Investoreninteresse am Eisenbahnprojekt in Mindanao wächst
EditFür das geplante Mindanao-Eisenbahnprojekt gibt es verstärktes Interesse von privater Seite. Wie Leo Tereso Magno, Vorsitzender der Mindanao Development Authority (MinDA), am 21. Oktober 2025 während des Habi at Kape Forums in den Ayala Malls Abreeza in Davao City mitteilte, haben sechs bis sieben private Interessengruppen Interesse an der Finanzierung des Schienennetzes bekundet.
Die potenziellen Investoren stammen laut Magno aus China, Indien, Kanada und den Vereinigten Staaten. Er betonte, dass die MinDA ihre Bemühungen intensiviert, um private Partner für das Infrastrukturvorhaben zu gewinnen. Dabei werden öffentlich-private Partnerschaften (Public-Private Partnerships, PPP) angestrebt, um das bereits seit längerer Zeit verzögerte Projekt voranzutreiben. Magno gab an, dass er bereits in den zwei Monaten vor dem Forum Treffen mit Vertretern dieser sechs bis sieben potenziellen Investorengruppen abgehalten habe. Während zwei dieser Gruppen bereits in der Vorwoche Gespräche mit der MinDA geführt hatten, befanden sich andere noch in einem frühen Stadium der Kontaktaufnahme.
Die geschätzten Kosten für das Projekt sind erheblich: Für die erste Phase wird ein Betrag von etwa 81 Milliarden Pesos veranschlagt, während für die dritte Phase rund 100 Milliarden Pesos kalkuliert werden. Magno wies jedoch darauf hin, dass es sich hierbei lediglich um vorläufige Schätzungen handelt. Die endgültigen Zahlen könnten sich ändern, sobald die Regierung und die Projektträger den Umfang, die technischen Anforderungen und die Finanzierungsmodelle präzisieren. Frühere Schätzungen der Regierung für die erste Phase lagen sogar bei etwa 81,6 Milliarden Pesos.
Trotz des Interesses handelt es sich nach Angaben von Magno noch nicht um verbindliche Finanzierungszusagen. Die Interessengruppen befinden sich in unterschiedlichen Stadien des Dialogs; einige führten bereits Gespräche mit der MinDA, während andere sich noch in einem frühen Stadium befinden. Die geäußerte Bereitschaft stellt keine verbindliche Zusage dar, das Eisenbahnnetz zu finanzieren, zu bauen oder zu betreiben. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, sind tragfähige Vorschläge, geeignete Finanzierungsregelungen und die erforderlichen staatlichen Genehmigungen notwendig. Finanzinstitute werden voraussichtlich erst dann eine Beteiligung in Erwägung ziehen, wenn formelle Vorschläge und unterstützende Machbarkeitsstudien vorliegen.
Das Eisenbahnnetz soll die wichtigsten städtischen Zentren und Wirtschaftskorridore der Insel Mindanao miteinander verbinden. Die erste Phase umfasst das etwa 100,2 Kilometer lange Teilstück zwischen Tagum, Davao und Digos, das Gebiete in Davao del Norte, Davao City und Davao del Sur verknüpft. Die zweite Phase sieht eine Erweiterung der Strecke von Tagum in Richtung Butuan vor, während die dritte Phase das Netzwerk auf andere wirtschaftliche Zentren, wie den Korridor von Cagayan de Oro, ausweiten soll. Während die Vorstudien für die dritte Phase bereits abgeschlossen sind, werden die Machbarkeitsstudien für die erste Phase derzeit aktualisiert, um mögliche Finanzierungsarrangements zu berücksichtigen. Diese Studien dienen dazu, die technische, wirtschaftliche und finanzielle Tragfähigkeit zu prüfen, garantieren jedoch weder die Sicherung der Finanzierung noch den Baubeginn.
Ein zentraler wirtschaftlicher Aspekt des Projekts ist die Verbesserung der Logistik für den Agrarsektor. Mindanao ist ein bedeutender Produzent von Bananen, Ananas, Kokosnüssen und Mais. Ein Schienennetz könnte den Transport dieser Waren von den Farmen zu Verarbeitungsbetrieben, Lagern und Häfen effizienter gestalten und die Wertschöpfungskette stärken. Ein Schienendienst, der große Frachtmengen bewegen kann, könnte den Straßentransport ergänzen und die Lieferpläne, die Handhabungskosten sowie die Lagerhaltung für Unternehmen verbessern. Dies könnte zudem Chancen für Logistikbetreiber, Lagerentwickler und Agrarverarbeiter schaffen, Einrichtungen in der Nähe von Bahnhöfen zu etablieren. Magno betonte jedoch, dass die Infrastruktur allein keine niedrigeren Logistikkosten garantiert; dies hänge von der Frachtnachfrage, wettbewerbsfähigen Tarifen und effizienten Verbindungen zu Autobahnen und Seehäfen ab. In diesem Zusammenhang arbeitet die MinDA auch daran, die Häfen in ganz Mindanao zu verbessern, um Schienen, Straßen und maritime Einrichtungen für den regionalen Handel zu koordinieren.
Um die wirtschaftliche Tragfähigkeit zu untermauern, arbeitet die MinDA daran, potenziellen Investoren die Geschäftsmöglichkeiten entlang der geplanten Routen aufzuzeigen. Magno erklärte, dass die Entscheidung der Investoren maßgeblich davon abhängen werde, ob die wirtschaftlichen Zentren entlang der Strecken ein ausreichendes Geschäftsvolumen generieren können, um das erforderliche Kapital zu rechtfertigen. Er wies darauf hin, dass das Finanzministerium sowie das Ministerium für Wirtschaft, Planung und Entwicklung die wirtschaftliche Rentabilität der Vorschläge für Staat und Privatwirtschaft prüfen könnten.
Die Regierung plant zudem, künftig auch unaufgeforderte Vorschläge (unsolicited proposals) von privaten Unternehmen entgegenzunehmen. Im Gegensatz zu staatlich vorgegebenen Projekten könnten solche Vorschläge eigene Finanzierungsmodelle, Bauweisen oder Betriebsmodelle beinhalten, müssen jedoch alle rechtlichen, technischen, finanziellen und beschaffungsrechtlichen Anforderungen erfüllen. Bei unaufgeforderten Vorschlägen liegt die Verantwortung für die Ausarbeitung der Finanzierungskomponente beim jeweiligen Projektträger, sodass anfangs möglicherweise kein separater Finanzberater erforderlich ist. Magno und Vertreter des Verkehrsministeriums (Department of Transportation) beabsichtigen, sich bis Ende 2025 erneut zu treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein konkreter Zeitplan für den Baubeginn oder die Inbetriebnahme wurde bisher nicht genannt. Magno verwies in diesem Zusammenhang auf die langwierigen Diskussionen um die Samal Island-Davao City Connector Bridge als Beispiel dafür, wie große Infrastrukturprojekte Jahre bis zur Umsetzung benötigen können.






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