Wusstest Du schon? Kurze faktenbasierte Informationen über die Philippinen
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Auf den Philippinen werden – je nach Zählweise – zwischen 170 und 186 Sprachen gesprochen. Damit gehört das Land zu den sprachlich vielfältigsten Staaten der Erde. Viele dieser Sprachen werden nur in einzelnen Regionen oder sogar nur auf einer Insel gesprochen.
Filipino und Englisch sind die beiden Amtssprachen der Philippinen. Englisch wird bereits in der Schule intensiv unterrichtet und ist in Verwaltung, Wirtschaft und Hochschulen allgegenwärtig. Deshalb können sich viele Besucher problemlos auf Englisch verständigen.
Obwohl Tagalog die Grundlage der Nationalsprache Filipino bildet, hat Cebuano sogar mehr Muttersprachler. Vor allem auf den Visayas und großen Teilen Mindanaos wird diese Sprache im Alltag verwendet. Viele Filipinos wachsen deshalb mehrsprachig auf.
Die Philippinen gehören zu den größten englischsprachigen Ländern der Welt. Englisch ist Unterrichts-, Gerichts- und Geschäftssprache und wird von Millionen Menschen täglich genutzt. Das ist einer der Gründe für den Erfolg der Callcenter- und Outsourcing-Branche.
Spanisch war bis 1987 Amtssprache der Philippinen. Heute sprechen nur noch wenige Tausend Menschen die Sprache fließend, dennoch finden sich bis heute unzählige spanische Wörter in Filipino und vielen Regionalsprachen wieder.
Chavacano ist eine der wenigen spanischbasierten Kreolsprachen Asiens. Obwohl sie überwiegend auf Spanisch basiert, enthält sie zahlreiche Wörter und grammatikalische Einflüsse aus philippinischen Sprachen. Vor allem in Zamboanga wird sie bis heute gesprochen.
Baybayin ist eine vorkoloniale Schrift der Tagalog und erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Immer mehr Filipinos lassen sich ihren Namen in Baybayin tätowieren oder verwenden die Schrift in Logos und Kunstwerken. Dadurch wird ein fast vergessenes Kulturerbe wieder sichtbar.
José Rizal ließ seinen Roman »Noli Me Tángere« 1887 in Berlin drucken. Weil ihm das Geld ausging, halfen Freunde bei den Druckkosten. Das Buch wurde später auf den Philippinen verboten, machte seinen Autor jedoch unsterblich.
Francisco Balagtas gilt als bedeutendster Dichter der Tagalog-Literatur. Sein Versepos »Florante at Laura« gehört bis heute zur Pflichtlektüre an philippinischen Schulen. Für die Tagalog-Literatur hat das Werk einen ähnlichen Stellenwert wie Goethes Klassiker im deutschen Sprachraum.
Das Ilocano-Epos »Biag ni Lam-ang« erzählt die Geschichte eines Helden, der bereits unmittelbar nach seiner Geburt sprechen konnte. Solche übernatürlichen Figuren sind typisch für viele alte Volksepen. Bis heute wird die Geschichte in Nord-Luzon weitererzählt.
Nick Joaquin zählt zu den bedeutendsten englischsprachigen Schriftstellern der Philippinen. Seine Werke verbinden Geschichte, Religion und gesellschaftliche Themen auf einzigartige Weise. 1976 wurde er dafür als National Artist ausgezeichnet.
F. Sionil José wurde mehrfach als möglicher Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt. Besonders seine mehrbändige Rosales-Saga schildert den gesellschaftlichen Wandel der Philippinen über mehrere Generationen hinweg. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.
Carlos P. Romulo gewann 1942 als erster Filipino einen Pulitzer-Preis. Später schrieb er ein weiteres Stück Geschichte, als er Präsident der UN-Generalversammlung wurde. Bis heute gehört er zu den bekanntesten Diplomaten Asiens.
1949 wurde Carlos P. Romulo als erster Asiate zum Präsidenten der Generalversammlung der Vereinten Nationen gewählt. In einer Zeit, in der viele asiatische Staaten gerade erst unabhängig wurden, war das ein starkes internationales Signal.
Jessica Hagedorns Roman »Dogeaters« erzählt vom Leben während der Marcos-Ära und machte philippinische Literatur auch international bekannt. Das Buch wurde für den National Book Award nominiert und gehört heute zu den wichtigsten Werken der philippinisch-amerikanischen Literatur.
Miguel Syjuco gewann 2008 mit seinem Debütroman »Ilustrado« den renommierten Man Asian Literary Prize. Der Roman verbindet Krimi, Satire und Zeitgeschichte und machte den Autor weltweit bekannt.
Lualhati Bautistas Roman »Dekada '70« schildert das Leben einer Familie während des Kriegsrechts unter Ferdinand Marcos. Das Buch gehört bis heute zu den meistgelesenen politischen Romanen der Philippinen und wurde erfolgreich verfilmt.
Der Dichter José García Villa entwickelte seinen ganz eigenen Schreibstil mit den berühmten 'Komma-Gedichten'. Durch ungewöhnlich gesetzte Satzzeichen wollte er den Rhythmus seiner Gedichte verändern. Seine Werke fanden sogar in der New Yorker Literaturszene große Beachtung.
