Leila de Lima kritisiert Klagen von Pulong Duterte gegen Medienvertreter
EditAm 23. Oktober 2026 reichte Paolo "Pulong" Duterte, Abgeordneter für den ersten Distrikt von Davao City, Strafanzeigen wegen Verleumdung und Cyber-Verleumdung gegen Führungskräfte und Journalisten des Senders GMA Network ein. Der Anlass für diese rechtlichen Schritte war ein Bericht der Nachrichtensendung "24 Oras" vom 25. September, in dem der entlassene Polizeikorporal Rodulfo Gracioso behauptete, auf Anweisung des ehemaligen Sprechers des Repräsentantenhauses, Lord Allan Velasco, Koffer mit Bargeld übergeben zu haben.
Gracioso, der zwischen 2018 und 2022 das Sicherheitspersonal von Velasco leitete, schätzte das Volumen der angeblichen Geldlieferungen im Zeitraum von 2018 bis 2022 auf über zwei Milliarden Pesos. Dabei sollen die Koffer jeweils Beträge zwischen 20 und 50 Millionen Pesos enthalten haben. Gracioso gab zudem an, einen solchen Koffer an Repräsentant Duterte in einer Bar in Davao übergeben zu haben. Die Liste der Beschuldigten in den Anzeigen umfasst unter anderem den Vorsitzenden von GMA Network, Felipe L. Gozon, den CEO Gilberto R. Duavit, die Nachrichtensprecher Mel Tiangco und Vicki Morales sowie die Journalisten Emil Sumangil und Darlene Cay.
Die Abgeordnete Leila de Lima kritisierte Dutertes Entscheidung scharf und warf ihm vor, die Klagen gezielt einzusetzen, um Journalisten und die Suche nach der Wahrheit zum Schweigen zu bringen und die Pressefreiheit einzuschränken. Sie bezeichnete die rechtlichen Schritte als einschüchternde Botschaft an die Medienlandschaft. De Lima zog Parallelen zur Ära von Rodrigo Duterte und verwies auf den Entzug der Lizenz von Rappler sowie die Schließung von ABS-CBN als Beispiele für Angriffe auf die Medien.
Pulong Duterte wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass er lediglich sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehme. Er argumentierte, dass die Einreichung einer Klage über den Rechtsweg keinen Angriff auf die Meinungsfreiheit darstelle, sondern ein jedem Bürger garantiertes Recht sei. Laut Duterte müsse Pressefreiheit mit der Verantwortung für Genauigkeit einhergehen. Er forderte, dass Behauptungen durch Beweise untermauert werden müssten, anstatt vorschnelle Urteile zu fällen. Zudem wurden der Direktor des National Bureau of Investigation (NBI), Melvin Matibag, sowie der Produzent Marvin Parado und der Redakteur Joel San Luis als Beschuldigte benannt.






Keine Werbeblöcke mehr mit Supporter-Abo!