Wusstest Du schon? Kurze faktenbasierte Informationen über die Philippinen
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Rund 80 Prozent der Filipinos sind römisch-katholisch. Damit haben die Philippinen nach Brasilien und Mexiko die drittgrößte katholische Bevölkerung der Welt. Kein anderes Land Asiens ist so stark vom Christentum geprägt.
Jedes Jahr ziehen Millionen Gläubige zur Prozession des Schwarzen Nazareners durch Manila. Viele laufen barfuß oder versuchen, die Statue mit einem Tuch zu berühren, weil sie sich davon Segen oder Heilung erhoffen. Es ist eine der größten religiösen Prozessionen der Welt.
Die Iglesia ni Cristo wurde 1914 auf den Philippinen gegründet und ist eine der wenigen weltweit erfolgreichen christlichen Kirchen mit Ursprung in Asien. Heute besitzt sie Gemeinden in zahlreichen Ländern und zählt mehrere Millionen Mitglieder.
Die Weihnachtszeit beginnt auf den Philippinen bereits im September. Sobald die sogenannten 'Ber-Monate' starten, erklingen Weihnachtslieder und Einkaufszentren werden festlich geschmückt. Kaum ein anderes Land feiert Weihnachten über einen so langen Zeitraum.
Die Simbang Gabi umfasst neun aufeinanderfolgende Frühmessen vor Weihnachten. Viele Gläubige stehen dafür bereits vor Sonnenaufgang auf. Der Tradition nach soll sich ein besonderer Wunsch erfüllen, wenn man alle neun Messen besucht.
Das Sinulog-Festival in Cebu gehört zu den größten Straßenfesten Asiens. Hunderttausende Tänzer ziehen in farbenfrohen Kostümen durch die Straßen und ehren dabei das Santo-Niño-Jesuskind. Jedes Jahr reisen Besucher aus aller Welt zu diesem Spektakel an.
Das Ati-Atihan-Festival gilt als 'Mutter aller philippinischen Feste'. Teilnehmer bemalen ihre Gesichter traditionell dunkel und tanzen tagelang zu Trommeln durch die Straßen. Seine Ursprünge reichen mehrere Jahrhunderte zurück.
Jeepneys entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg aus zurückgelassenen amerikanischen Militärjeeps. Die Fahrzeuge wurden verlängert, bunt bemalt und zu Sammeltaxis umgebaut. Heute gelten sie als rollende Kunstwerke und als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Philippinen.
Bayanihan beschreibt den besonderen Gemeinschaftssinn der Filipinos. Früher trugen Dorfbewohner gemeinsam ganze Bambushäuser an einen neuen Standort – eine Aufgabe, die für eine einzelne Familie unmöglich gewesen wäre. Bis heute steht der Begriff für gegenseitige Hilfe ohne Gegenleistung.
Die Geste 'Mano po' ist ein Zeichen besonderen Respekts gegenüber älteren Menschen. Dabei wird die Hand der älteren Person sanft an die eigene Stirn geführt. Diese Tradition ist auf den Philippinen bis heute weit verbreitet.
Adobo gilt als inoffizielles Nationalgericht der Philippinen. Fleisch wird dabei in Essig, Sojasauce, Knoblauch und Gewürzen geschmort. Da jede Familie ihr eigenes Rezept besitzt, gibt es unzählige regionale Varianten.
Balut ist wahrscheinlich das bekannteste Streetfood der Philippinen – und für viele Touristen eine Mutprobe. Dabei handelt es sich um ein angebrütetes Entenei, das traditionell warm aus der Schale gegessen wird. Für viele Filipinos ist Balut dagegen ein ganz normaler Snack.
Lechon, ein am Spieß gegrilltes Spanferkel, gilt als Festessen schlechthin. Besonders das Lechon aus Cebu genießt einen legendären Ruf und wird oft als das beste des Landes bezeichnet. Auf kaum einer großen Familienfeier fehlt dieses Gericht.
Halo-Halo bedeutet wörtlich 'Misch-Misch'. Das Dessert besteht aus Crushed Ice, gesüßten Früchten, Bohnen, Gelees, Milch und meist einer Kugel Ube-Eis. Kaum zwei Halo-Halo sehen dabei genau gleich aus.
Beim traditionellen Kamayan wird bewusst mit den Händen gegessen. Die Speisen werden häufig auf langen Bananenblättern angerichtet, an denen alle gemeinsam Platz nehmen. Das gemeinsame Essen steht dabei genauso im Mittelpunkt wie das eigentliche Gericht.
