Politik: Landesweit

Umfrage: Mehr Filipinos erwarten Verurteilung von Vizepräsidentin Duterte

Eine Mehrheit der registrierten Wähler auf den Philippinen erwartet eine Verurteilung von Vizepräsidentin Sara Duterte in ihrem Amtsenthebungsverfahren. Laut einer landesweiten Umfrage von PUBLICUS Asia, die vom 1. bis 4. Oktober 2026 durchgeführt wurde, rechnen 44 % der Befragten mit einer Verurteilung, während 31 % ein Freispruch erwarten. Die Differenz zwischen diesen beiden Lagern beträgt 13 Prozentpunkte, während sich 25 % der Teilnehmer noch nicht entschieden haben.

Vice President Sara Duterte
Quelle: Google

Im Zentrum des Verfahrens steht eine finanzielle Untersuchung des Forensikers und Anwalts Alexander Cabrera, die sich auf Vorwürfe bezüglich unerklärlichen Vermögens und nicht deklarierter Vermögenswerte konzentriert. Cabrera identifizierte rund 817,87 Millionen Pesos an mutmaßlich unerklärlichem Vermögen, das sowohl die Vizepräsidentin als auch ihren Ehemann, den Anwalt Manases „Mans“ Carpio, betrifft. Er gab in seiner Aussage an, dass es sich hierbei um eine vorsichtige Schätzung handele; bei einer umfassenderen Analyse könnte die Summe sogar bis zu 1,5 Milliarden Pesos erreichen.

Die Anklagebehörde des Repräsentantenhauses, angeführt von der Abgeordneten Gerville Luistro, vertritt die Ansicht, dass die bisher vorgelegten Beweise aus Finanzdokumenten, Regierungsunterlagen und Zeugenaussagen ausreichen, um eine Amtsenthebung zu rechtfertigen. Die Ermittler prüfen, ob Duterte ihre Vermögenswerte und finanziellen Interessen vollständig und wahrheitsgemäß offengelegt hat. Hierzu wurden unter anderem Informationen des Anti-Money Laundering Council (AMLC), des Bureau of Internal Revenue (BIR) sowie Daten von Bankinstituten herangezogen.

Das öffentliche Interesse an dem Prozess ist laut der Umfrage mit 65 % sehr hoch. Die Bevölkerung ist hinsichtlich der Beweisführung gespalten: Zwischen 44 % und 46 % der Befragten halten die bisherigen Zeugenaussagen und Dokumente der Anklage für ausreichend, während 38 % bis 40 % der Meinung sind, dass weitere Beweise notwendig seien. Etwa 45 % bis 47 % der Teilnehmer gaben an, von den präsentierten Informationen überzeugt zu sein, wohingegen 37 % bis 38 % noch skeptisch bleiben.