Philippinische Regierung erwartet wirtschaftliche Erholung nach schwachem zweiten Quartal
EditDie philippinische Wirtschaft verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein Wachstum von lediglich 2,3 Prozent. Damit fiel die Dynamik deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum, als die Wirtschaft im gleichen Zeitraum noch um 5,5 Prozent wuchs. Auch im Vergleich zum ersten Quartal 2026, in dem ein Zuwachs von 2,8 Prozent gemeldet wurde, ist ein Rückgang zu verzeichnen. Laut der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA) stellt dies das schwächste Wachstum seit der COVID-19-Pandemie dar.
Das Präsidialamt (Malacañang) bewertete diesen Rückgang am Freitag als vorübergehendes Phänomen. Claire Castro, Pressesprecherin des Präsidialamtes, erklärte, dass die Ergebnisse zwar hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien, jedoch nicht den langfristigen wirtschaftlichen Kurs des Landes bestimmen würden. Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird eine erneute Beschleunigung der Wirtschaft erwartet. Dies soll durch eine Intensivierung der öffentlichen Ausgaben und eine schnellere Freigabe von Budgets erreicht werden.
Als Ursachen für die Verlangsamung nannte Castro die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten, die sich auf die Inflation, die Kraftstoffpreise, die Beschäftigungslage sowie auf Rücküberweisungen aus dem Ausland auswirkten. Zudem habe es eine vorübergehende Verlangsamung bei öffentlichen Bauvorhaben gegeben. Hintergrund sei die Verschärfung der Korruptionsbekämpfung durch die Regierung, die insbesondere gegen Unregelmäßigkeiten bei Hochwasserschutzprojekten vorgeht. Die staatlichen Ausgaben seien bereits um 8,3 Prozent gestiegen, wobei die Regierung den Fokus auf die Unterstützung von Familien legt, die besonders unter steigenden Preisen leiden.
Um das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte zu stützen, plant die Regierung die Beschleunigung wirkungsvoller Infrastrukturprojekte, die Sicherung der Preisstabilität und gezielte Hilfen für besonders schutzbedürftige Gruppen. Zu den konkreten Vorhaben gehören die Ausweitung des UPLIFT-Hilfsprogramms auf 7,5 Millionen Familien, ein Kraftstoffzuschuss in Höhe von 12 PHP pro Liter sowie das Reisprogramm „Bawat Bayan Makikinabang“. Zudem strebt die Regierung an, die Wettbewerbsfähigkeit durch die Nutzung der globalen KI- und Digitalwirtschaft zu steigern, unter anderem durch die Mitgliedschaft in der Pax Silica-Koalition.
Auf politischer Ebene werden Maßnahmen des Legislative-Executive Development Advisory Council (LEDAC) unterstützt, um die Mittelschicht zu stärken und den Binnenkonsum anzukurbeln. Dazu gehört ein Vorschlag zur Anhebung der Steuerfreigrenze für das persönliche Einkommen auf 350.000 PHP. Weitere Prioritäten sind Änderungen am Electric Power Industry Reform Act (EPIRA), um zu verhindern, dass Stromversorger Systemverluste und die darauf entfallende Mehrwertsteuer an die Verbraucher weitergeben, sowie der Sariling Kuryente Act. Ebenfalls auf der Agenda stehen eine Befreiung von der Mindesteinkommensteuer für kleine Unternehmen, eine allgemeine Steueramnestie und die Abschaffung der Reisegebühr.
Trotz des schwachen BIP-Wachstums wurden positive Entwicklungen in anderen Sektoren registriert. Die Exporte stiegen um 12,2 Prozent, was auf eine starke weltweite Nachfrage nach Elektronik, Halbleitern, KI-bezogenen Produkten und Agrargütern zurückzuführen ist. Der Agrarsektor wuchs um 2,7 Prozent, während die Exporte im Reisesektor um 12,6 Prozent zunahmen. Das verarbeitende Gewerbe expandierte um 2,6 Prozent, was laut Castro auf eine anhaltende industrielle Aktivität hindeutet, obwohl das Vertrauen der Verbraucher derzeit noch niedrig ist.





