Wirtschaft: Metro Manila

Zinsschritt der philippinischen Zentralbank übertrifft Erwartungen

Die philippinische Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) hat am Donnerstag ihren Leitzins überraschend um 50 Basispunkte auf 5,5 % angehoben, um auf den zunehmenden Preisdruck zu reagieren. Es handelt sich um die vierte Zinserhöhung in Folge.

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Symbolbild: Envato

Der Schritt wich deutlich von den Prognosen der Fachwelt ab, da alle 27 von Reuters befragten Ökonomen lediglich eine Erhöhung um 25 Basispunkte erwartet hatten. Laut einer Mitteilung des Geldinstituts erkennt das Monetary Board die Notwendigkeit einer starken geldpolitischen Reaktion auf die sich ausweitenden Preissteigerungen und die damit verbundenen Aufwärtsrisiken für die Inflation an.

In Bezug auf die künftige Preisentwicklung hob die BSP ihre Prognose für das Jahr 2027 von zuvor 5,4 % auf 6,0 % an. Als Gründe hierfür wurden hohe globale Ölpreise sowie die Risiken durch das El-Niño-Phänomen angeführt. Für das laufende Jahr beließ die Zentralbank die Inflationsprognose bei durchschnittlich 6,1 %. Langfristig wird erwartet, dass die Inflation bis 2028 wieder in den Zielbereich zurückkehrt und sich auf 3,3 % abschwächt.

BSP-Gouverneur Eli Remolona erklärte, dass die Entscheidungsträger Spielraum für weitere Anpassungen hätten, da eine wirtschaftliche Erholung durch fiskalische Maßnahmen unterstützt werde. Er betonte zudem, dass man sich für weitere Zinserhöhungen offen zeige. Kurz nach der Bekanntgabe der Entscheidung verzeichnete der philippinische Peso zunächst Gewinne, verlor diese jedoch später wieder und näherte sich erneut einem Rekordtief an.

Lavanya Venkateswaran, leitende ASEAN-Ökonomin bei der OCBC Bank, geht davon aus, dass die BSP bei ihrer Sitzung am 17. Dezember die Zinsen unverändert lassen könnte. Sollte die Kerninflation in den kommenden Monaten jedoch auf einem hohen Niveau bleiben, bliebe die Möglichkeit für weitere Schritte bestehen.