Gesellschaft: Landesweit

Studie: Unbezahlte Care-Arbeit bremst Frauen auf dem philippinischen Arbeitsmarkt

Auf dem philippinischen Arbeitsmarkt besteht eine erhebliche geschlechtsspezifische Kluft: Während die Erwerbsquote bei Männern im Jahr 2025 bei 74,23 Prozent lag, betrug sie bei Frauen lediglich 53,75 Prozent. Dies entspricht einer Differenz von 20,5 Prozentpunkten.

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Symbolbild: Envato

Als Grund für die Erwerbslosigkeit gaben 19 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter häusliche und familiäre Pflichten an, während dies nur 1,5 Prozent der Männer betraf. Eine aktuelle Untersuchung der Universität von Manila (Pamantasan ng Lungsod ng Maynila, PLM) zeigt, dass der Zugang zu Bildung allein nicht ausreicht, um diese Kluft zu schließen.

Eine detaillierte Analyse der Forscher ergab, dass Faktoren wie Alter, Bildung und Wohnort lediglich 11,71 Prozent der Beteiligungsunterschiede erklären konnten. Die restlichen 88,29 Prozent der Kluft bleiben durch diese Merkmale unerklärt. Die Wissenschaftler führen dies auf strukturelle Barrieren zurück, insbesondere auf die ungleiche Last der unbezahlten Pflege- und Hausarbeit.

In dem Bericht wird von einer sogenannten „Care-Strafe“ gesprochen, die wie eine Steuer auf die Produktivität von Frauen wirkt, da sie ihr Humankapital ständig mit den Anforderungen der häuslichen Pflege in Einklang bringen müssen. Um dies zu ändern, müssten politische Maßnahmen weg von rein bildungsorientierten Ansätzen hin zu institutionellen Anpassungen führen, wie zum Beispiel subventionierte Kinderbetreuung in Gemeinden, die Stärkung der Elternzeit durch nicht übertragbare Vaterschaftsurlaube sowie flexiblere Arbeitsmodelle wie Hybrid- oder Remote-Arbeit.