Cirque Alice: Eine künstlerische Verschmelzung von Zirkus und Theater in Manila
EditIm "The Theatre at Solaire" in Manila bietet die Produktion "Cirque Alice" ein außergewöhnliches Erlebnis, das die Grenzen zwischen klassischem Zirkus, Ballett, Oper und zeitgenössischem Tanz verwischt. Die Show, die von GMG Productions präsentiert wird, wurde von Tim Lawson und Simon Painter geschaffen und verfolgt eine eigene, eigenständige künstlerische Identität, die sich nicht an der bekannten kanadischen Truppe Cirque du Soleil aus Quebec orientiert. Die Inszenierung versteht sich weniger als konventioneller Zirkus, sondern vielmehr als eine Mischung aus Drama, Theater und Performance-Kunst.
Die Aufführung entführt die Zuschauer in die fantastische Welt von Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" und setzt auf ein durchgehendes Narrativ, anstatt isolierter Akrobatiknummern. Unter der Choreografie von Dane Bates bewegen sich die Akrobaten, Luftakrobaten und Kontortionisten in enger Abstimmung mit einer klassischen musikalischen Untermalung. Die Darsteller nutzen dabei eine breite Palette an Disziplinen, die sich über zwei Akte erstrecken: Dazu gehören Icarian Games, Partnerakrobatik, das Cyr Wheel, eine Rola-Bola-Nummer sowie Adagio-Handbalancieren. Ein besonderer Höhepunkt ist die Luftakrobatik unter einer sternenbesetzten Decke in Magenta und Blau, während die Herzkönigin ein Solo-Performance-Stück als Kontortionistin auf einem Sichelmond-Gerät präsentiert.
Ein zentrales Element der Inszenierung ist die Verbindung von Bewegung und Musik. Die Arrangements von Martin Raabe-Olsen und Marius Christiansen begleiten die Szenen mit Werken von Komponisten wie Tchaikovsky, Bizet und Rimsky-Korsakow. Die musikalischen Stücke zeigen die wechselnden Stimmungen der Show, von lyrischer Schönheit bis hin zu spielerischer Energie und virtuoser Intensität. So finden unter anderem Tchaikowskys "Schwanensee", Delibes' "Blumen Duett" aus Lakmé, Bizets "Habanera" aus Carmen und Rimsky-Korsakows "Fliegende Hummel" Verwendung. Der Weiße Kanincel, verkörpert von Raphael Papo, eröffnet die Show mit Montis "Csárdás" auf der Geige, um den Ton für Alices Eintritt in das Wunderland zu setzen. Die australische Sopranistin Layla Schillert verleiht der Rolle der Alice durch ihren Gesang eine emotionale Tiefe, unter anderem durch eine Interpretation von "Ave Maria".
Die visuelle Gestaltung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, wobei die Kostümbildnerin Angela Aaron auf aufwendige "Haute Couture" für die Theaterbühne setzt. Die Kostüme der Wunderland-Bewohner zeichnen sich durch markante Silhouetten und Texturen aus, wie etwa architektonisch geformte Kleider und skulpturale Kopfbedeckungen für die weißen Schachfiguren oder grafisch gestaltete Outfits in Schwarz, Weiß und Rot für die Spielkarten-Tänzer mit überdimensionalen Kragen. Alice selbst trägt ein hellblaues, mehrlagiges Tüllkleid mit schwarzem Taillengürtel und einem zarten Choker. Weitere Darsteller tragen lebendige Farben wie Pink, tiefes Blau, Orange und Violett, wobei einige Kostüme mit Rosenknospen-Elementen oder großen Blütenkragen so gestaltet sind, dass sie bei den Bewegungen der Träger zu blühen scheinen.
Diese visuelle Pracht wird durch eine präzise Lichtgestaltung ergänzt, die eine surreale Atmosphäre schafft, ähnlich einem bewegten surrealistischen Gemälde. Für humorvolle Momente sorgt der Verrückte Hutmacher, dargestellt von Darren "Dizzy" Partridge, der als Ringmaster die Aufführung durch Zaubertricks, Taschenspielertricks und Interaktionen mit dem Publikum auflockert und so für komische Erleichterung sorgt. Die Show ist so konzipiert, dass sie sowohl Kinder durch die farbenfrohen Charaktere und Stunts als auch Kunstliebhaber durch die technische Präzision und die musikalischen Arrangements anspricht. Für eine optimale Sicht auf die gesamte Bühnenkomposition, die Choreografie und die Lichteffekte werden Plätze im mittleren Bereich des Theaters empfohlen, wobei beispielsweise die Reihe L eine klare Sicht auf das gesamte Geschehen ermöglicht.
Die Produktion bietet eine zweistündige Flucht aus dem Alltag, die durch die Kombination aus Live-Gesang, klassischer Musik und fließenden Bewegungen eine regenerative Wirkung entfalten kann.






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