US-Urteil gegen Rechtsbeiständin stärkt Verfahren gegen Apollo Quiboloy
EditEin US-Bundesgericht hat die 77-jährige Maria de Leon wegen ihrer Beteiligung an einem Betrugssystem im Einwanderungsrecht verurteilt. Die in Los Angeles ansässige Rechtsbeiständin erhielt am Dienstag, den 4. August, eine Strafe, die sie durch ihre bereits in Haft verbrachte Zeit als erfüllt betrachtet. De Leon war nach ihrer Festnahme im Jahr 2021 gegen Kaution freigekommen und hatte etwa vier Monate in Untersuchungshaft verbracht.
Das Geständnis der Frau lieferte den US-Staatsanwälten entscheidende Insider-Informationen darüber, wie Anhänger des Predigers Apollo Quiboloy das amerikanische Einwanderungssystem manipuliert haben sollen. De Leon, die in der religiösen Gemeinschaft des KOJC unter dem Namen „Liberty“ bekannt ist, betrieb das Unternehmen Liberty Legal Document Services. Laut Anklage bereitete sie über ihre Firma Einwanderungsunterlagen vor, die es KOJC-Mitgliedern ermöglichten, in den USA zu bleiben und dort weiterhin Spenden zu sammeln.
Im Jahr 2022 räumte De Leon eine Verschwörung ein. Sie gab zu, wissentlich Einwanderungsanträge auf Basis von Scheinehen erstellt und eingereicht zu haben, die ausschließlich dazu dienten, den Mitgliedern der KOJC einen legalen Status zu verschaffen. Gerichtsunterlagen zufolge war die Rechtsbeiständin an einer achtjährigen Verschwörung mit Untergebenen von Quiboloy beteiligt, um Kirchenmitarbeitern die dauerhafte Residenz und letztlich die US-Staatsbürgerschaft zu sichern. Ein ehemaliger Anhänger Quiboloys beschrieb De Leon gegenüber Medien als eine „Außenseiterin“ der KOJC, deren Tätigkeit sich primär auf die Erledigung von Einwanderungsformalitäten beschränkte.
Die US-Bundesstaatsanwaltschaft stellte fest, dass dieses System Teil einer weitreichenderen Operation war, die in einer 74-seitigen Anklageschrift vom November 2021 detailliert beschrieben wurde. Die durch die betrügerischen Visa in die USA gebrachten Mitarbeiter sollten landesweit Spenden für die Children’s Joy Foundation sammeln. Die Behörden stuften diese Organisation jedoch als Scheinorganisation ein, die dazu genutzt wurde, die Aktivitäten der KOJC sowie den luxuriösen Lebensstil der Anführer zu finanzieren. Infolge dieser Ermittlungen wurden Quiboloy und zwei seiner Weggefährten auf die Fahndungsliste des Federal Bureau of Investigation (FBI) gesetzt.
Neben dem Einwanderungsbetrug sieht sich Quiboloy in den USA zudem Vorwürfen einer Verschwörung zum Sexhandel gegenüber. Ihm und sieben weiteren Weggefährten wird vorgeworfen, Mädchen und junge Frauen durch psychischen Druck und die Drohung der „ewigen Verdammnis“ zu sexuellen Beziehungen mit dem in Davao ansässigen Prediger gezwungen zu haben. Während De Leon nicht direkt der sexuelle Missbrauch vorgeworfen wird, wurde sie wegen der Beteiligung an der umfassenderen Verschwörung angeklagt.
Apollo Quiboloy befindet sich derzeit auf den Philippinen in Haft. Er muss sich dort vor einem Gericht in Pasig City wegen Menschenhandels sowie vor einem Gericht in Quezon City wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Die USA haben die Auslieferung des Predigers beantragt. Das philippinische Außenministerium hat dieses Ersuchen bereits an das Justizministerium weitergeleitet. Quiboloy gilt als enger Freund des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte und war während dessen Amtszeit als Berater tätig.





