Philippinische Regulierungsbehörde plant freien Strommarkt für alle Haushalte bis 2031
EditDie philippinische Energieregulierungsbehörde Energy Regulatory Commission (ERC) arbeitet an einem Fünfjahresplan, der es bis zum Jahr 2031 allen Stromverbrauchern ermöglichen soll, ihren Anbieter frei zu wählen. Ziel ist es, die bisherigen Hürden für den Wettbewerb im Einzelhandelsmarkt schrittweise abzubauen, sodass letztlich jeder Endverbraucher, von großen Fabriken bis hin zu kleinsten Privathaushalten, die Möglichkeit erhält, zwischen verschiedenen Stromlieferanten zu entscheiden. Die ERC stützt sich dabei auf den Electric Power Industry Reform Act von 2001, der die Behörde dazu verpflichtet, die Mindestnachfrage für die Teilnahme am wettbewerblichen Einzelhandelsmarkt zu senken.
Der Weg zu diesem Ziel erfolgt über die schrittweise Senkung der Verbrauchsschwelle für das Programm des wettbewerblichen Einzelhandelszugangs (Retail Competition and Open Access, RCOA). Aktuell liegt diese Grenze bei einem Verbrauch von 100 Kilowatt (kW), nachdem sie erst kürzlich von 500 kW gesenkt wurde. Diese Maßnahme öffnete den Markt bereits für etwa 12.000 mittelgroße gewerbliche und industrielle Nutzer. Laut ERC-Vorsitzendem Francis Saturnino C. Juan soll die Schwelle im Jahr 2027 auf 50 kW gesenkt werden, als Teil eines kontinuierlichen Vorstoßes bis hin zur Ebene der Privathaushalte. Um der Branche Zeit zur Anpassung zu geben, soll dieser Wert bis 2028 beibehalten werden.
Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Ausbau der intelligenten Messinfrastruktur (Advanced Metering Infrastructure). Ab 2028 soll eine zentrale Datenplattform für Messdaten eingeführt werden, die von der IEMOP, dem Betreiber des Wholesale Electricity Spot Market, betrieben wird. Diese Plattform soll als neutrale Schnittstelle dienen, um den Überblick über Verbraucher, Anbieter und Messpunkte zu behalten. Die ERC sieht in der Datenverwaltung die größte operative Herausforderung, wenn Millionen kleiner Kunden in den Markt eintreten, da genau bekannt sein muss, welcher Kunde an welchem Anschlusspunkt welchen Strom von welchem Anbieter bezieht.
Ab 2029 sollen Pilotprogramme in Wohnanlagen, Siedlungen und Genossenschaften die Installation von Smart Metern beschleunigen. Dies soll es Bewohnern ermöglichen, ihren Strombedarf zu bündeln und gemeinsam den Anbieter zu wechseln. Sollten die Zwischenschritte erfolgreich verlaufen, ist eine weitere Senkung der Schwelle auf 30 kW geplant, was auch kleinen Betrieben wie Bäckereien den Marktzugang eröffnen würde. Bis 2031 soll die Grenze schließlich vollständig entfallen. Die ERC betont dabei, dass der Erfolg des Vorhabens nicht allein von der Senkung der Schwellenwerte abhängt, sondern maßgeblich von der Zuverlässigkeit der Smart Meter, der zentralen Datenplattform, wettbewerbsfähigen Messdiensten, finanziell soliden Anbietern sowie einem starken Verbraucherschutz für private Haushalte beeinflusst wird. Bis August 2026 hatten bereits 2.692 Kunden und 311 aggregierte Gruppen unter dem RCOA-Rahmen den Anbieter gewechselt.






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