Zinserhöhung auf den Philippinen: Zentralbank reagiert auf Inflationsrisiken
EditDie philippinische Zentralbank, Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP), hat den Leitzins überraschend um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Mit dieser Entscheidung reagiert das Monetary Board auf zunehmende Inflationsrisiken, die durch anhaltende Preisschocks und das bevorstehende El-Niño-Phänomen verstärkt werden.
Der Zielzins für Repos (Reverse Repurchase Rate, RRP) steigt damit auf 5,5 %. Dies ist die erste Erhöhung in diesem Ausmaß seit Februar 2023 und markiert den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Auch die Zinssätze für Übernacht-Einlagen und -Kredite wurden jeweils um 50 Basispunkte auf 5 % bzw. 6 % angehoben. Die Maßnahme ist Teil einer Straffung der Geldpolitik, die bereits seit April insgesamt 125 Basispunkte umfasst.
Laut einer Mitteilung der BSP war eine entschlossene Reaktion notwendig, um den Preisdruck einzudämmen und die Inflationserwartungen stabil zu halten. Die Inflation erreichte im September mit 7,2 % erneut den Jahreshöchstwert, getrieben durch steigende Preise für Öl, Lebensmittel, Wohnraum und Versorgungsleistungen. Damit liegt die Teuerungsrate bereits den siebten Monat in Folge über dem Zielwert der Zentralbank von 3 %. Auch die Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel und Treibstoff ausklammert, stieg auf ein fast dreijähriges Hoch von 4,7 %.
Die Entscheidung kam für Marktbeobachter unerwartet. Von 22 befragten Analysten hatten 20 lediglich eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte prognostiziert, während nur zwei eine Steigerung um 0,5 Prozentpunkte erwarteten.
Gleichzeitig steht die philippinische Wirtschaft unter Druck. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Zeitraum von April bis Juni im vierten aufeinanderfolgenden Quartal auf einen neuen Tiefstand nach der Pandemie von 2,3 %. Das Wachstum für das erste Halbjahr belief sich somit auf 2,6 %. Die nationale Regierung strebt für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum zwischen 3,5 % und 4,5 % an.






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