Politik: Landesweit

Senator Lacson fordert Transparenz bei Budgetverhandlungen

Der philippinische Senator Panfilo Lacson hat gefordert, dass die Videokameras während der Verhandlungen im bilateralen Ausschuss (Bicameral Conference Committee) ununterbrochen laufen sollten. In einem Interview mit dem Radiosender DWIZ am Samstag erklärte Lacson, dass auch während offizieller Sitzungspausen eine Übertragung für die Öffentlichkeit erfolgen müsse. Er warnte davor, dass Unterbrechungen der Sitzungen dazu genutzt werden könnten, informelle Absprachen und fragwürdige Budgetänderungen hinter verschlossenen Türen zu treffen. Er drängte die Gesetzgeber zudem dazu, Sitzungspausen während der bilateralen Beratungen zu minimieren, damit die Öffentlichkeit auch Diskussionen und Austauschprozesse außerhalb der formellen Sitzungen überwachen kann.

philippinen Senat Sitzungssaal
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Lacson erinnerte an die Verhandlungen im vergangenen Jahr, bei denen Abgeordnete während der Pausen abseits der Kameras Gespräche führten. Er betonte, dass Pausen lediglich für notwendige Erledigungen, wie etwa den Gang zur Toilette, genutzt werden sollten und nicht für geheime Verhandlungen oder informelles Flüstern und Handeln. Der Ausschuss hat die Aufgabe, die Differenzen zwischen den Budgetentwürfen des Senats und des Repräsentantenhauses abzustimmen, bevor das Gesetz von beiden Kammern ratifiziert wird.

Diese Forderung erfolgt vor dem Hintergrund der Prüfung des nationalen Haushaltsplans für 2027 in Höhe von 7,2 Billionen Pesos. Während das Repräsentantenhaus am 12. Oktober seine Version des Haushaltsgesetzes (General Appropriations Bill) in der dritten und letzten Lesung verabschiedete und dabei etwa 116 Milliarden Pesos an Änderungen vornahm, prüft der Senat nun diese Anpassungen. Diese Änderungen des Repräsentantenhauses beinhalteten zusätzliche Mittel für soziale Unterstützung und Infrastruktur, während andere Programme Kürzungen erfuhren. Lacson kündigte an, insbesondere Kürzungen bei Projekten mit ausländischer Unterstützung sowie zusätzliche Zuweisungen für Hochwasserschutzmaßnahmen genau unter die Lupe zu nehmen. Auch der Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats, Senator JV Ejercito, verwies auf erhebliche Umverteilungen, die einer Überprüfung bedürfen. Lacson betonte, dass der Senat die Prüfung des Haushaltsplans voll unterstützen werde.

In diesem Zusammenhang begrüßte Lacson auch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, welches bestimmte Bestimmungen der nationalen Budgets für 2024 und 2025 für verfassungswidrig erklärte. Er stellte klar, dass der Oberste Gerichtshof bei schwerwiegendem Ermessensmissbrauch eingreifen könne, da er das Mandat zur Gesetzesauslegung besitze und somit als Kontrollmechanismus fungiere. Er wies damit Vorwürfe zurück, die gerichtliche Entscheidung stelle einen Eingriff in die verfassungsmäßige Budgetautorität des Kongresses dar.

Zudem schlug Lacson vor, Einsparungen bei den Budgets des Senats und des Repräsentantenhauses für dringende Prioritäten zu nutzen. Er sieht ein Potenzial von bis zu 7 Milliarden Pesos, wenn der Senat seinen Plan um 2 Milliarden Pesos und das Repräsentantenhaus um 5 Milliarden Pesos kürzen würde. Diese Mittel könnten zur Finanzierung von Gesundheit, Bildung und zur Vorbereitung auf das bevorstehende El-Niño-Phänomen eingesetzt werden. Er kritisierte zudem, dass der Fonds für das nationale Katastrophenrisikomanagement (National Disaster Risk Reduction and Management Fund) gekürzt wurde. Obwohl das ursprüngliche Programm für 2027 (National Expenditure Program) eine Erhöhung des Fonds auf 45,67 Milliarden Pesos gegenüber den 39,82 Milliarden Pesos des Budgets 2026 vorsah, reduzierten die Abgeordneten des Repräsentantenhauses einige der katastrophenbezogenen Zuweisungen, was weitere Untersuchungen nach sich zieht.