Gesellschaft: Palawan, Sulu

Indigene Molbog protestieren gegen Militärbau auf Balabac-Insel

Ein Anführer des indigenen Volkes der Molbog hat massive Bedenken hinsichtlich der Zerstörung ihres angestammten Landes und der Beeinträchtigung ihres täglichen Lebens geäußert. Grund dafür sind der Bau von Militäreinrichtungen auf der Insel Balabac im Süden von Palawan, die im Rahmen des EDCA als einer von vier zusätzlichen Standorten ausgewiesen wurde.

Serious Police Officers Ready for Action at NightDepictionImages
Symbolbild: Envato

Emmanuel San Esteban, Präsident der indigenen Gruppe Bangsa Molbog, berichtete während eines Briefings in Quezon City am Montag, den 26. Oktober, von tiefgreifenden Veränderungen auf der Insel. Er gab an, dass die Gräber ihrer Vorfahren mit Erde aufgeschüttet wurden und ein Berg, der zuvor für rituelle Zeremonien genutzt wurde, durch Rodungen verschwunden sei. Zu den Bauarbeiten auf der Insel gehört unter anderem eine drei Kilometer lange Landebahn.

Neben der physischen Zerstörung der Landschaft berichtete San Esteban von Einschüchterungen und körperlicher Gewalt durch unbekannte Männer. Er erinnerte zudem an die Balikatan-Übungen im Mai dieses Jahres, bei denen Soldaten aus den USA, Australien und den Philippinen Live-Feuerübungen durchführten. Die lokale Bevölkerung, insbesondere die Jugendlichen, sei von den Schüssen auf dem EDCA-Gelände völlig unvorbereitet gewesen und in Panik geraten.

Auch die Existenzgrundlage der Gemeinschaft sei bedroht. Anjilon Flores, ebenfalls ein Mitglied der Molbog, äußerte Sorgen über das staatliche Aufforstungsprogramm 'National Greening Program' (NGP). Laut Flores schränke dieses Programm die landwirtschaftliche Nutzung ein und erschwere den Zugang zu Nahrungsmitteln, da ehemals genutzte Ackerflächen nun unter Aufforstungsmaßnahmen fallen.

Die Molbog kämpfen zudem um die offizielle Anerkennung ihres angestammten Gebiets. Sie beantragen derzeit ein Zertifikat für ein Gebiet von 26.000 Hektar im Dorf Catagupan auf Balabac. Während die gesamte Insel eine Bevölkerung von etwa 42.662 Menschen aufweist, leben in Catagupan, dem Standort der Landebahn, etwas mehr als 2.000 Personen.

Die Menschenrechtsgruppe Karapatan kritisierte zudem mutmaßliche Schikanen durch Militär und Polizei gegenüber Journalisten und Forschern auf der Insel. Dies habe die Angst in der Molbog-Gemeinschaft weiter verstärkt. Das Western Command der philippinischen Streitkräfte (Armed Forces of the Philippines) wurde für eine Stellungnahme kontaktiert, hat jedoch bislang nicht reagiert.