Diplomatischer Schlagabtausch: Chinas Botschaft reagiert auf Forderungen nach Ausweisung von Personal
EditDie chinesische Botschaft in Manila hat scharf auf Forderungen philippinischer Abgeordneter reagiert, die eine Ausweisung von diplomatischem Personal aus der chinesischen Vertretung verlangen. In einer Reaktion auf den Vorschlag des Bicol-Saro-Parteilisten-Abgeordneten Terry Ridon fragte die Botschaft rhetorisch, warum man nicht gleich die Schließung der gesamten Botschaft vorschlagen wolle.
Der Konflikt eskalierte, nachdem das philippinische Außenministerium (DFA) den chinesischen Botschafter Jing Quan einbestellt hatte. Grund für die Einbestellung war eine Äußerung des Botschafters, wonach China im Falle einer Anwendung von Gewalt im Westphilippinischen Meer „leicht gewinnen“ würde. Das DFA drückte damit seinen ernsten Protest und seine starke Ablehnung gegenüber diesen Aussagen aus.
Abgeordneter Ridon schlug in einer Pressekonferenz vor, dass die Regierung im Falle einer Nicht-Ausweisung des Botschafters zumindest rangniedrigere Diplomaten des chinesischen Dienstes ausweisen sollte. Er verwies darauf, dass diese trotz bereits geführter Gespräche weiterhin provokante Statements abgeben würden. Das DFA betonte unterdessen, dass es nicht die Aufgabe einer ausländischen Mission sei, philippinische Beamte oder Gesetzgeber öffentlich zu kritisieren oder zu verspotten. Die Philippinen schätzten als Demokratie die Meinungsfreiheit und würden keine Einschüchterungsversuche ausländischer Gesandter akzeptieren.
Auch der Senator Kiko Pangilinan geriet in das Visier der chinesischen Diplomaten. Nachdem er Präsident Ferdinand Marcos Jr. aufgefordert hatte, Botschafter Jing Quan nach China zurückzuschicken, bezeichnete die Botschaft die Sprache des Senators als „thuggish, hooligan-style language“, also als eine Art Schlägerei- oder Hooligan-Sprache. Die Botschaft stellte zudem die diplomatische Vorsicht und den Standard des DFA infrage.
Senator Pangilinan konterte daraufhin, dass die Botschaft lediglich den Anweisungen und der Linie der Kommunistischen Partei Chinas folge. Er äußerte die Vermutung, dass das Personal dort lediglich Befehle ausführe, um Konsequenzen wie ein Exekutionskommando zu vermeiden.
Bereits am vergangenen Samstag hatte die chinesische Botschaft auf Diskussionen reagiert, wonach einige Senatoren und Abgeordnete erwogen, den Botschafter zum persona non grata zu erklären. Die Botschaft bezeichnete diese Überlegungen als Drohung oder Nötigung und forderte die philippinische Seite auf, mit solchen Drohungen aufzuhören.
Die Spannungen zwischen den beiden Nationen sind langjährig. Anfang des Jahres lehnte Präsident Marcos Forderungen ab, Jing Quan zum persona non grata zu erklären. Der Hintergrund der Konflikte liegt unter anderem im Streit um das Südchinesische Meer, in dem der Ständige Schiedshof in Den Haag im Jahr 2016 zugunsten der Philippinen entschied, dass Chinas Ansprüche keine rechtliche Grundlage hätten. China erkennt dieses Urteil jedoch nicht an.



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