Rund jeder zehnte Filipino lebt oder arbeitet im Ausland. Diese sogenannten OFWs (Overseas Filipino Workers) sind in über 200 Ländern vertreten – von Kreuzfahrtschiffen über Krankenhäuser bis hin zu Fluggesellschaften. Kaum ein anderes Land hat eine so große Auslandsdiaspora.
Die Geldüberweisungen der OFWs erreichten 2023 den Rekordwert von 37,2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht rund neun Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. Für Millionen Familien sind diese Überweisungen die wichtigste Einnahmequelle.
Die Philippinen gelten als größter Exporteur von Pflegekräften weltweit. Filipinische Krankenschwestern und Krankenpfleger arbeiten in Krankenhäusern auf nahezu allen Kontinenten. Ihr guter Ruf beruht auf einer international anerkannten Ausbildung und sehr guten Englischkenntnissen.
Viele glauben, Karaoke sei in Japan erfunden worden. Tatsächlich stammt das weltweit einzige anerkannte Karaoke-Patent von dem Filipino Roberto del Rosario, der 1975 sein 'Sing-Along System' entwickelte. Dieser Anspruch wurde später auch rechtlich bestätigt.
In den 2000er-Jahren galten die Philippinen als 'SMS-Hauptstadt der Welt'. Zeitweise wurden täglich mehrere hundert Millionen Kurznachrichten verschickt. Textnachrichten waren so günstig, dass sie Telefonate oft komplett ersetzten.
Basketball ist auf den Philippinen weit mehr als nur eine Sportart. Selbst in kleinen Dörfern findet man oft einen Basketballkorb – manchmal genügt dafür schon ein Brett an einem Strommast. Das erklärt, warum das Land trotz vergleichsweise kleiner Körpergrößen zu den basketballbegeistertsten Nationen der Welt zählt.
Arnis ist seit 2009 offiziell Nationalsport der Philippinen. Die traditionelle Kampfkunst wird mit Rattanstöcken, Messern oder auch waffenlos trainiert. Internationale Polizei- und Spezialeinheiten übernehmen bis heute Techniken aus dem Arnis.
Der Barong Tagalog ist die traditionelle Festkleidung philippinischer Männer. Das durchscheinende Hemd wird häufig aus feinen Fasern der Ananaspflanze oder aus Abacá hergestellt. Trotz seines eleganten Aussehens wird es bewusst über der Hose getragen.
Sari-Sari-Läden sind die kleinsten Geschäfte des Landes und gehören fast zu jeder Nachbarschaft. Oft werden sie direkt aus dem Wohnzimmer oder der Garage betrieben. Verkauft werden sogar einzelne Zigaretten, Bonbons oder Shampoo-Portionen – genau in der Menge, die sich Kunden leisten können.
Die berühmten Reisterrassen von Banaue wurden über viele Generationen hinweg von den Ifugao angelegt. Sie entstanden größtenteils ohne Maschinen und folgen den steilen Berghängen wie riesige grüne Treppen. Einige Abschnitte werden seit fast 2.000 Jahren ununterbrochen bewirtschaftet.
Gastfreundschaft hat auf den Philippinen einen besonders hohen Stellenwert. Besucher werden häufig spontan zum Essen eingeladen – selbst dann, wenn die Familie nur wenig besitzt. Das Teilen von Mahlzeiten gilt als Ausdruck von Respekt und Wertschätzung.
Die Brauerei San Miguel wurde bereits 1890 gegründet und gehört zu den ältesten Brauereien Südostasiens. Obwohl viele das Bier für eine spanische Marke halten, stammt San Miguel ursprünglich von den Philippinen. Heute werden die Produkte in zahlreiche Länder exportiert.
Sabong, der traditionelle Hahnenkampf, hat auf den Philippinen eine jahrhundertealte Geschichte. Für viele ist er Teil der Kultur, gleichzeitig wird er wegen des Tierschutzes kontrovers diskutiert. Diese gegensätzlichen Ansichten prägen die Debatte bis heute.
Nach einem alten philippinischen Aberglauben sollte eine Treppe keine durch drei teilbare Anzahl von Stufen haben. Dahinter steckt die spanische Redewendung 'oro, plata, mata' – Gold, Silber, Tod. Die dritte Stufe gilt dabei als Unglückssymbol.
