Fäkalverunreinigung in Trinkwasserquellen von Yucatán entdeckt
EditIn dem mexikanischen Bundesstaat Yucatán sind Trinkwasserquellen in Brunnen und natürlichen Sinklöchern, den sogenannten Cenotes, mit fäkalen Bakterien belastet. Die Verunreinigungen wurden vermutlich durch nahegelegene Schweinefarmen sowie kommunale Abwässer verursacht.
Die Probenahmen an 17 Standorten in der Nähe der Landeshauptstadt Mérida ergaben eine weit verbreitete Belastung: In 16 der 17 Proben erreichten die Gesamtkoliform-Bakterien die Obergrenze der Messbarkeit, bei 13 Proben betraf dies die fäkalen Koliformen. Ein unabhängiges Labor hatte im August diese Untersuchungen durchgeführt, die von Greenpeace beauftragt worden waren.
Da es in der Halbinsel Yucatán keine oberirdischen Flüsse gibt, ist das Grundwasser die einzige Süßerquelle der Region. Das poröse Kalkgestein ermöglicht es Schadstoffen zudem, schnell in den Aquifer einzusickern. Etwa 30 Prozent der lokalen Bevölkerung beziehen ihr Trinkwasser direkt aus Brunnen und Sinklöchern, wie Greenpeace betont.
Greenpeace fordert ein sofortiges Moratorium für neue industrielle Viehbetriebe und die Erweiterung bestehender Farmen im Bundesstaat. Die Organisation verwies auf eine Umfrage aus dem Jahr 2020, nach der nur 22 von 257 Schweinefarmen in Yucatán über eine Umweltverträglichkeitsprüfung verfügten. Zudem befanden sich 43 Betriebe in geschützten Naturgebieten.
Ein UN-Bericht aus dem Juli ergänzt, dass es in Yucatán über 500 industrielle Schweinefarmen mit mehr als 50.000 Tieren gibt, von denen viele in der Nähe von indigenen Gebieten liegen. Marcos Orellana, der ehemalige UN-Sonderberichterstatter und Autor des Berichts, erklärte, dass Abfälle und Chemikalien aus diesen Betrieben sehr schnell in das Wasser gelangen, das für das Kochen, Trinken und Baden genutzt wird.
Während Greenpeace die Verantwortung der Schweinefarmen betont, verteidigte Antonio Zumarraga, Vizepräsident des Citizen Scientific Water Observatory in Yucatán, die lokale Fleischindustrie. Er gab an, der Sektor investiere in Wasseraufbereitung und unterstütze Naturschutzprogramme. Stattdessen machte er die lokalen Behörden für das Ausbleiben von Maßlnahmen verantwortlich, da das Thema für die Regierung offenbar nicht genügend politisches Gewicht besitze.





Keine Werbeblöcke mehr mit Supporter-Abo!