Kultur: Benguet

Künstlergruppe aus Baguio und Benguet fordert strukturelle Reformen

Trotz des kulturellen Erbes der Region, das von traditioneller Webkunst bis hin zu moderner Musik reicht, sehen sich Künstlerinnen und Künstler aus der Region Baguio City und Benguet mit erheblichen Hindernissen konfrontiert. Zu den zentralen Kritikpunkten gehören eine belastende lokale Besteuerung, unfaire Vergütungspraktiken sowie der unlautere Wettbewerb durch generative Künstliche Intelligenz (KI).

tricycle pedicabs in downtown intramuros street of manila city philippines
Symbolbild: Envato

Die Benguet Young Artists’ Workers Association (BYAWAC) wies darauf hin, dass der Kreativsektor zwar über acht Millionen Arbeitsplätze schafft und sieben Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht, die Akteure vor Ort jedoch mit wirtschaftlicher Unsicherheit, bürokratischen Hürden und systemischer Vernachlässigung zu kämpfen haben. Die Gruppe kritisiert zudem restriktive Standards für öffentliche Kunstwerke.

Um diesen Problemen zu begegnen, hat die BYAWAC eine umfassende Forderungskatalog vorgelegt. Im Bereich der Arbeitsrechte setzt sich die Gruppe für die Einführung eines nationalen Existenzminimums (National Living Wage) für Kreative und deren Hilfskräfte ein. Zudem fordert sie standardisierte Gehaltsstufen für im öffentlichen Dienst beschäftigte Künstler, die Ratifizierung des ILO-Übereinkommens 193 sowie die Verabschiedung des Gesetzes zur Absicherung von Freiberuflern und Beschäftigten in der informellen Wirtschaft. Die Organisation prangert zudem Branchenmissstände wie ausbleibende Zahlungen, nachträgliche Honorarkürzungen und fehlende Verträge an.

Hinsichtlich der Steuerpolitik schlägt die BYAWAC vor, einen festen Prozentsatz der lokalen Einnahmen direkt der Kunst zuzuwenden. Die derzeitige Obergrenze für lokale Vergnügungsteuern von zehn Prozent solle gesenkt werden, wobei auf Beispiele wie Quezon City verwiesen wurde. Zudem fordert die Gruppe Schutz für die künstlerische Freiheit gegen Zensur sowie eine Überarbeitung der Stadtplanung. Das Planungsamt von Baguio City solle kulturelle Infrastruktur stärker auf Nachbarschaftsebene berücksichtigen, statt sie nur auf bestimmte Zonen zu beschränken. Abschließend strebt die Organisation eine administrative Neustrukturierung an, die die Trennung des Amtes für Kunst und Kultur vom Tourismusministerium umfasst, um den spezifischen Bedürfnissen der Kulturschaffenden gerecht zu werden. Zudem sollen Rückmeldeverfahren für Großprojekte wie den Übergang des Maharlika Livelihood Center institutionalisiert und die Verwaltungsprozesse auf Barangay-Ebene beschleunigt werden, um lokale Gelder für Künstler in den Stadtteilen zugänglich zu machen.