Philippinische Schweinezüchter fordern Schutz vor Importen
EditEin dreitägiger Protest der lokalen Schweinehaltung, der als „Pork Holiday“ bekannt wurde, hat die tiefen strukturellen Konflikte in der philippinischen Landwirtschaft verdeutlicht. Während der Aktion stellten lokale Züchter die Lieferung lebender Schweine sowie Schlachtungsprozesse ein, um gegen den wirtschaftlichen Druck durch Importe zu protestieren. Der Protest verdeutlichte dabei den Konflikt zwischen kurzfristiger Preisstabilisierung für Verbraucher und dem langfristigen Überleben der heimischen Schweineindustrie.
Die heimischen Produzenten befinden sich in einer finanziellen Notlage. Während das Landwirtschaftsministerium (DA) einen Mindestpreis von 210 Pesos pro Kilo anstrebte, drückten massive Importe von ausländischem Schweinefleisch die Preise für lebendes Vieh in vielen Provinzen auf Werte zwischen 140 und 170 Pesos. Da gefrorenes importiertes Fleisch deutlich unter dem Preis für lokales Frischfleisch verkauft wird, verlieren die einheimischen Erzeuger schätzungsweise täglich 350 Millionen Pesos. Erschwerend kommen hohe Futterkosten und notwendige Ausgaben für die Biosicherheit hinzu, ASF einzudämmen.
Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. räumte ein, dass die Regeln für das sogenannte MAV seit 1996 nicht grundlegend überarbeitet wurden. Die Branche kritisiert, dass diese veralteten Handelsregeln es Importeuren ermöglichen, den Markt zu überschwemmen und Preisdumping zu betreiben, selbst wenn die lokale Versorgung ausreichend wäre. Ein vom DA angekündigtes 60-tägiges Einfuhrverbot für bestimmte Fleischstücke wie Kasim, Pigue und Liempo wird von Branchenvertretern lediglich als kurzfristige Notlösung betrachtet.
Agrarverbände wie AGAP und SINAG fordern nun von Präsident Ferdinand Marcos Jr., eine Exekutivverordnung zu unterzeichnen, die die Zölle wieder auf 30 Prozent für Importe innerhalb der Quote und 40 Prozent für Importe außerhalb der Quote anhebt. Die Wirtschaftsverantwortlichen zögern hingegen, da sie befürchten, die Lebensmittelpreise vor dem Weihnachtsgeschäft weiter in die Höhe zu treiben.
Um die nationale Ernährungssicherheit langfristig zu gewährleisten, werden verschiedene Maßnahmen gefordert. Dazu gehören die Modernisierung der MAV-Regeln, um Importvolumina dynamisch an lokale Defizite anzupassen, sowie die Beschleunigung von staatlich subventionierten ASF-Impfprogrammen und finanzielle Zuschüsse für Kleinbauern zum Wiederaufbau ihrer Bestände. Zudem werden Subventionen für Futtermittel, der Aufbau direkter Logistikwege vom Bauern zum Markt zur Umgehung von Zwischenhändlern sowie eine strengere Bekämpfung von Fleischschmuggel durch verbesserte Grenzkontrollstationen (CEFA) gefordert. Auch die Durchsetzung strenger Kennzeichnungspflichten für die Kühlkette und die Einführung eines rechtlich durchsetzbaren Mindestpreismechanismus bei Preisverfällen werden als notwendig erachtet.






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