In manchen ländlichen Regionen wird die Plazenta eines Neugeborenen traditionell auf dem eigenen Grundstück beerdigt. Oft legt die Familie dabei symbolische Gegenstände dazu, die dem Kind später Glück oder besondere Fähigkeiten bringen sollen. Solche Bräuche unterscheiden sich je nach Region und Volksgruppe.
Santos ist der häufigste Familienname der Philippinen, gefolgt von Reyes, Cruz und Garcia. Die auffallend vielen spanischen Nachnamen gehen auf die Kolonialzeit zurück. Deshalb vermuten viele Besucher zunächst einen deutlich größeren spanischen Bevölkerungsanteil als tatsächlich existiert.
1849 ordnete die spanische Kolonialverwaltung an, dass viele Filipinos offizielle Familiennamen aus einem Namensverzeichnis auswählen mussten. Ziel war es, Volkszählungen und Steuerlisten übersichtlicher zu machen. Deshalb tragen heute Millionen Filipinos spanische Nachnamen, obwohl sie keine spanischen Vorfahren haben.
In einigen Karaoke-Bars wird Frank Sinatras 'My Way' bis heute nicht gespielt. Hintergrund sind mehrere gewalttätige Streitfälle, die während des Liedes eskalierten und als 'My Way Killings' internationale Bekanntheit erlangten. Viele Bars nehmen den Song deshalb vorsichtshalber aus dem Programm.
Die philippinische Sagenwelt kennt mehr als 260 Fabelwesen. Besonders gefürchtet ist der Aswang – ein Gestaltwandler, der je nach Region als Vampir, Hexe oder Monster beschrieben wird. Geschichten über den Aswang werden bis heute weitererzählt.
Die Philippinen werden häufig als 'Social Media Capital of the World' bezeichnet. Filipinos gehören seit Jahren zu den Menschen mit der weltweit längsten täglichen Nutzungsdauer sozialer Medien. Plattformen wie Facebook, TikTok oder YouTube spielen deshalb auch im Alltag eine besonders große Rolle.
2014 wurde Makati City zur 'Selfie-Hauptstadt der Welt' erklärt. Grundlage war die Zahl veröffentlichter Selfies im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Damit lag Makati sogar vor Städten wie New York oder Paris.
Zur Hochzeit des SMS-Booms verschickten Filipinos rund 400 Millionen Textnachrichten pro Tag. Hochgerechnet entspricht das mehr als 140 Milliarden SMS pro Jahr. Kein anderes Land verschickte damals mehr Kurznachrichten.
Auf den Philippinen gilt es als höflich, ein Geschenk nicht sofort vor dem Schenkenden auszupacken. Viele warten bewusst bis später, um nicht gierig oder ungeduldig zu wirken. Dieser Brauch überrascht viele ausländische Besucher.
Die Philippinen besitzen gleich zwölf offizielle Nationalsymbole. Neben Nationalvogel, Nationalblume und Nationalbaum gehören dazu unter anderem auch die Südseeperle, Arnis als Nationalsport und sogar eine offizielle nationale Gebärdensprache. Nur wenige Länder haben so viele gesetzlich festgelegte Nationalsymbole.
Das Nationalmotto lautet 'Maka-Diyos, Maka-tao, Makakalikasan at Makabansa'. Übersetzt bedeutet es: 'Für Gott, die Menschen, die Natur und das Vaterland'. Es fasst die Werte zusammen, die nach der Verfassung das Selbstverständnis des Landes prägen.
Ein hochwertiger Barong Tagalog wird traditionell aus feinen Fasern der Ananaspflanze oder aus Abacá gefertigt. Die Herstellung des Stoffes erfolgt größtenteils in Handarbeit und kann viele Wochen dauern. Besonders edle Exemplare gelten deshalb als kleine Kunstwerke.
Cebu City stellte 2010 einen Guinness-Weltrekord auf, als innerhalb von nur 17 Sekunden mehr als 125.000 Feuerwerkskörper gezündet wurden. Das Ereignis lockte Zehntausende Zuschauer an und machte weltweit Schlagzeilen.
Marikina City gilt als Schuhhauptstadt der Philippinen. 2002 fertigten Schuhmacher dort das damals größte Schuhpaar der Welt an – über fünf Meter lang und rund zwei Millionen Peso wert. Die Stadt ist bis heute für ihre Schuhindustrie bekannt.
2006 stellten 3.541 Mütter in Manila gleichzeitig einen Weltrekord im Stillen auf. Mit der Aktion sollte weltweit für die Vorteile des Stillens geworben werden. Der Rekord schaffte es ins Guinness-Buch.
