woman enjoying the view of Taal volcano in the Philippines.
Symbolbild: Envato

Das Land ist regelmäßig von Taifunen, Überschwemmungen, Erdbeben und bewaffneten Konflikten betroffen, was den Zugang zu lebensnotwendigen Dienstleistungen unterbrechen und das Risiko für Missbrauch, Vernachlässigung sowie die Trennung von Familien erhöhen kann. Besonders wichtig sind Schutzmaßnahmen für Kinder mit Behinderungen oder solche in benachteiligten Lebenslagen. Die CHR hebt zudem hervor, dass Kinder als Träger von Rechten anerkannt werden müssen, deren Erfahrungen und Empfehlungen die Vorsorgepläne, die Aufrechterhaltung essenzieller Dienste und die Wiederaufbaubemühungen maßgeblich beeinflussen sollten.

Nach aktuellen Vorfällen von Schusswaffengebrauch an Schulen forderte die Kommission zudem verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an Bildungseinrichtungen, psychosoziale Unterstützung sowie den Schutz der Privatsphäre von Kindern. Auch der Schutz vor sexueller Ausbeutung im Internet muss durch kindgerechte Melde-, Rettungs-, Rehabilitations- und Justizmechanismen gestärkt werden. In diesem Zusammenhang verwies die Kommission auch auf einen positiven Trend: Im März wurde die Philippinen nach 22 Jahren von der Liste der Vereinten Nationen für Situationen mit schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder in bewaffneten Konflikten gestrichen. Zudem berichtete die CHR nach Untersuchungen in den Regionen II und XII, dass die Zahl der Kinderarbeit zurückgegangen sei, mahnte jedoch, die Ursachen dieses Problems weiterhin nachhaltig anzugehen.

Im Rahmen des Nationalen Kindermonats, der am 3. November beginnt, plant die CHR verschiedene Aktivitäten. So findet am 14. November in Zusammenarbeit mit der NORFIL Foundation ein Konsultationsgespräch mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie deren Eltern statt, um Barrieren beim Zugang zu inklusiver Bildung zu erörtern. Am 24. November ist zudem ein Dialog mit Gesetzgebern geplant, bei dem Kinder ihre Erfahrungen und Empfehlungen direkt an politische Entscheidungsträger weitergeben können. Zusätzlich wird das Justizministerium (Department of Justice, DOJ) vom 23. bis 27. November 2026 einen Kindergipfel sowie die Feierlichkeiten zur 20. Woche der Jugendgerichtsbarkeit abhalten. Die regionalen Büros der CHR werden zudem mit den sogenannten „Kabataan Karapatan Caravans“ Informationskampagnen an Schulen und in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche durchführen, um das Bewusstsein für Kinderrechte und Schutzmechanismen zu schärfen. Laut CHR-Kommissar Beda Epres sollen Kinder so befähigt werden, Gefahren zu erkennen und zu wissen, wo sie im Falle von Rechtsverletzungen Hilfe suchen können.