Sport: Landesweit

Boxcoach Patricio Gaspi setzt alles auf olympisches Gold in Los Angeles

Der philippinische Boxcoach Patricio „Pat“ Gaspi widmet sein Leben seit über 36 Jahren dem Amateursport. Der 64-Jährige, der derzeit als Cheftrainer der Association of Boxing Alliances in the Philippines (ABAP) fungiert, verfolgt ein klares Ziel: Er möchte den Philippinen den lang ersehnten olympischen Goldmedaillen-Erfolg bescheren.

Gaspi hat sich diesen Ehrgeiz als persönliches Versprechen auferlegt. Er gab gegenüber der Daily Tribune an, dass er sich erst dann zur Ruhe setzen werde, wenn die Philippinen tatsächlich eine Goldmedaille gewonnen haben. Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles betrachtet er dabei als einen entscheidenden Wendepunkt. Er sieht in den Spielen in Los Angeles ein Ereignis, das als historischer Meilenstein gelten könnte.

Bevor Gaspi in die Trainerrolle wechselte, war er selbst als aktiver Boxer auf internationalem Parkett unterwegs. Er vertrat die Philippinen bei den Südostasiatischen Spielen sowie bei den Asienmeisterschaften. Zu seinen sportlichen Erfolgen zählen Bronzemedaillen bei den Südostasiatischen Spielen 1981 in Manila und 1983 in Singapur. Seinen bedeutendsten Erfolg im Ring erzielte er 1987 bei den Asienmeisterschaften in Kuwait, wo er im Halbmittelgewicht den zweiten Platz belegte. In diesem Finale unterlag er Park Si Hun aus Südkorea, der später durch seinen Sieg über Roy Jones Jr. bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul weltberühmt wurde.

Der Weg des Trainers war geprägt von kontinuierlicher Weiterbildung. Gaspi besuchte regelmäßig Seminare und Kliniken in Europa und anderen Teilen der Welt, um sein Fachwissen über die stetige Entwicklung des Boxsports zu erweitern. Er bezeichnet das Coaching als einen niemals endenden Prozess. Der gebürtige Sorsoganer aus Barangay San Ramon in der Stadt Bulan studierte zudem Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Rechnungswesen an der Far Eastern University, wo er bereits Teil der dortigen Box- und Leichtathletik-Teams war. Neben seiner sportlichen Laufbahn war er zudem bei der philippinischen Armee im Dienst, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2018 den Rang eines Technical Sergeant innehatte.

Privat ist Gaspi mit der Krankenschwester Roda Esguerra Gaspi verheiratet, die derzeit auf einem Luxusschiff arbeitet. Das Paar hat zwei Kinder, Patricia Marie und Patrick John, die ihre Ausbildung an der De La Salle University-Manila sowie an der Saint Benilde absolvierten. In seiner Karriere hat Gaspi bereits fast alle Kontinente bereist, wobei er lediglich die Antarktis und Südamerika noch nicht besucht hat, wenngleich er mehrfach in Lateinamerika war.

Aktuell liegt der Fokus der ABAP darauf, so viele Qualifikationen wie möglich für die Spiele in Los Angeles zu sichern. Gaspi und sein Team arbeiten an Strategien für das Jahr 2027, da dort zwei Wettbewerbe stattfinden, die frühe Qualifikationsmöglichkeiten bieten könnten. Trotz der Ambitionen der ABAP, sich neben dem Boxen auch in den Bereichen Gewichtheben und Turnen als Goldmedaillen-Produzent zu etablieren, sorgte eine jüngste Leistung in Nagoya für neue Alarmglocken. Zu den Hoffnungsträgern des philippinischen Boxens gehören unter anderem der Silbermedaillengewinner von Tokio 2021, Carlo Paalam, sowie die erfahrenen Boxerinnen Nesthy Petecio und Aira Villegas, die zudem bei den Spielen in Paris eine Bronzemedaillie holte. Gaspi nennt neben lokalen Talenten wie Eumir Marcial auch internationale Größen wie Muhammad Ali, Floyd Mayweather und Vasyl Lomachenko zu seinen Idolen.

Die historische Bilanz des philippinischen Boxteams bei Olympischen Spielen ist bisher ohne Gold geblieben. Seit 1932 wurden insgesamt zehn Medaillen gewonnen, darunter vier Silber- und sechs Bronzemedaillen. Die jüngsten Erfolge bei den Spielen in Tokio unterstrichen das Potenzial des Landes, wobei Paalam und Petecio Silber und Marcial Bronze gewannen. Die weiteren Medaillen wurden von Jose Villanueva (1932), Anthony Villanueva (1964), Leopoldo Serantes (1988), Roel Velasco (1992) und Onyok Velasco (1996) errungen. Die Herausforderung, den nächsten Schritt zur Goldmedaille zu machen, bleibt groß, doch für viele Athleten könnten die Spiele 2028 die letzte Chance auf diesen historischen Erfolg sein.