Das längste Basketballspiel der Welt fand 2014 in Manila statt. Die Partie dauerte unglaubliche 120 Stunden – also fünf Tage ohne Unterbrechung – und sammelte Spenden für die Opfer des Taifuns Haiyan. Auch dieser Rekord wurde von Guinness anerkannt.
Bei der Basketball-Weltmeisterschaft 2023 wurde in der Philippine Arena ein neuer Zuschauerrekord für ein WM-Spiel aufgestellt. Mehr als 38.000 Fans verfolgten die Begegnung live. Damit wurde der bisherige Rekord deutlich übertroffen.
Als Papst Franziskus 2015 Manila besuchte, nahmen nach Schätzungen mehr als sechs Millionen Menschen an seiner Abschlussmesse teil. Damit gilt sie als die größte Papstmesse der Geschichte. Selbst frühere Weltjugendtage wurden damit übertroffen.
Obwohl die Philippinen als christlichstes Land Asiens gelten, ist der Islam dort älter als die Ankunft des Christentums. Muslimische Händler brachten ihren Glauben bereits im 14. Jahrhundert in den Süden des Archipels. Bis heute prägt der Islam vor allem Mindanao und den Sulu-Archipel.
Die Philippinen besitzen nach Brasilien und Mexiko die drittgrößte katholische Bevölkerung der Welt. Rund vier von fünf Filipinos gehören der katholischen Kirche an. Damit ist das Land eine religiöse Ausnahme in Asien.
Filipinos stellen in den USA die drittgrößte asiatische Bevölkerungsgruppe – nach Menschen chinesischer und indischer Herkunft. Viele arbeiten dort im Gesundheitswesen, in der Technik oder beim Militär. Die enge Verbindung zwischen beiden Ländern besteht bis heute.
2010 sorgte selbst die philippinische Flagge für diplomatische Schlagzeilen. Bei einem offiziellen Besuch hissten die USA sie versehentlich mit dem roten Streifen nach oben – auf den Philippinen bedeutet das offiziell Kriegszustand. Die US-Regierung entschuldigte sich anschließend für den Fehler.
Das Wort 'Jeepney' setzt sich aus 'Jeep' und 'Jitney' zusammen – einem amerikanischen Begriff für ein Sammeltaxi. Aus ehemaligen Militärjeeps entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eines der bekanntesten Verkehrsmittel der Philippinen. Heute sind die bunt bemalten Jeepneys ein nationales Symbol.
Die spektakulären Kalksteinfelsen und Lagunen von El Nido inspirierten Autor Alex Garland zu seinem Roman 'The Beach'. Bevor das Buch mit Leonardo DiCaprio verfilmt wurde, lebte Garland selbst eine Zeit lang auf Palawan. Seine Eindrücke flossen direkt in die Geschichte ein.
Der Koboldmaki gehört nicht nur zu den kleinsten Primaten der Welt – er ist sogar auf dem philippinischen 200-Peso-Schein abgebildet. Damit zählt er zu den wenigen Wildtieren weltweit, die eine nationale Banknote zieren. Gleichzeitig macht dies auf seinen Schutz aufmerksam.
Beim Pahiyas-Festival schmücken Bewohner ihre Häuser mit kunstvoll gefärbten Reiswaffeln, Obst und Gemüse. Die Dekorationen sind oft so aufwendig, dass ganze Straßenzüge zu kleinen Freiluftgalerien werden. Gefeiert wird als Dank für eine erfolgreiche Ernte.
Während des Moriones-Festivals verwandelt sich die Insel Marinduque in eine riesige Freilichtbühne. Hunderte Teilnehmer ziehen als römische Soldaten mit kunstvoll geschnitzten Masken durch die Straßen. Die Tradition reicht mehrere Jahrhunderte zurück.
Das MassKara-Festival entstand 1980 während einer schweren Wirtschaftskrise. Statt den Mut zu verlieren, beschlossen die Menschen in Bacolod, ein fröhliches Fest mit lächelnden Masken zu veranstalten. Bis heute stehen diese Masken für Optimismus und Durchhaltewillen.
Das Kadayawan-Festival in Davao feiert die reiche Natur und Kultur Mindanaos. Blumen, Früchte und traditionelle Tänze der indigenen Völker stehen dabei im Mittelpunkt. Es gehört zu den farbenprächtigsten Festen des Landes.
Das Kaamulan-Festival gilt als einziges großes Ethnofestival der Philippinen. Sieben indigene Volksgruppen präsentieren dort ihre Tänze, Musik und jahrhundertealten Bräuche. Besucher erhalten dadurch einen seltenen Einblick in die kulturelle Vielfalt Mindanaos.
