Studie: Filipinos setzen bei der Nachlassplanung verstärkt auf Bildung und Werte
EditBei der Planung des eigenen Vermächtnisses geht es für viele Menschen auf den Philippinen nicht mehr nur um die reine Weitergabe von Vermögen. Laut einer aktuellen Studie von Sun Life Asia mit dem Titel „Passing the Torch: When Legacy Means More Than Money“ rücken neben finanzieller Sicherheit zunehmend auch Familienwerte und Bildungschancen für kommende Generationen in den Fokus.
Obwohl 92 Prozent der Befragten beabsichtigen, finanzielle Werte zu hinterlassen, steht die Förderung von Bildung an erster Stelle der Prioritäten. Diesen Punkt nannten 56 Prozent der Teilnehmer, während Familienwerte und Traditionen jeweils von 45 Prozent als wichtig erachtet wurden. Von denjenigen, die einen Vermögenstransfer planen, möchten 61 Prozent eine langfristige Wertsteigerung der Anlagen, 55 Prozent die Deckung grundlegender Familienbedürfnisse und 53 Prozent die Finanzierung von Bildung.
Die Studie zeigt zudem einen deutlichen Fortschritt bei der Formalisierung dieser Prozesse. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil derer, die über keinerlei Nachlassplan verfügen, von 25 Prozent im Jahr 2025 auf lediglich 8 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist die Zahl der Personen, die einen vollständig dokumentierten und kommunizierten Plan besitzen, massiv von 6 Prozent auf 36 Prozent angestiegen. Damit liegt die Philippinen mit einer Rate von 36 Prozent deutlich über dem regionalen Durchschnitt in Asien, der bei 22 Prozent liegt. Infolgedessen fühlen sich 53 Prozent der Befragten nun vollständig oder größtenteils auf ihr Erbe vorbereitet, verglichen mit 38 Prozent im Jahr 2025.
Trotz der verbesserten Planung bleibt die Sorge um den Erhalt des Vermögens groß: 82 Prozent der Filipinos befürchten, dass ihr Wohlstand nicht über die nächste Generation hinaus Bestand haben wird. Dabei hat sich die Hauptursache für diese Sorge verschoben. Während früher die Marktentwicklung im Vordergrund stand, sorgen sich nun 50 Prozent der Befragten primär darum, dass die Erben finanziell nicht ausreichend auf die Verwaltung des Erbes vorbereitet sind. Die Sorge vor Marktvolatilität liegt mit 46 Prozent an zweiter Stelle.
Besonders bei jüngeren Generationen ist diese Diskrepanz spürbar. Zwar sind 71 Prozent der Generation Z und 73 Prozent der Millennials davon überzeugt, dass ihr Vermögen künftige Generationen positiv beeinflussen kann, doch sorgen sich gleichzeitig 86 beziehungsweise 84 Prozent darum, dass dieses Vermögen nicht dauerhaft erhalten bleibt.
JJ Moreno, Country Head und CEO von Sun Life Philippines, erklärte dazu, dass Familien zunehmend erkennen, dass Vermögenserhalt nicht nur aus dem Wachstum von Anlagen besteht, sondern auch aus der Vorbereitung der Menschen, die dieses erben werden. Finanzielle Bildung, offene Gespräche und klare Pläne seien mittlerweile ebenso entscheidend wie die reine Anlagestrategie. Dennoch besteht bei der Kommunikation noch Nachholbedarf: Zwar haben 70 Prozent bereits über das Erbe gesprochen, aber erst 25 Prozent haben ihre Pläne vollständig innerhalb der Familie kommuniziert.
Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Bedeutung professioneller Beratung. Während bisher erst 34 Prozent der Befragten bereits Rat bei der Nachlassplanung gesucht haben, gaben 50 Prozent an, dies in Zukunft tun zu wollen. Bei der Auswahl eines Beraters spielten dabei Vertrauenswürdigkeit und Integrität eine noch wichtigere Rolle als reines Fachwissen.






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