Wirtschaft: Landesweit

Verteidigungsminister Teodoro warnt vor wirtschaftlicher Abhängigkeit von China

Der philippinische Verteidigungsminister Gilberto „Gibo“ Teodoro Jr. hat philippinische Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Lieferketten zu diversifizieren und alternative Märkte zu erschließen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen im Westphilippinischen Meer warnte Teodoro in einem Radiointerview am Freitag, dass die starke Abhängigkeit des Landes von China die Nation anfällig für wirtschaftlichen Druck machen könnte.

Aerial view of Manila
Symbolbild: Envato

Teodoro merkte an, dass sich die philippinische Wirtschaft, insbesondere beim täglichen Konsum, zu sehr auf China verlassen habe. Er kritisierte, dass China im Gegensatz zu anderen Ländern Waren und sogar Menschen als Druckmittel einsetzen könne. Um dieser Verwundbarkeit entgegenzuwirken, forderte der Minister eine stärkere heimische Produktion sowie engere Handelsbeziehungen zu anderen Lieferanten. Die Aufgabe der Regierung beste darin, alternative Märkte zu finden und die Industrialisierung der Philippinen voranzutreiben, um eine gewisse Eigenversorgung sicherzustellen, während die weltweiten Rohstoffpreise steigen.

Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA) unterstreichen die wirtschaftliche Verflechtung: Im Jahr 2025 beliefen sich die Importe aus China auf 38,44 Milliarden US-Dollar, was 28,6 Prozent der gesamten philippinischen Importe ausmachte. Die Exporte der Philippinen nach China lagen bei 9,31 Milliarden US-Dollar, was zu einem Handelsdefizit von 29,13 Milliarden US-Dollar mit dem wichtigsten Importlieferanten führte. Dieser Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2026 fort, als Importe aus China 23,23 Milliarden US-Dollar erreichten und damit 29,7 Prozent der Gesamtimporte ausmachten, während die Exporte auf 5,21 Milliarden US-Dollar sanken.

Die wirtschaftlichen Bedenken fallen in eine Zeit eskalierender diplomatischer Spannungen. Nachdem der chinesische Botschafter Jing Quan Anfang des Monats erklärte, Peking könne „leicht gewinnen“, falls Gewalt angewendet würde, kritisierte Präsident Ferdinand Marcos Jr. diese Äußerungen. Das Außenministerium hatte den Gesandten daraufhin am 19. Oktober einbestellt. Teodoro bezeichnete die Aussagen des Botschafters als Drohung und warf China vor, die philippinische Bevölkerung gezielt zu provozieren.

Aus der Wirtschaft wird hingegen zu einer friedlichen Lösung aufgerufen. Victor Lim, Präsident der Federation of Filipino-Chinese Chambers of Commerce and Industry Inc. (FFCCCII), betonte am Rande des ASEAN Chinese Business Leaders Summit in Pasay City, dass bessere Beziehungen zwischen den beiden Ländern beiden Volkswirtschaften zugutekommen und Investitionen fördern würden. Unternehmer äußerten sich besorgt über die Auswirkungen der Spannungen auf die Wirtschaft. Lim mahnte zudem, dass territoriale Streitigkeiten durch Diplomatie und gegenseitigen Respekt gelöst werden sollten, statt durch Inhalte, die die öffentliche Stimmung aufheizen.