Politik: Metro Manila

Diplomatischer Schlagabtausch: China und Philippinen eskalieren verbal

Der territoriale Disput zwischen den Philippinen und China hat sich in einen heftigen verbalen Schlagabtausch verwandelt, der durch gegenseitige Beleidigungen zwischen der chinesischen Botschaft in Manila und PCG gekennzeichnet ist.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
Quelle: Google

Auslöser der Eskalation war eine Äußerung des chinesischen Botschafters Jing Quan, der behauptete, China könne im Falle einer militärischen Auseinandersetzung im Westphilippinischen Meer leicht gewinnen. Diese Aussage wurde von philippinischen Behörden als Drohung gewertet. Das Außenministerium bezeichnete die Worte als verdeckte Drohung, während Präsident Ferdinand Marcos Jr. ebenfalls darauf hinwies, dass die Äußerungen des Botschafters wie eine Bedrohung klingen würden.

Daraufhin stellte der Sprecher der philippinischen Küstenwache, Konteradmiral Jay Tarriela, die Frage in den Raum, ob sich das chinesische Außenministerium (MOFA) bewusst von den Aussagen des Botschafters distanziere. Er kritisierte, dass die Sprecherin des MOFA, Mao Ning, in einer Pressekonferenz zwar die Absicht betonte, die Beziehungen zu den Philippinen zu verbessern, sich jedoch nicht explizit zu Jing Quans militärischen Aussagen äußerte. Tarriela bezeichnete den Botschafter daraufhin als unberechenbar (loose cannon).

In einer Reaktion auf diese Kritik bezeichnete die chinesische Botschaft Tarriela am Samstag über soziale Medien als ignorant. In einem Post hieß es, dass Ignorante furchtlos seien. Die Botschaft nutzte zudem einen Auszug aus der Pressekonferenz von Mao Ning vom 16. Oktober, um die Position Pekings zu unterstreichen. Die Spannungen haben mittlerweile dazu geführt, dass philippinische Abgeordnete fordern, den Botschafter Jing Quan zum Persona non grata zu erklären.