»Ibong Adarna« erzählt die Geschichte eines magischen Vogels mit heilenden Kräften. Das Epos gehört seit Generationen zur Schullektüre und ist für viele Filipinos eines der bekanntesten Märchen ihrer Kindheit.
Manila gehörte schon im 16. Jahrhundert zu den wichtigsten Druckzentren Asiens. Bereits kurz nach der Ankunft der Spanier entstanden hier einige der ältesten Druckereien Südostasiens. Bücher konnten dadurch deutlich schneller im gesamten Archipel verbreitet werden.
Auf den Philippinen werden bis zu 186 Sprachen gesprochen. Vier davon gelten inzwischen als ausgestorben, weil es keine Muttersprachler mehr gibt. Gleichzeitig besitzen 19 Regionalsprachen einen offiziellen Status in ihren jeweiligen Regionen.
Seit 2018 ist die Filipino Sign Language offiziell die nationale Gebärdensprache der Philippinen. Damit wurde erstmals gesetzlich festgelegt, dass gehörlose Menschen das Recht auf Unterricht und Behördenkommunikation in ihrer eigenen Sprache haben.
Die 'Doctrina Christiana' von 1593 ist das erste gedruckte Buch der Philippinen. Besonders bemerkenswert ist, dass es neben Spanisch auch in Baybayin, der alten Schrift der Tagalog, veröffentlicht wurde. Das Buch gehört zu den bedeutendsten Kulturschätzen des Landes.
José Rizal schrieb sein berühmtes Abschiedsgedicht 'Mi último adiós' kurz vor seiner Hinrichtung. Das Manuskript versteckte er in einer kleinen Öllampe, damit es unbemerkt aus dem Gefängnis geschmuggelt werden konnte. Heute zählt das Gedicht zu den bekanntesten literarischen Werken der Philippinen.
Die Romane José Rizals waren während der spanischen Kolonialzeit verboten. Wer sie besaß oder verbreitete, musste mit einer Verhaftung rechnen. Gerade dieses Verbot machte die Bücher jedoch noch bekannter.
Mit 'America Is in the Heart' schrieb Carlos Bulosan einen der bedeutendsten Romane philippinisch-amerikanischer Literatur. Darin schildert er die Erfahrungen philippinischer Einwanderer in den USA. Das Werk gilt bis heute als Klassiker der Migrationsliteratur.
'Without Seeing the Dawn' von Stevan Javellana war einer der ersten bedeutenden englischsprachigen Nachkriegsromane der Philippinen. Das Buch erzählt eindrucksvoll vom Leben während der japanischen Besatzung. Es wird bis heute an vielen Universitäten gelesen.
Der Silliman University Writers Workshop findet seit 1962 statt und gilt als ältestes Autorenprogramm Asiens. Zahlreiche spätere Bestsellerautoren und National Artists nahmen daran teil. Für viele Schriftsteller war er der Beginn ihrer Karriere.
Mit Alejandro Roces, Bienvenido Lumbera und Virgilio Almario stellten die Philippinen gleich mehrere National Artists für Literatur. Ihre Werke prägten über Jahrzehnte die Literatur des Landes und gehören heute zum festen Bestandteil vieler Lehrpläne.
Mars Ravelo schuf 1950 mit Darna die erste philippinische Superheldin. Lange bevor starke Heldinnen in Hollywood zum Trend wurden, kämpfte Darna bereits gegen Monster und Verbrecher. Bis heute gehört sie zu den bekanntesten Comicfiguren des Landes.
Der philippinische Zeichner Tony DeZuniga entwickelte die Comicfigur Jonah Hex für DC Comics mit. Er gehörte außerdem zu den ersten philippinischen Künstlern, die sich in der amerikanischen Comicbranche einen Namen machten. Dadurch ebnete er vielen Landsleuten den Weg nach Hollywood.
Whilce Portacio, auf den Philippinen geboren, arbeitete später an weltbekannten Comicreihen wie den X-Men und war Mitbegründer von Image Comics. Seine Arbeiten beeinflussten die moderne Comicwelt nachhaltig. Heute zählt er zu den erfolgreichsten Comiczeichnern asiatischer Herkunft.
Mit 'Trese' erschien 2021 erstmals eine philippinische Comicserie als Netflix-Original-Anime. Die Geschichten verbinden moderne Kriminalfälle mit Figuren der philippinischen Mythologie. Dadurch wurde auch die traditionelle Sagenwelt des Landes einem internationalen Publikum bekannt.
Das ursprüngliche Abakada-Alphabet bestand aus nur 20 Buchstaben. Das heutige Filipino-Alphabet umfasst 28 Buchstaben, um auch Fremdwörter und Laute anderer philippinischer Sprachen besser darstellen zu können. Die Entwicklung spiegelt die sprachliche Vielfalt des Landes wider.
Die erste Oper in Tagalog wurde bereits 1902 in Manila uraufgeführt. 'Sandugong Panaginip' bewies, dass sich europäische Operntraditionen und philippinische Sprache erfolgreich verbinden ließen. Damit begann ein neues Kapitel der Musikgeschichte des Landes.