Politik: Landesweit

Ombudsman leitet Untersuchung von Haushaltsvergehen ein

Das Büro des Ombudsmanns hat eine Initiative namens „Budget Watch“ ins Leben gerufen, um die Verwendung öffentlicher Gelder strenger zu überwachen. Hintergrund ist ein jüngstes Urteil des Obersten Gerichtshofs, das zentrale Haushaltsbestimmungen der allgemeinen Haushaltsgesetze (General Appropriations Acts, GAA) für die Jahre 2024, 2025 und 2026 für verfassungswidrig erklärt hat. Der Grund für die Entscheidung war die Erhöhung von Haushaltsmitteln durch den Kongress.

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Quelle: Google

Ombudsman Jesus Crispin Remulla erklärte in einer Pressekonferenz am Montag, den 26. Oktober 2026, dass er eine Arbeitsgruppe ernennen wird, um das Urteil des Obersten Gerichtshofs sowie die damit verbundenen Haushaltspläne detailliert zu prüfen. Ziel ist es, mögliches Fehlverhalten im Umgang mit öffentlichen Geldern aufzudecken. Remulla kritisierte, dass das System manipuliert wurde, indem wichtige Regierungsprojekte, wie etwa Maßnahmen zum Hochwasserschutz, unter die sogenannten nicht programmierten Ausgaben (unprogrammed appropriations) verschoben wurden. Er bezeichnete dies als schwerwiegendes Vorgehen, das man nun genau unter die Lupe nehmen werde.

Der Oberste Gerichtshof stufte dabei spezifische Bestimmungen als verfassungswidrig ein. Für das Jahr 2024 betraf dies die Erhöhung der nicht programmierten Ausgaben durch den Kongress um 449,5 Milliarden Pesos, was die vom Präsidenten empfohlenen Gesamtausgaben erhöhte. Im Jahr 2025 wurde die Erhöhung des speziellen Straßenfonds (Special Road Fund) um 17,99 Milliarden Pesos beanstandet, was ebenfalls zu einer Erhöhung der von Präsident Marcos empfohlenen Gesamtausgaben führte. Zudem wurden für das Jahr 2026 die Sonderbestimmungen 1(a) und (b) in Kapitel XLIII für verfassungswidrig erklärt, da die Bedingungen für die Freigabe nicht programmierter Mittel nach Ansicht der Richter zu vage und unzureichend restriktiv formuliert waren.

Das Gericht stellte klar, dass nicht programmierte Ausgaben an sich nicht verfassungswidrig sind, sie erfordern jedoch strengere Schutzmaßnahmen, um Transparenz und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten und übermäßige Staatsausgaben zu verhindern. Dem Senat, dem Repräsentantenhaus, dem Büro des Exekutivsekretärs sowie dem stellvertretenden Sekretär des Haushaltsministeriums (Department of Budget and Management, DBM) wurde dauerhaft untersagt, die für 2026 invalidierten Bestimmungen umzusetzen. Die strafrechtliche, zivilrechtliche oder administrative Haftung der Verfasser, Befürworter oder Umsetzer der angefochtenen Haushaltsmittel bleibt von weiteren Untersuchungen durch die zuständigen Gerichte abhängig.

Remulla wies darauf hin, dass der Haushalt primär in der Verantwortung des Kongresses liege, da dieser die vom Exekutivteil vorgelegten Entwürfe prüft und ändert. Er betonte, dass der Präsident lediglich den Entwurf vorlegt, die eigentlichen Maßnahmen jedoch innerhalb des Kongresses stattfinden, deren Abläufe aufgrund der eigenen Dynamik der Abgeordneten schwer zu verfolgen seien. Er warnte vor böswilligen Absichten bei der Budgetgestaltung, da ein Haushalt ein Nullsummenspiel sei: Jede Erhöhung erfordere eine Kürzung an anderer Stelle. Wer das Budget in böser Absicht manipuliere, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, so der Ombudsman.

Parallel dazu unterzeichnete Remulla eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) mit dem Justice Sector Coordinating Council (JSCC). Dieses Gremium, bestehend aus dem Obersten Gerichtshof, dem DOJ und DILG, soll die Korruptionsbekämpfung stärken. Die Zusammenarbeit soll Engpässe in Korruptionsverfahren beseitigen und den Informationsaustausch sowie digitale Systeme verbessern. Remulla unterstrich, dass Korruption nicht an den Grenzen einer einzelnen Behörde halt mache und die Antwort darauf ebenfalls koordiniert sein müsse. Geplante gemeinsame Initiativen umfassen unter anderem die Bekämpfung von Finanzkriminalität, die Rückgewinnung von Vermögenswerten, die Bekämpfung von Cyber-Korruption sowie digitale Forensik. Ziel sei es, konkrete Verbesserungen in der Justizverwaltung zu erzielen, anstatt erst zu reagieren, wenn Gelder bereits gestohlen oder das öffentliche Vertrauen zerstört wurde.