Politik: Landesweit

Kommentar kritisiert Chinas Strategie der Einflussnahme auf den Philippinen

Die Strategie Chinas gegenüber den Philippinen steht in einem aktuellen Meinungsbeitrag der Daily Tribune vom 21. Oktober 2026 in der Kritik. Peking setzt weniger auf eine militärische Eroberung als vielmehr auf eine langfristige psychologische und politische Einflussnahme.

Philippine Passport and Five Hundred Peso Banknote on National Flag
Symbolbild: Envato

Dabei wird deutlich, dass die Streitkräfte der Philippinen (AFP) militärisch nicht mit China vergleichbar sind. China versucht jedoch durch diplomatische Erklärungen und die Kommunikation des Botschafters Jing Quan, die philippinische Bevölkerung zu beeinflussen. Ziel dieser Bemühungen ist es offenbar, die Filipinos davon zu überzeugen, dass die Machtverhältnisse so sind, dass Widerstand zwecklos sei. Der Kommentar merkt sarkastisch an, dass China, anstatt die Philippinen militärisch zu unterwerfen, lieber durch Infrastrukturprojekte wie Eisenbahnen, Flughäfen, Hochwasserschutz oder Krankenhäuser eine dauerhafte Präsenz aufbauen könnte, ähnlich wie es die USA in Afghanistan versuchten.

Ein historisches Beispiel dafür ist der US-Einsatz in Afghanistan. Nach der Invasion im Jahr 2001 investierten die USA über 20 Jahre lang Billionen von Dollar in den Aufbau einer Armee und staatlicher Strukturen, bevor die Taliban nach dem Abzug der Amerikaner wieder die Macht übernahmen. Diese Erfahrung lässt eine Parallele zur politischen Instabilität auf den Philippinen erkennen, wo alle sechs Jahre Wahlen stattfinden und die Außenpolitik je nach Amtsinhaber zwischen pro-chinesischen und pro-amerikanischen Positionen schwanken kann. Während China seine Position beibehält, muss die philippinische Regierung alle sechs Jahre neu definiert werden, was es Peking ermöglicht, einfach darauf zu warten, bis ein regierungsnaher Präsident die Forderungen Chinas ohne militärische Kosten erfüllt.

Ein zentraler Punkt der Kritik ist die Spaltung der philippinischen Gesellschaft. Wenn chinesische Schiffe philippinische Fischer etwa im Ayungin-Riff vertreiben, wird die nationale Debatte oft durch die Frage nach der politischen Gesinnung der Betroffenen belastet. Bevor man über die Verteidigung der Fischer entscheidet, muss man oft erst klären, für wen der Fischer gewählt hat, ob für Bongbong Marcos, Sara Duterte oder ob er der „Pink“-Fraktion angehörte. Dies erschwert eine geschlossene Verteidigung der nationalen Interessen und macht Patriotismus zu einer parteipolitischen Frage.

Abschließend wird argumentiert, dass China durch diplomatische Rhetorik versucht, die Filipinos zu einer Form des „Realismus“ zu bewegen, der in der Praxis bedeutet, die Ansprüche Pekings zu akzeptieren und aufzuhören, die eigenen Rechte einzufordern. Der Text warnt davor, dass die bloße Abwesenheit von Gewalt nicht mit Frieden gleichzusetzen ist, wenn die Souveränität durch diplomatischen Druck untergraben wird. China muss nicht glauben, dass ihm das Meer gehört, sondern nur darauf vertrauen, dass die Filipinos glauben, nichts dagegen tun zu können. Der Kommentar warnt, dass man am Ende eine Kapitulation fälschlicherweise als Frieden bezeichnen könnte.