Die Peñafrancia-Prozession in Naga endet mit einer eindrucksvollen Flussprozession. Millionen Pilger begleiten jedes Jahr die Marienfigur auf ihrer Fahrt über den Fluss. Sie zählt zu den größten religiösen Veranstaltungen Südostasiens.
Beim Obando-Festival tanzen viele kinderlose Paare durch die Straßen, weil sie sich davon den Wunsch nach einem Kind erhoffen. Die Tradition verbindet katholischen Glauben mit deutlich älteren einheimischen Bräuchen. Sie wird bis heute gepflegt.
In San Fernando auf Luzon lassen sich während der Karwoche einige Gläubige freiwillig ans Kreuz schlagen. Die katholische Kirche lehnt diese Form der Buße zwar ab, dennoch zieht das Ritual jedes Jahr Tausende Schaulustige und Pilger an.
Die Flores de Mayo gehören zu den beliebtesten Marientraditionen der Philippinen. Den Höhepunkt bildet die farbenfrohe Santacruzan-Prozession, bei der festlich gekleidete Teilnehmer biblische und historische Figuren darstellen. Viele Orte feiern dieses Fest den gesamten Mai über.
Harana war die klassische philippinische Form der Liebesserenade. Männer sangen abends unter dem Fenster ihrer Angebeteten und hofften so auf ihre Aufmerksamkeit. Heute ist diese romantische Tradition nur noch selten im Alltag zu erleben.
Balagtasan ist ein poetischer Wettstreit, bei dem zwei Teilnehmer ihre Argumente in gereimter Form vortragen. Die Kunstform entstand 1924 zu Ehren des Dichters Francisco Balagtas und erinnert ein wenig an moderne Poetry Slams – allerdings mit festen Reimen und traditionellen Sprachregeln.
Der Pasyon erzählt in gesungener Form die Leidensgeschichte Jesu Christi. Während der Karwoche lesen oder singen Familien den oft mehrere Hundert Seiten langen Text gemeinsam – eine Tradition, die in vielen Orten seit Generationen gepflegt wird.
Auf dem Land vertrauen viele Filipinos bis heute auf Albularyos und Hilot-Heiler. Während Albularyos Kräuter und traditionelle Heilmethoden einsetzen, sind Hilot für ihre besonderen Massagetechniken bekannt. Häufig werden traditionelle und moderne Medizin miteinander kombiniert.
Anting-Anting sind traditionelle Amulette, denen übernatürliche Kräfte zugeschrieben werden. Je nach Volksglauben sollen sie Glück bringen, vor Krankheiten schützen oder sogar Kugeln abwehren. Besonders während der Kolonialzeit trugen viele Revolutionäre solche Schutzamulette.
Vor der spanischen Kolonialzeit spielten die Babaylan eine wichtige Rolle in den Dorfgemeinschaften. Meist waren es Frauen, die als Heilerinnen, spirituelle Führerinnen und Beraterinnen wirkten. Mit der Christianisierung verschwand diese Tradition vielerorts, lebt in einigen Regionen jedoch bis heute fort.
Apo Whang-Od gilt als älteste traditionelle Tätowiererin der Welt. Noch im Alter von über 100 Jahren tätowierte sie Besucher mit der jahrhundertealten Handklopftechnik ihres Volkes. Ihre Arbeiten machten die traditionelle Mambabatok-Kunst weltweit bekannt.
Mit dem Titel 'Manlilikha ng Bayan' ehrt der philippinische Staat außergewöhnliche Meister traditioneller Handwerks- und Kunstformen. Die Auszeichnung gilt als kulturelles Gegenstück zum 'National Artist'. Ziel ist es, altes Wissen lebendig zu erhalten.
Die Badjao werden oft als 'Seenomaden' bezeichnet. Viele Familien lebten früher fast ausschließlich auf Booten und verbrachten ihr gesamtes Leben auf dem Meer. Erst in den vergangenen Jahrzehnten siedelten sich immer mehr dauerhaft an Land an.
Die Aeta gehören zu den ältesten indigenen Bevölkerungsgruppen der Philippinen. Archäologische und genetische Forschungen gehen davon aus, dass ihre Vorfahren bereits vor Zehntausenden Jahren auf den Inseln lebten. Damit zählen sie zu den frühesten Bewohnern des Archipels.
