Wirtschaft: Landesweit

Studie: Digitale Marktplätze könnten philippinische Landwirtschaft transformieren

Digitale Marktplätze und der E-Commerce könnten in den kommenden Jahren die größten Auswirkungen auf die philippinische Landwirtschaft haben. Laut einer Studie des Economic Research Institute for Asean and East Asia (Eria) werden diese Technologien von etwa 78 Prozent der befragten Akteure als entscheidend für mittelfristige und langfristige Veränderungen angesehen. Damit liegen sie in der Priorität deutlich vor anderen Innovationen wie Drohnen, künstlicher Intelligenz (KI), Fernerkundung oder Automatisierung.

A Beautiful View Of Banaue Rice Terraces In Luzon, Philippines
Symbolbild: Envato

Die Untersuchung mit dem Titel „Towards Resilience and Sustainability: Bridging the Divide Between the Promise and Reality of Digitalisation in Philippine Agriculture and Food Systems“ wurde von Nerlita Manalili, Moises Dorado und Millicent Joyce Pangilinan verfasst. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verbesserung des Marktzugangs für Landwirte eine unmittelbarere Priorität darstellt als der Einsatz hochkomplexer Technologien. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund hoher Produktionskosten, mangelnder digitaler Kompetenzen und einer unzuverlässigen Infrastruktur. Die Akteure zeigen sich eher empfänglich für leicht zugängliche digitale Informationsdienste als für Technologien, die hohe Vorabinvestitionen, spezialisierte Ausrüstung oder eine komplizierte Implementierung erfordern.

Die Befragten zeigten ein klares Interesse an digitalen Lösungen: 81,44 Prozent wünschen sich digitale Werkzeuge zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und Produktivität, während 74,23 Prozent die Senkung der Produktions- und Betriebskosten als Priorität nannten. Digitale Marktplätze könnten Erzeuger direkter mit Käufern verbinden, die Preistransparenz erhöhen und neue Verkaufschancen schaffen. Um dies zu realisieren, seien jedoch unterstützende Systeme wie digitale Zahlungen, Logistik, Kühlhäuser und transparente Handelsstandards notwendig.

Es besteht eine deutliche Kluft bei der Nutzung von Technologien. Während 59,38 Prozent der Landwirte bereits landwirtschaftliche Beratungs-Apps nutzen, sind die Raten bei fortschrittlicheren Anwendungen sehr gering: Nur 4,69 Prozent nutzen KI, 6,25 Prozent setzen auf internetverbundene Sensoren, weitere 6,25 Prozent nutzen Werkzeuge zur Fernerkundung und lediglich 1,56 Prozent nutzen Robotik. Als Hindernisse identifizierte die Studie zudem eine unzureichende digitale Anbindung, unzuverlässige Stromversorgung und eine mangelnde Mechanisierung.

Auch Fachkräftemangel und politische Unsicherheit bremsen die Entwicklung. Sechs von zehn Befragten sahen einen Mangel an digitalen Fähigkeiten auf den Betrieben als Problem, während 56 Prozent einen Mangel an qualifiziertem Beratungspersonal und Dienstleistern für digitale Technologien beklagten. Zudem nannten 61 Prozent unzureichende politische Rahmenbedingungen und 55 Prozent inkonsistente Regierungsstrategien als Hindernisse. Konkret gaben 64,06 Prozent der Landwirte an, dass wechselnde politische Vorgaben eine wesentliche Barriere darstellen. Obwohl 84,85 Prozent der Befragten zustimmten, dass bestehende Regierungsmaßnahmen grundsätzlich vorteilhaft seien, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Beständigkeit und der Angemessenheit der Umsetzung.

Die Studie empfiehlt der Regierung, die Entwicklung eines nationalen E-Commerce-Ökosystems für die Landwirtschaft zu priorisieren. Zudem sollten der Breitbandausbau im ländlichen Raum vorangetrieben, der Zugang zu Mechanisierung verbessert und die digitale Ausbildung von landwirtschaftlichem Beratungspersonal gestärkt werden. Um Investitionen zu fördern, seien zudem eine berechenbarere politische Umgebung sowie stärkere öffentlich-private Partnerschaften für die gemeinsame digitale Infrastruktur, integrierte Dienste und erschwingliche Finanzierungen erforderlich. Die Modernisierung des Sektors hänge letztlich davon ab, dass Technologie für Landwirte und Unternehmen bezahlbar bleibt und mit der nötigen Infrastruktur, den erforderlichen Fähigkeiten und einem stabilen politischen Umfeld einhergeht.