Gesellschaft: Landesweit

Abgeordneter Pulong Duterte reicht Verleumdungsklage gegen NBI-Chef und Medienvertreter ein

Am Freitag, den 23. Oktober 2026, wurden beim Justizgebäude in Davao City Klagen wegen Verleumdung und Cyberverleumdung eingereicht. Betroffen sind der Direktor des National Bureau of Investigation (NBI), Melvin Matibag, der entlassene Polizeibeamte Rodulfo Gracioso Jr. sowie Führungskräfte und Journalisten des Senders GMA Network.

PNP ASG Philippine National Police Aviation Security Group logo
Quelle: Google

Die Klagen sind eine Reaktion auf Berichte, wonach die Familie Duterte Schmiergelder erhalten haben soll. Diese Vorwürfe basieren auf Aussagen von Gracioso, der als ehemaliger Sicherheitschef des ehemaligen Sprechers des Repräsentantenhauses, Lord Allan Velasco, tätig war. Gracioso behauptet, auf Anweisung Velascos Koffer voller Bargeld an Familienmitglieder der Dutertes übergeben zu haben. Laut seinen Angaben sollen die Zahlungen zwischen 2018 und 2022 insgesamt über zwei Milliarden Pesos umfasst haben, wobei jeder Koffer etwa 20 bis 50 Millionen Pesos enthalten haben soll. Die Lieferungen fanden laut Gracioso an verschiedenen Orten statt, darunter in Manila und am Wohnsitz der Vizepräsidentin in Davao City; zudem behauptete er, einen Koffer direkt an den Abgeordneten Duterte in einer Bar in Davao übergeben zu haben.

Abgeordneter Paolo "Pulong" Duterte wies die Anschuldigungen als böswillig und haltlos zurück. Er erklärte, die Klagen dienten dem Schutz des Rufs seiner Familie, insbesondere seiner Mutter und seiner Kinder. Das NBI führt derzeit Untersuchungen zu mutmaßlich falsch deklarierten Vermögenswerten der Familie durch, wobei auch 47 Hochwasserschutzprojekte in Dutertes Wahlbezirk im Fokus stehen. Matibag betonte, dass die Familie das Recht auf rechtliche Schritte habe, das Büro jedoch lediglich seinen Auftrag erfülle. Er kündigte an, den rechtlichen Beistand des NBI für die Reaktion auf die Klage in Anspruch zu nehmen. Das NBI wies zudem darauf hin, dass Gracioso zwei Lügendetektortests unterzogen wurde, deren Ergebnisse keine Anzeichen von Täuschung zeigten.

Die Klage gegen GMA Network umfasst unter anderem den Vorsitzenden Felipe Gozon, den CEO Gilberto Duavit Jr. sowie die Nachrichtensprecher Mel Tiangco, Vicky Morales und Emil Sumangil sowie die Journalisten Darlene Cay, Marvin Parado und Joel San Luis. Der Sender erklärte, die Beschwerde noch nicht erhalten zu haben, werde aber nach Erhalt eine Stellungnahme abgeben. Kritik an den Klagen kam von der Abgeordneten Leila de Lima, die sie als Versuch ansieht, Journalisten einzuschüchtern und die Pressefreiheit einzuschränken. Sie bezeichnete das Verhalten als allergisch gegenüber Berichterstattung und Faktenrecherche. De Lima verwies zudem auf eine historische Tendenz der Familie Duterte, Medien durch Schließungen, wie etwa bei ABS-CBN im Jahr 2020, die Entziehung der Lizenz von Rappler oder Angriffe auf den Philippine Daily Inquirer unter der Präsidentschaft von Rodrigo Duterte unter Druck zu setzen.