Wirtschaft: Landesweit

Wirtschaftswachstum auf den Philippinen erst 2027 erwartet

Der Gouverneur der philippinischen Zentralbank (Bangko Sentral ng Pilipinas, BSP), Eli Remolona Jr., hat die Prognose für eine Erholung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach hinten verschoben. Er geht nun davon aus, dass das Wirtschaftswachstum erst im ersten Quartal 2027 wieder anziehen wird. Grund für diese Einschätzung ist die Erwartung, dass die staatlichen Ausgaben zunehmen, was wiederum das Vertrauen stärken und Investitionen fördern soll.

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Quelle: MART PRODUCTION / Pexels

Diese neue Prognose stellt eine deutliche Korrektur früherer Annahmen dar. Nach einer Zinserhöhung im August hatte Remolona noch mit einer Erholung im vierten Quartal 2026 gerechnet. Zuvor, im Nachgang zu einem Skandal um Hochwasserschutzprojekte, hatte er sogar eine Erholung für das erste Quartal 2026 vorhergesagt. Letzte Anpassungen erfolgte nach schwächeren Wachstumsdaten für das vierte Quartal 2025.

Die wirtschaftliche Lage hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Im ersten Quartal 2026 sank das Wachstum auf 2,8 Prozent, was unter anderem auf Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten und die Auswirkungen des Nahostkonflikts zurückzuführen war. Im zweiten Quartal 2026 fiel die Wachstumsrate sogar auf 2,3 Prozent, der langsamste Wert seit 2009, mit Ausnahme der Pandemie-Rezession. Der Konflikt im Golf führte dabei zu steigenden Treibstoffpreisen und anderen Kosten.

Aktuelle Daten des Haushaltsministeriums (Department of Budget and Management) unterstreichen die schwierige Lage: Die Ausgaben für Infrastruktur und andere Kapitalinvestitionen beliefen sich von Januar bis Juli auf 457 Milliarden Pesos. Das entspricht einem Rückgang von 36 Prozent bzw. 256,5 Milliarden Pesos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Während die Asiatische Entwicklungsbank und der Internationale Währungsfonds bereits für die zweite Jahreshälfte 2026 mit einem Aufschwung durch staatliche Infrastrukturprojekte rechnen, bleibt die Stimmung unter Unternehmen und Verbrauchern laut Umfragen der Zentralbank pessimistisch. Remolona betonte, dass eine sinkende Inflation entscheidend sei, um das Vertrauen wiederherzustellen.

Die Zentralbank behält sich weitere Zinsschritte vor. Remolona deutete an, dass unvorhersehbare Preissteigerungen bei Öl und Transport oder Auswirkungen des El-Niño-Phänomens bei der letzten Zinssitzung im Dezember oder später zu weiteren massiven Zinserhöhungen führen könnten. Emilio Neri Jr., Chefökonom der Bank of the Philippine Islands, merkte an, dass eine stärkere Wirtschaftstätigkeit der BSP mehr Spielraum bei der Bekämpfung der Inflation, die im September ein Dreijahreshoch von 7,2 Prozent erreichte, geben würde.