Gesellschaft: Metro Manila

Kardinal Advincula fordert Würde für Inhaftierte während der Prison Awareness Week

Während der 39. Prison Awareness Week in der CBCP-Kapelle in Intramuros am Montag, den 19. Oktober 2026, betonte Kardinal Jose Advincula, dass Verfehlungen das Leben eines Menschen nicht dauerhaft definieren sollten und die Möglichkeit zur Veränderung nicht ausschließen dürfen.

A sunny view of the National Museum of Fine Arts in Manila with the Philippine flag.
Quelle: Clarence Gaspar / Pexels

Der Kardinal von Manila erklärte in seiner Predigt, dass die Kirche zwar das Unrecht nicht entschuldigen, aber auch nicht zulassen dürfe, dass Fehlverhalten die menschliche Würde auslöscht. Er unterstrich die Notwendigkeit, Gerechtigkeit zu wahren und gleichzeitig die Menschlichkeit der Freiheitsberaubten anzuerkennen.

Ein Mensch könne einen Fehler begehen, ohne selbst ein Fehler zu sein, so das christliche Verständnis. Mit Gottes Gnade könne zudem immer noch ein neues Kapitel im Leben eines Menschen beginnen. Für die Resozialisierung seien Korrektureinrichtungen dazu verpflichtet, den Inhaftierten zu helfen, Verantwortung zu übernehmen, Beziehungen wieder aufzubauen und sich auf das Leben nach der Haft vorzubereiten.

Hierbei spielten das Personal der Justizvollzugsanstalten, Seelsorger, Berater, Sozialarbeiter sowie Freiwillige eine entscheidende Rolle. Ergänzend dazu könnten Gebet, berufliche Qualifikationen und familiäre Bindungen den Neuanfang unterstützen. Der Kardinal forderte die Kirche auf, Gefangene und deren Familien aktiv durch den Prozess der Rehabilitation und Wiedereingliederung zu begleiten, anstatt lediglich Besuche in den Einrichtungen zu tätigen.

Er mahnte zudem, dass auch gesellschaftliche Haltungen wie Gier, Vorurteile, Groll und Gleichgültigkeit Menschen außerhalb von Gefängnissen „einsperren“ können. Die Gläubigen sollten ihre Zeit, ihr Mitgefühl und ihre Ressourcen mit jenen teilen, die von der Gesellschaft oft vergessen werden. Die Prison Awareness Week solle zudem dazu anregen, darüber nachzudenken, wie Gemeinschaften mit Menschen hinter Gittern umgehen.