Arbeitnehmerverbände fordern verbindliche Hitzeschutzregeln aufgrund von El Niño
EditAngesichts der schweren klimatischen Auswirkungen durch das Super-El-Niño-Phänomen erhöhen führende Arbeitnehmerorganisationen auf den Philippinen den Druck auf das Arbeitsministerium (Department of Labor and Employment, DOLE). Die Verbände fordern die Einführung verbindlicher, gesetzlich vorgeschriebener Sicherheitsstandards zum Schutz der Beschäftigten in allen Sektoren vor extremer Hitze.
Der Trade Union Congress of the Philippines (TUCP) und die Organisation Sentro ng mga Nagkakaisa at Progresibong Manggagawa (Sentro) appellieren an das DOLE, eine formelle Dienstordnung (Department Order) zu erlassen. Diese soll klare Pflichten für Arbeitgeber, zulässige thermische Grenzwerte am Arbeitsplatz sowie strenge Sanktionen bei Verstößen festlegen. Laut TUCP seien freiwillige Richtlinien der Unternehmensleitungen unzureichend, um gefährdete Arbeiter vor den steigenden Hitzerisiken zu schützen. Die Gewerkschaft bezeichnete extreme Hitze als eine Frage von Leben und Tod und forderte zudem eine Dringlichkeitssitzung des National Tripartite Industrial Peace Council, um einen umfassenden Aktionsplan gegen Hitzerisiken (Super El Niño Heat Risk Action Plan) zu entwerfen, an dem Regierung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam beteiligt sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung der Löhne. Zwar hat Arbeitsminister Francis N. Tolentino zugesichert, dass Arbeitnehmer bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen keine Gehaltseinbußen erleiden sollen, doch Sentro-Generalsekretär Josua Mata kritisierte, dass solche mündlichen Zusagen ohne explizite Verwaltungsvorschriften schwer durchsetzbar seien. Die Organisation fordert detaillierte Regeln dazu, wie der Lohnschutz bei verkürzten Schichten, vollständigen Aussetzungen oder bei Akkordarbeit (Pakyaw-System) und Anreizsystemen angewendet wird. Die Arbeiter dürften nicht zwischen dem Risiko eines Hitzschlags und dem Verlust ihres Einkommens wählen müssen.
Zu den geforderten Maßnahmen gehören unter anderem wissenschaftlich fundierte Expositionsgrenzwerte, obligatorische Ruhepausen in gekühlten Räumen sowie die sofortige Einstellung der Arbeit bei gefährlichen Temperaturen. Der TUCP nennt zudem bezahlte Pausen in schattigen oder klimatisierten Bereichen, freien Zugang zu Trinkwasser, die Überwachung von Hitzestress, medizinische Notfallprotokolle für hitzebedingte Erkrankungen, verbesserte Belüftungssysteme und Sicherheitsschulungen für das Personal.
Besondere Sorge gilt dem informellen Sektor. Während technische Maßnahmen wie Ventilatoren oder bessere Belüftung in Fabriken und Lagern helfen können, seien Straßenverkäufer, Müllsammler, Landarbeiter, Fischer und Lieferfahrer der Gig-Economy durch die Hitze doppelt belastet: durch Gesundheitsrisiken und den drohenden Einkommensverlust. Sentro schlägt daher staatlich finanzierte Soforthilfen für Einkommen sowie Notfallfonds während offiziell deklarierter Hitze-Notlagen vor. Zudem fordert Josua Mata, dass staatliche Stellen und Forschungseinrichtungen systematisch Daten zu hitzebedingten Berufskrankheiten, Arbeitsausfällen, Einkommensverlusten und Lücken in den sozialen Sicherungssystemen erheben, um die tatsächlichen Kosten und die am stärksten gefährdeten Gruppen präzise zu identifizieren.






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