Strombedarf auf den Philippinen steigt wegen El Niño massiv an
EditAufgrund des starken El-Niño-Phänomens und der damit verbundenen extremen Hitze wird für das Jahr 2027 ein massiver Anstieg des Strombedarfs auf den Philippinen erwartet. Das Energieministerium (Department of Energy, DOE) prognostiziert für das kommende Jahr eine Spitzenlast von bis zu 22.231 MW. Damit würde der Verbrauch deutlich über der für den Rest des Jahres 2026 erwarteten Spitzenlast von 21.007 MW liegen.
Die Wetterbehörde PAGASA geht davon aus, dass das sehr starke El-Niño-Phänomen, das durch ungewöhnlich warme Meerestemperaturen im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik gekennzeichnet ist, bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 anhalten wird. Diese klimatische Phase führt auf den Philippinen typischerweise zu veränderten Niederschlagsmustern und überdurchschnittlich hohen Temperaturen, was den Energieverbrauch weiter antreibt.
Besonders kritisch wirkt sich die Trockenheit auf die Energieerzeugung aus. Laut Mario C. Marasigan, Unterstaatssekretär im Energieministerium, deuten Simulationen darauf hin, dass die Stromerzeugung aus Wasserkraftwerken um etwa 60 % zurückgehen könnte. Während anfänglich befürchtet wurde, dass auch die Solarenergie um etwa 10 % sinken könnte, ergaben Simulationen des unabhängigen Strommarktbetreibers IEMOP, dass dies nicht der Fall sein wird.
Regional wird die Inselgruppe Luzon mit einem erwarteten Bedarf von bis zu 15.928 MW den größten Anteil am Stromverbrauch haben, gefolgt von Mindanao mit 3.209 MW und den Visayas mit 3.094 MW. Marasigan bezeichnete die Visayas-Region als größte Herausforderung, da diese stark von Stromimporten aus Luzon und Mindanao abhängig ist. Sollte El Niño alle Gebiete gleichermaßen treffen oder sich auf Luzon konzentrieren, könnten die Visayas mit Versorgungsproblemen konfrontiert werden. Um die Region abzusichern, sollen etwa 253 MW an Reserven bereitgestellt werden. Dennoch zeigt sich das Ministerium zuversichtlich und geht nicht von Engpässen aus, da in diesem Jahr Projekte mit einer Kapazität von 2.700 MW fertiggestellt werden sollen und bis 2027 weitere 4.700 MW bereitstehen werden.





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