Wusstest Du schon? Kurze faktenbasierte Informationen über die Philippinen
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Die Philippinen sind eine Präsidialrepublik nach amerikanischem Vorbild. Präsident ist gleichzeitig Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Diese klare Gewaltenteilung wurde in der Verfassung von 1987 festgeschrieben.
Ein philippinischer Präsident darf nur eine einzige Amtszeit von sechs Jahren absolvieren. Eine direkte Wiederwahl ist ausdrücklich ausgeschlossen. Damit soll verhindert werden, dass sich einzelne Politiker dauerhaft an der Macht halten.
Präsident und Vizepräsident werden auf den Philippinen unabhängig voneinander gewählt. Deshalb kommt es regelmäßig vor, dass beide unterschiedlichen Parteien angehören. Dieses Wahlsystem ist weltweit eher ungewöhnlich.
Der philippinische Kongress besteht aus zwei Kammern: dem Senat und dem Repräsentantenhaus. Während alle 24 Senatoren landesweit gewählt werden, vertreten die Abgeordneten einzelne Wahlkreise oder Parteilisten. Dieses System ähnelt in Teilen dem des US-Kongresses.
Die Philippinen bestehen heute aus 82 Provinzen. Zum Vergleich: Deutschland hat 16 Bundesländer. Die Provinzen sind wiederum in Städte, Gemeinden und Tausende Barangays unterteilt.
Die kleinste Verwaltungseinheit heißt Barangay. Mit rund 42.000 Barangays gibt es davon fast doppelt so viele wie Gemeinden in ganz Deutschland. Viele umfassen nur wenige Straßen oder ein einzelnes Dorf.
Quezon City war fast drei Jahrzehnte lang die Hauptstadt der Philippinen. Erst 1976 wurde Manila wieder offiziell Regierungssitz. Quezon City ist heute dennoch die bevölkerungsreichste Stadt des Landes.
Die Bangsamoro-Region im Süden der Philippinen erhielt 2019 weitreichende Selbstverwaltungsrechte. Dem gingen jahrzehntelange Friedensverhandlungen zwischen Regierung und muslimischen Rebellengruppen voraus. Ziel war es, einen der längsten Konflikte des Landes dauerhaft zu beenden.
Filipinische Frauen erhielten bereits 1937 das Wahlrecht. Voraussetzung war ein landesweites Referendum, bei dem mindestens 300.000 Frauen zustimmen mussten. Dieses Ziel wurde deutlich übertroffen.
Etwa ein Fünftel der Sitze im Repräsentantenhaus ist für sogenannte Parteilisten reserviert. Dadurch erhalten auch Arbeitnehmer, indigene Völker, Frauen, Senioren oder andere gesellschaftliche Gruppen eine Stimme im Parlament. Dieses Modell ist international eher selten.
Die Nationalflagge der Philippinen ist weltweit nahezu einzigartig. Im Frieden weht der blaue Streifen oben – im Kriegsfall wird die Flagge einfach umgedreht und der rote Streifen nach oben gesetzt. An der Flagge lässt sich also sofort erkennen, ob sich das Land offiziell im Krieg befindet.
Die drei Sterne der philippinischen Flagge stehen für Luzon, Visayas und Mindanao. Die acht Sonnenstrahlen erinnern an die ersten Provinzen, die sich 1896 gegen die spanische Kolonialherrschaft erhoben. Fast jedes Element der Flagge erzählt damit ein Stück Landesgeschichte.
Die Nationalhymne 'Lupang Hinirang' war ursprünglich ein reines Musikstück ohne Text. Erst später erhielt sie den heute bekannten Liedtext. Bis heute gehört sie zu den wichtigsten Symbolen der philippinischen Unabhängigkeit.
Imelda Marcos wurde weltweit durch ihre riesige Schuhsammlung bekannt. Nach der Flucht der Familie 1986 fanden Mitarbeiter im Präsidentenpalast Tausende Paar Schuhe, die heute teilweise in einem Museum ausgestellt werden. Sie gelten bis heute als Symbol für den luxuriösen Lebensstil der Marcos-Familie.
