Wirtschaft: Metro Manila

Green Swan Konferenz in Manila: Experten diskutieren Klimarisiken für die Weltwirtschaft

Am 19. Oktober 2026 versammelten sich Experten aus Europa, Asien und dem Pazifik, dem Nahen Osten und Amerika im Philippine International Convention Center in Manila, um unter dem Motto „Navigating climate risks amid uncertainties“ die Auswirkungen von Klimarisiken auf die Weltwirtschaft zu diskutieren.

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Quelle: PIA

Die Konferenz, die erste Green Swan Konferenz außerhalb von Basel in der Schweiz, wurde von der Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) gemeinsam mit der Bank for International Settlements (BIS), der Banca d’Italia und dem Network for Greening the Financial System (NGFS) organisiert. Die Teilnehmergruppe bestand aus Zentralbankvertretern, Klimawissenschaftlern sowie Führungspersönlichkeiten aus dem Finanz- und Wirtschaftssektor.

Im Zentrum der Gespräche stand die Frage, wie sich physische Klimarisiken entwickeln und welche Maßnahmen notwendig sind, um deren Auswirkungen auf die Wirtschaft und das Finanzsystem zu bewältigen. Die Fachdiskussionen deckten drei miteinander verknüpfte Bereiche ab: die Bewertung physischer Klimarisiken, die Stärkung des finanziellen Schutzes gegen Katastrophenverluste sowie den Aufbau von Resilienz in der Realwirtschaft. Dabei thematisierten die Sprecher auch die Herausforderungen bei der Überführung von Klimawissenschaft in ökonomische und finanzielle Risikomaße. Zudem wurde die Rolle von Versicherungen und anderen Mechanismen zur Risikoteilung untersucht, um Schutzlücken zu schließen und Unternehmen bei klimabedingten Schocks zu unterstützen.

Eli M. Remolona, Jr., Gouverneur der BSP und Vorsitzender des Monetary Board, betonte in seinen Begrüßungsworten die direkten wirtschaftlichen Folgen von Klimaschocks. Beispielsweise könnten überflutete Reisfelder zu höheren Preisen führen oder zerstörte Straßen Lieferketten unterbrechen. Solche Ereignisse könnten sich schnell zu Problemen bei der Inflation, zur Gefährdung der Finanzstabilität und zu einer Bedrohung für das nachhaltige Wirtschaftswachstum entwickeln. Olaf Sleijpen, Präsident der De Nederlandsche Bank und Vorsitzender des NGFS, hob die wachsenden wirtschaftlichen Auswirkungen extremer Wetterereignisse hervor und unterstrich die Notwendigkeit, Volkswirtschaften gegen die Folgen des Klimawandels so widerstandsfähig wie möglich zu machen.

Fabio Panetta, Gouverneur der Banca d’Italia, erklärte in einer Videobotschaft, dass die Bewältigung von Klimarisiken integraler Bestandteil der bestehenden Mandate von Zentralbanken sei. Er betonte, dass es nicht darum gehe, die Aufgabenbereiche zu erweitern, sondern die bestehenden Mandate in einer sich verändernden Umwelt zu erfüllen. Frank Elderson von der Europäischen Zentralbank (EZB) ergänzte in seiner Keynote-Rede, dass Klimarisiken die Preisstabilität, die Sicherheit des Bankensystems und die allgemeine Finanzstabilität beeinflussen. Er forderte eine bessere Datenlage und tiefere Analysen, da man die Zukunft zwar nicht mit Sicherheit vorhersagen, aber die Entwicklung von Risiken verstehen und Schwachstellen identifizieren müsse.

Die Konferenz schloss mit einer hochrangigen Podiumsdiskussion ab, an der neben BSP-Gouverneur Remolona auch Larry Howai, Gouverneur der Zentralbank von Trinidad und Tobago, sowie Eddie Yue, Chief Executive der Hong Kong Monetary Authority, teilnahmen. Moderiert wurde die Runde von Pablo Hernández de Cos, dem Generaldirektor der BIS. Die Diskussion konzentrierte sich auf die Auswirkungen von Klimagefahren auf die Wirtschaft und das Finanzsystem, die Reaktionen der Zentralbanken sowie die Prioritäten für künftige Arbeiten.