BPI erwartet weitere Zinserhöhungen der philippinischen Zentralbank
EditDer Zyklus der Zinserhöhungen durch die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) ist nach Einschätzung von Experten noch nicht beendet. Trotz der jüngsten, ungewöhnlich hohen Anhebung des Leitzinses um 50 Basispunkte am vergangenen Donnerstag hält Emilio Neri Jr., Chefökonom der Bank of the Philippine Islands (BPI), weitere Schritte für wahrscheinlich. Eine zusätzliche Erhöhung könnte bereits im Dezember erfolgen, wobei Neri eine Anpassung um mindestens 25 Basispunkte für das letzte geldpolitische Treffen des Jahres für denkbar hält.
Die Entscheidung der Zentralbank, den Leitzins auf 5,50 Prozent anzuheben, wurde von Neri als zeitgemäß und angemessen bewertet. Angesichts der schwierigen Inflationslage sende dieser Schritt ein deutliches Signal für die Entschlossenheit der BSP, die Inflation wieder auf das jährliche Ziel von 3 Prozent zu senken. Die Inflationsrate im September lag mit 7,2 Prozent auf einem Dreijahreshoch, was die Notwendigkeit einer strafferen Geldpolitik unterstreicht. Neri, der zu den wenigen Ökonomen gehörte, die diese massive Zinserhöhung vorhersagten, sieht den Straffungszyklus aufgrund der anhaltend hohen Preise noch nicht abgeschlossen.
Als Risikofaktoren für die Preisstabilität werden vor allem das El-Niño-Phänomen, das zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben könnte, und anhaltende Engpässe bei der Ölversorgung infolge des Konflikts im Golf genannt. Die BSP prognostiziert für dieses Jahr eine durchschnittliche Inflation von etwa 6,1 Prozent und für das kommende Jahr rund 6 Prozent. Laut Neri bleibe eine weitere Straffung der Geldpolitik sogar bis in das erste Quartal 2027 möglich, abhängig von den inflationären Auswirkungen des El-Niño-Phänomens.
Auch BSP-Gouverneur Eli Remolona Jr. ließ weitere Zinsschritte offen. Er verwies auf die Unsicherheiten durch El Niño und die Ölversorgung, ohne sich auf die genaue Höhe der nächsten Anpassung festzulegen. Remolona erklärte, dass die Zentralbank offen für weitere Erhöhungen bleibe, wobei er nicht ausschloss, dass diese 25, 50 oder sogar noch größere Schritte umfassen könnten. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Bank im Jahr 2022 bereits Zinsschritte von 75 sowie zweimal 50 Basispunkten vorgenommen hatte, äußerte jedoch die Hoffnung, dass solche massiven Schritte nicht erneut notwendig seien. Zudem betonte Remolona, dass geldpolitische Maßnahmen üblicherweise eine Verzögerung von etwa einem Jahr haben, bis sie ihre volle Wirkung entfalten.
Trotz des Inflationsdrucks wird für die zweite Jahreshälfte ein Anstieg des Wirtschaftswachstums (BIP) erwartet. Dieser könnte durch günstige Vorjahreseffekte und eine potenzielle Erholung der Staatsausgaben gestützt werden. Eine robuste Wirtschaftstätigkeit würde der Zentralbank laut Neri zudem mehr Spielraum und Flexibilität für weitere geldpolitische Straffungen geben.






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