Staatsverschuldung der Philippinen erreicht höchsten Stand seit 2004
EditDie Staatsverschuldung der Philippinen ist bis Ende Juni 2026 auf 19,07 Billionen Pesos angestiegen, was den höchsten Stand seit 2004 darstellt. Damit erreicht die Schuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) einen Wert von 66 Prozent. Damit liegt der Schuldenbestand bereits um etwa 10 Milliarden Pesos über der für das gesamte Jahr 2026 festgelegten Obergrenze von 19,06 Billionen Pesos.
Der Anstieg der Schuldenquote um 2,8 Prozentpunkte innerhalb von sechs Monaten, von 63,2 Prozent Ende 2025 über 65,2 Prozent zum Ende des ersten Quartals auf 66 Prozent im Juni, wird darauf zurückgeführt, dass der Schuldenbestand schneller wächst als die Wirtschaft. Ein Einbruch der Staatseinnahmen wird als Ursache nicht angeführt. Tatsächlich stiegen die Einnahmen im ersten Halbjahr um 5,7 Prozent auf 2,39 Billionen Pesos. Die Erhebungen durch das Finanzamt (Bureau of Internal Revenue, BIR) blieben mit 1,63 Billionen Pesos jedoch um 1,4 Prozent unter dem Zielwert, während die Zollbehörde (Bureau of Customs) mit 491,9 Milliarden Pesos ihre Ziele um 7,2 Prozent übertraf. Innerhalb der Einnahmen stiegen die Beiträge zur Mehrwertsteuer um 10,3 Prozent, während die Verbrauchssteuern um 2,7 Prozent sanken.
Auch die Kosten für den Schuldendienst sind massiv gestiegen. Im ersten Halbjahr beliefen sich diese auf 1,23 Billionen Pesos, was einer Steigerung von etwa 60 Prozent gegenüber den 768,11 Milliarden Pesos des Vorjahres entspricht. Dies entspricht bereits 61 Prozent des für das gesamte Jahr geplanten Budgets von 2,01 Billionen Pesos. Die Tilgungszahlungen (Amortisation) haben sich dabei mehr als verdoppelt und stiegen von 353,29 Milliarden auf 743 Milliarden Pesos. Die Zinskosten beliefen sich im gleichen Zeitraum auf etwa 487 Milliarden Pesos, was einem Anstieg von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
In ihrem Bericht zum politischen und länderbezogenen Risiko für das zweite Quartal 2026 bewertet die in Manila ansässige WR Advisory Group das fiskalische und staatliche Risiko mit 16 von 25 Punkten als „hoch“. Dies ist die einzige der acht untersuchten Kategorien, die in diese Einstufung fällt. Zudem wird der Ausblick auf die fiskalische Lage als „verschlechternd“ eingestuft. Die Gesamtwertung für das Land liegt mit 10,375 Punkten im Bereich „erhöht“. Die Regierung hat bereits Anpassungen vorgenommen: Das Development Budget Coordination Committee senkte das Wachstumsziel für 2026 auf 3,5 bis 4,5 Prozent und reduzierte das BIR-Ziel um 38 Milliarden Pesos. Experten warnen vor einer Kombination aus steigender Schuldenquote, einem möglichen Rating-Downgrade durch Fitch Ratings und einem verlangsamten Wirtschaftswachstum, das das Verhältnis von Schulden zu BIP weiter belasten könnte. Fitch Ratings schätzt zudem, dass die Zinskosten im Jahr 2026 etwa 13 Prozent der Einnahmen erreichen könnten, während der Median für BBB-bewertete Staaten bei 9 Prozent liegt.






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