Politik: Metro Manila

Verteidigungspressekorps weist Kritik der chinesischen Botschaft zurück

Ein Konflikt zwischen der chinesischen Botschaft in Manila und philippinischen Journalisten hat sich an Berichten über Aussagen von Botschafter Jing Quan entzündet, wonach China die Philippinen im Falle eines Einsatzes von Gewalt mühelos besiegen könnte, jedoch den Frieden bevorzuge.

Flag of Philippines Waving Proudly on White
Symbolbild: Envato

Die chinesische Botschaft hatte am 17. Oktober behauptet, dass einige philippinische Politiker und Journalisten Fakten aus dem Kontext reißen und übertreiben würden. Das Defense Press Corps der Philippinen (DPC) wies diese Anschuldigungen zurück und betonte, dass die Medien lediglich die Äußerungen des chinesischen Botschafters über das Westliche Philippinische Meer (WPS) und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern berichtet hätten. Das DPC hielt dagegen, dass die Aussagen von Jing wortgetreu wiedergegeben wurden und die Journalisten nicht für die politischen Folgen verantwortlich seien, die solche Äußerungen auslösen.

Die seit 1967 bestehende Pressegruppe wies zudem den Vorwurf zurück, philippinische Journalisten würden die Position Chinas absichtlich verzerren. Sie verwies darauf, dass philippinische Reporter regelmäßig über das Westliche Philippinische Meer fliegen und segeln, wobei sie selbst chinesische Aggressionen auf See erlebt hätten. Um eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten, suchten die Journalisten stets nach Stellungnahmen chinesischer Beamten zu Vorfällen wie Wasserwerfer-Angriffen, Kollisionen oder den Erklärungen philippinischer Behörden.

In einer rhetorischen Wendung nutzte das DPC eine Warnung, die chinesisches Personal gegenüber philippinischen Flugzeugen und Schiffen in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Philippinen häufig verwendet: Man trage selbst die Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns. Die Gruppe erinnerte Peking zudem an Artikel 2 der Charta der Vereinten Nationen, der Staaten dazu verpflichtet, die Androhung oder Anwendung von Gewalt zu unterlassen und internationale Streitigkeiten friedlich beizulegen. Das Korps merkte kritisch an, dass es für ein Land ohne Pressefreiheit schwierig sein dürfe, die Dynamik journalistischer Unabhängigkeit und redaktioneller Urteilskraft in einer Demokratie zu verstehen. Echter Frieden erfordere gegenseitiges Verständnis und könne nicht erreicht werden, wenn China weiterhin "auf die Boten schießt".