Die Hanunoo-Mangyan auf Mindoro besitzen bis heute eine eigene traditionelle Schrift. Anders als viele historische Schriftsysteme wird sie noch immer unterrichtet und im Alltag verwendet. Weltweit gibt es nur wenige indigene Schriften, die so lebendig geblieben sind.
Die Weberin Lang Dulay fertigte die berühmten T'nalak-Stoffe der T'boli nach Mustern an, die ihr – der Überlieferung nach – im Traum erschienen. Deshalb gilt jeder Stoff als einzigartig und kann nicht einfach kopiert werden. Für ihre Arbeit wurde sie als lebendes Kulturgut ausgezeichnet.
Piña-Stoff wird aus den feinen Fasern der Ananaspflanze hergestellt. Die Herstellung erfolgt vollständig in Handarbeit und ist so aufwendig, dass hochwertige Stoffe mehrere Hundert Euro kosten können. Aus Piña werden unter anderem Barong Tagalog und festliche Kleider gefertigt.
Die bunten Vinta-Boote mit ihren farbenfrohen Segeln sind ein Wahrzeichen des südlichen Archipels. Ursprünglich dienten sie den Seefahrern der Moro-Völker als Fischer- und Handelsboote. Heute gehören sie zu den bekanntesten Symbolen Mindanaos.
Das Torogan ist das traditionelle Fürstenhaus der Maranao. Die kunstvoll geschnitzten Holzbauten kommen ohne Nägel aus und sind so konstruiert, dass sie Erdbeben besser standhalten. Nur wenige originale Torogan-Häuser sind bis heute erhalten.
Pangalay gehört zu den ältesten klassischen Tänzen der Philippinen. Charakteristisch sind die fließenden Armbewegungen und die weit nach hinten gebogenen Finger, die den Tanz besonders elegant wirken lassen. Sein Stil erinnert an höfische Tänze in Teilen Indonesiens und Malaysias.
Beim Pamamanhikan besucht die Familie des Bräutigams offiziell die Familie der Braut, um um ihre Hand anzuhalten. Dabei werden nicht nur die Hochzeit, sondern oft auch das gemeinsame Leben besprochen. Die Familie spielt bei dieser Tradition eine zentrale Rolle.
Nach einem Todesfall findet traditionell das 'Pasiyam' statt. Angehörige und Freunde kommen neun Tage lang zum gemeinsamen Gebet zusammen, bevor die Trauerzeit nach 40 Tagen ihren Abschluss findet. Diese Bräuche werden in vielen Familien bis heute gepflegt.
Wer ein philippinisches Haus betritt, ruft häufig zuerst 'Tao po!'. Damit kündigt man höflich seine Anwesenheit an und bittet gleichzeitig um Erlaubnis einzutreten. Der Ausruf gehört bis heute zu den bekanntesten Höflichkeitsformen des Landes.
Der Carabao ist das Nationaltier der Philippinen und gilt als Symbol für Fleiß und Ausdauer. Jahrzehntelang war der Wasserbüffel die wichtigste Arbeitskraft auf den Reisfeldern. Zusammen mit der Mango als Nationalfrucht und der Bahay Kubo als Nationalhaus gehört er zu den bekanntesten Nationalsymbolen.
Die Bahay Kubo ist ein traditionelles Stelzenhaus aus Bambus und Nipa-Palmen. Durch den erhöhten Boden bleibt das Haus bei Überschwemmungen besser geschützt und gleichzeitig kann Luft unter dem Gebäude zirkulieren – eine einfache, aber wirkungsvolle Anpassung an das tropische Klima.
Die Sarswela ist das philippinische Musiktheater und entstand während der spanischen Kolonialzeit. Gesang, Tanz und humorvolle Dialoge erzählen meist Geschichten über Liebe, Familie und das Alltagsleben. Für die Philippinen hat die Sarswela eine ähnliche kulturelle Bedeutung wie die Operette im deutschsprachigen Raum.
Die Komedya – auch Moro-Moro genannt – gehört zu den ältesten Theaterformen des Landes. Sie erzählt von den Kämpfen zwischen Christen und Mauren und war über Jahrhunderte fester Bestandteil vieler Dorffeste. Heute wird sie vor allem aus kulturellen Gründen aufgeführt.
Die Insel Negros wird oft als 'Zuckerdose der Philippinen' bezeichnet. Seit der Kolonialzeit prägen riesige Zuckerrohrplantagen die Wirtschaft der Insel. Der Zuckerreichtum brachte einigen Familien großen Wohlstand, führte aber auch zu starken sozialen Gegensätzen.