Der philippinische 100.000-Peso-Gedenkschein gilt als die größte offiziell ausgegebene Banknote der Welt. Mit einer Größe von rund 36 × 22 Zentimetern ist er fast so groß wie ein DIN-A4-Blatt. Er wurde 1998 zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit herausgegeben und war nie für den normalen Zahlungsverkehr gedacht.
Die Währung der Philippinen ist der Peso, unterteilt in 100 Centavos. Das Währungssymbol ₱ wurde eigens für den philippinischen Peso eingeführt und unterscheidet ihn vom Dollar- oder Eurozeichen. Ausgegeben wird das Geld von der Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP).
Das Oberste Gericht der Philippinen besteht aus 15 Richtern. Es kann Gesetze oder Regierungsentscheidungen für verfassungswidrig erklären und spielt damit eine ähnliche Rolle wie das Bundesverfassungsgericht in Deutschland oder der Supreme Court in den USA.
Wer Präsident der Philippinen werden möchte, muss mindestens 40 Jahre alt sein. Diese Altersgrenze soll sicherstellen, dass Bewerber bereits ausreichend politische und berufliche Erfahrung gesammelt haben.
Auf den Philippinen wird alle drei Jahre gewählt. Während Präsidenten nur alle sechs Jahre gewählt werden, stehen Senat, Repräsentantenhaus und viele regionale Ämter bereits zur Halbzeit erneut zur Wahl. Dadurch befindet sich das Land fast ständig im Wahlkampf.
Emilio Aguinaldo wurde bereits mit 29 Jahren Präsident und ist bis heute der jüngste Staatspräsident der Philippinen. Viele Regierungschefs anderer Länder waren bei ihrem Amtsantritt deutlich älter. Seine politische Karriere begann bereits als Bürgermeister.
Rodrigo Duterte war mit 71 Jahren der älteste gewählte Präsident der Philippinen. Gleichzeitig war er der erste Präsident aus Mindanao. Seine Wahl galt deshalb als politischer Wendepunkt für den lange vernachlässigten Süden des Landes.
Fidel Ramos war der erste und bislang einzige protestantische Präsident der überwiegend katholischen Philippinen. Während seiner Amtszeit erlebte das Land eine Phase wirtschaftlicher Reformen und politischen Wachstums. Religionszugehörigkeit spielte bei seiner Wahl eine überraschend geringe Rolle.
Ferdinand Marcos war insgesamt mehr als 20 Jahre Präsident der Philippinen. Ein großer Teil dieser Zeit fiel in die Phase des Kriegsrechts, die das Land bis heute politisch prägt. Kein anderer Präsident blieb so lange an der Macht.
Der größte philippinische Präsident war Ramon Magsaysay mit rund 1,80 Metern, die kleinste Gloria Macapagal-Arroyo mit etwa 1,50 Metern. Zwischen beiden liegen fast 30 Zentimeter Größenunterschied. Damit unterscheiden sie sich körperlich fast so stark wie Erwachsene und Jugendliche.
Als die Familie Marcos 1986 aus dem Präsidentenpalast floh, blieb ein erstaunlicher Luxus zurück. Allein Imelda Marcos hinterließ dort 1.060 Paar Schuhe, 508 Kleider und rund 1.000 Handtaschen. Die Sammlung wurde zum weltweiten Symbol für den verschwenderischen Lebensstil des Regimes.
Die Nacionalista Party wurde bereits 1907 gegründet und ist die älteste noch bestehende politische Partei der Philippinen. Über viele Jahrzehnte stellte sie mehrere Präsidenten und prägte die Politik des Landes entscheidend.
Seit 2010 werden Wahlen auf den Philippinen vollständig elektronisch ausgezählt. Damit gehörte das Land zu den Vorreitern automatisierter Wahlsysteme in Asien. Ziel war es, Wahlbetrug und langwierige Auszählungen zu reduzieren.
