Grabpflege als Lebensunterhalt und Ort der Trauer in Puerto Princesa
EditIm Vorfeld des Allerheiligenfestes bereitet die 66-jährige Angie Carandang Monton auf dem Old City Cemetery in Barangay Masipag, Puerto Princesa City, die Gräber für die Besucher vor. Was für viele eine beängstigende Umgebung ist, stellt für sie und ihren Ehemann eine wichtige Existenzgrundlage dar. Das Paar beginnt üblicherweise um den 15. Oktober mit der Reinigung und Instandhaltung der Grabstätten, wobei sie sich vorrangig um langjährige Stammkunden, sogenannte „Sukis“, kümmern, um die Gräber für die anstehenden Gedenktage vorzubereiten.
Die Arbeit auf dem Friedhof hat für Monton eine tiefe persönliche Bedeutung, die über das rein Geschäftliche hinausgeht. Ihre einzige Tochter verstarb im Jahr 2018 im Alter von 20 Jahren und ist auf dem Gelände beigesetzt. Die Tochter war das dritte von insgesamt vier Kindern und hinterließ einen Sohn, der heute 10 Jahre alt ist und von Angie betreut wird. Insgesamt ruhen sieben Familienmitglieder auf dem alten Friedhof, darunter auch ihre Eltern, die dort seit über 20 Jahren begraben liegen. Die Nähe zu den Verstorbenen hilft ihr, ihre ursprüngliche Angst vor der Arbeit auf einem Friedhof zu überwinden. Sie pflegt die Routine, Weihwasser aus der Kirche mitzubringen, die Gräber zu besprengen und Gebete für die Toten sowie um Schutz für sich und ihren Mann zu sprechen, damit sie bei der Arbeit kein Unglück erleiden.
Neben der Reinigung bieten Monton und ihr Mann weitere Dienstleistungen an, wie etwa das Neuanmalen von Inschriften auf Grabsteinen, wofür sie 500 Pesos berechnen. Gelegentlich nehmen sie solche Aufträge auch auf anderen Friedhöfen an. Trotz der regelmäßigen Arbeit ist die finanzielle Planung unsicher; so weiß sie aktuell nicht, wie hoch ihr Einkommen in diesem Jahr ausfallen wird. Außerhalb der intensiven Saison rund um das Allerheiligenfest nimmt sie andere Tätigkeiten an, wenn diese verfügbar sind, unter anderem die Pflege von Patienten, einschließlich Krebspatienten.
Der Zustand des Old City Cemetery hat sich im Laufe der Jahre verändert. Monton stellt fest, dass die Grünflächen nicht mehr so regelmäßig gereinigt werden wie früher. Zudem erschweren überwucherte Vegetation, Abfälle und Grabstätten, die direkt auf den Wegen errichtet wurden, den Zugang zu vielen Gräbern. Die Belegung der Wege ist teilweise so stark, dass Besucher gezwungen sind, über Gräber zu steigen, wobei sie aus Respekt vor den Toten die Formel „tabi-tabi po“ verwenden. Es gibt Gerüchte über eine mögliche Verlegung des Friedhofs, doch liegen ihr dazu bislang keine gesicherten Informationen vor. Monton plant, so lange weiterzuarbeiten, wie es ihre Kräfte erlauben.





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