Musik-Empfehlungen für Oktober: Sechs Veröffentlichungen zur Auffrischung der Playlist
EditMit dem Einbruch kühlerer Temperaturen und dem Beginn des Jahresendgeschäfts im Oktober empfiehlt es sich, die musikalischen Playlists zu überarbeiten. Wenn die sommerlichen Hits und die eher ruhigen Fokus-Tracks der Jahresmitte an Reiz verlieren und sich wie bloßer Hintergrundlärm anfühlen, kann ein gezielter Wechsel helfen. Um der mentalen Erschöpfung durch repetitive Algorithmen und das ständige Überspringen von Liedern entgegenzuwirken, bieten sechs aktuelle Veröffentlichungen neue emotionale Tiefe, Textur und klangliche Abwechslung.
Im Bereich Pop und R&B sticht das am 25. September erschienene Album „Popstar“ von Tinashe hervor. Die Künstlerin unterstreicht mit diesem Werk ihre Vielseitigkeit als Schwergewicht des Genres. Die 16 Titel kombinieren Elemente des R&B der frühen 2000er Jahre mit kinetischen elektronischen Experimenten und glatten Produktionen für die Tanzfläche. Besonders die Titel „Melatonin“ und der gleichnamige Song bieten durch hypnotische Gesangsebenen, wechselnde Tempi und eine selbstbewusste Ausstrahlung eine dynamische Abwechslung, die als Impuls für Playlists dienen kann, die zu brav geworden sind.
Für Liebhaber von Indie-Klängen bietet die EP „tell me how you f(e)el“, veröffentlicht unter dem Label Underdog Music PH, sechs Tracks voller Aufrichtigkeit. Die Band (e)motion engine nutzt bittersüße Gitarrenlinien, strukturierte Indie-Emo-Melodien und einen zärtlichen Gesang, um das Gefühl von Reifeprozessen und ungesagten Worten einzufangen. Titel wie „keep it in“ und „happy birthday“ besitzen eine unterschwellige Wärme, die besonders an bewölkten Nachmittagen im späten Oktober zur Geltung kommen.
Ähnlich atmosphärisch ist das Werk „In Endless Awe & Agony“ der philippinisch-australischen Künstlerin daine, die eine Mischung aus Midwest-Emo, Hyperpop und dunklem Electronic-Pop präsentiert. Ihre Songs wie „Silly Little Animal / Go!“ oder „White Collar“ nutzen abrasive Texturen und scharfe melodische Instinkte, um eine kathartische Spannung zu erzeugen. Das Album eignet sich durch seine intensive Wirkung besonders für nächtliche Autofahrten oder das Hören mit Kopfhörern bei hoher Lautstärke.
Wer es intensiver mag, findet in der EP „Waiting Room“ der schottischen Band Overgrown eine passende Wahl. Das am 2. Oktober erschienene fünfgleisige Werk ist im Alternative Rock und Metallic Post-Hardcore verwurzelt. Das Projekt verarbeitet Themen wie viszerale Angst und klaustrophobische Frustration durch gezackte Riffs, massive Breakdowns und melodische Refrains. Die Titeltracks „Waiting Room“ und „Blind“ setzen dabei einen düsteren, unerbittlichen Akzent, der als notwendiges Gegengewicht zu weicheren Akustik-Playlists fungiert.
Lokale Akzente setzen zudem zwei Projekte aus den Philippinen. Die aus Cebu stammende Musikerin Elisha „Icy“ Ang präsentiert unter dem Namen IIICCCYYY ihre fünfgleisige Debüt-EP „Pretty Pretty“. Die im Februar veröffentlichte Produktion setzt auf Electro-Pop und eine Ästhetik der frühen 2000er Jahre, unterstützt durch lokale Produzenten wie Franciskoe und Karl Lucente. Die Tracks „Habit“ und „Love Gun“ zeichnen sich durch markante Synth-Basslinien und geschmeidige Hooks aus und zeigen die Bandbreite der unabhängigen Musikszene in Cebu.
Zuletzt bietet das Indie-Quintett Asian Panganay aus Metro Manila mit der Single „Disconnection Notice“ einen Einblick in die lokale Szene. Die Gruppe, die sich als Ensemble aus ältesten Töchtern definiert, thematisiert in ihrem Indie-Rock mit ehrlichen Texten und konversationellen Gitarren die emotionalen und finanziellen Belastungen, die oft mit der Rolle des ältesten Kindes in einer Familie verbunden sind. Der Song dient als Vorbote einer kommenden EP und bietet den Hörern ein tröstliches Gefühl der Verbundenheit.






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