Rund zehn Millionen Filipinos im Ausland dürfen seit 2004 an nationalen Wahlen teilnehmen. Sie können ihre Stimme unter anderem in Botschaften oder per Briefwahl abgeben. Kaum ein anderes Land bindet seine Auslandsbürger in diesem Umfang in Wahlen ein.
Philippinische Senatoren dürfen höchstens zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten absolvieren, Abgeordnete maximal drei. Diese Begrenzung soll verhindern, dass sich einzelne Politiker dauerhaft an der Macht festsetzen. Für viele andere politische Ämter gelten ähnliche Regeln.
Jeder Barangay verfügt über einen gewählten Jugendrat, den 'Sangguniang Kabataan'. Junge Menschen können dadurch bereits früh politische Verantwortung übernehmen. Dieses Modell ist in dieser Form weltweit eher ungewöhnlich.
Die Sandiganbayan ist ein Spezialgericht ausschließlich für Korruptionsfälle gegen Amtsträger. Es befasst sich mit Verfahren gegen hochrangige Politiker und Beamte. Nur wenige Staaten verfügen über ein eigenes Gericht mit diesem Schwerpunkt.
Der philippinische Ombudsman ist eine unabhängige Antikorruptionsbehörde. Sie kann selbst gegen hochrangige Regierungsmitglieder und sogar gegen den Präsidenten ermitteln. Nur wenige Staaten räumen einer solchen Institution vergleichbare Befugnisse ein.
Politische Familien prägen die Philippinen seit Generationen. In vielen Provinzen wechseln sich Angehörige derselben Familien in verschiedenen Ämtern ab. Politische Dynastien gehören deshalb bis heute zu den meistdiskutierten Themen des Landes.
Wahltage sind auf den Philippinen gesetzliche Feiertage. Viele Menschen reisen dafür in ihre Heimatorte zurück, um ihre Stimme abzugeben. Rund um die Wahllokale herrscht oft eine Atmosphäre, die eher an ein Volksfest als an einen gewöhnlichen Wahltag erinnert.
Nach dem Tod von Präsident Manuel Quezon übernahm Sergio Osmeña 1944 die Präsidentschaft im Exil. Gemeinsam mit den alliierten Streitkräften kehrte seine Regierung später auf die Philippinen zurück. Er spielte eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau nach der japanischen Besatzung.
Präsident Elpidio Quirino gilt als Wegbereiter der philippinischen Sozialgesetzgebung. Während seiner Amtszeit entstanden zahlreiche Programme für Gesundheit, Bildung und soziale Absicherung. Viele dieser Reformen wirkten noch Jahrzehnte nach.
Carlos P. Garcia verfolgte mit seiner 'Filipino First'-Politik das Ziel, einheimische Unternehmen gegenüber ausländischen Investoren zu stärken. Die Strategie prägte die Wirtschaftspolitik des Landes über viele Jahre. Bis heute wird darüber kontrovers diskutiert.
Präsident Diosdado Macapagal führte wichtige Landreformen ein und verlegte den Unabhängigkeitstag vom 4. Juli auf den 12. Juni. Damit rückte die eigene Unabhängigkeitserklärung von 1898 stärker in den Mittelpunkt der nationalen Erinnerung.
Gloria Macapagal-Arroyo war nicht nur die zweite Präsidentin der Philippinen. Sie ist auch die Tochter des früheren Präsidenten Diosdado Macapagal. Damit gehört sie zu den bekanntesten politischen Familiendynastien des Landes.
Benigno 'Noynoy' Aquino III. war der erste unverheiratete Präsident der Philippinen. Gleichzeitig war er der Sohn zweier Nationalikonen: Benigno 'Ninoy' Aquino Jr. und Corazon Aquino. Kaum ein anderer Präsident war so eng mit der Demokratiebewegung des Landes verbunden.
Der National Heroes' Day wird jedes Jahr am letzten Montag im August gefeiert. Anders als viele Feiertage erinnert er nicht an eine einzelne Person, sondern an alle Menschen, die sich für die Freiheit und Unabhängigkeit der Philippinen eingesetzt haben.