Gesellschaft: Cebu

Provinz Cebu verabschiedet neuen Kinderschutzgesetz

Kinder in der Provinz Cebu sollen künftig besser vor Missbrauch, Vernachlässigung, Ausbeutung und gefährlichen Aktivitäten geschützt werden. Der sogenannte „2026 Children’s Code“ wurde vom Provinzparlament (Provincial Board, PB) am 17. August 2026 in der dritten und letzten Lesung verabschiedet.

Police, hand and gun with a law enforcement officer standing outdoor in the city while on patrol clYuriArcursPeopleimages
Symbolbild: Envato

Der Entwurf des Kodex wurde von dem Parlamentsmitglied Lakambini Reluya verfasst, wobei Paz Rozgoni und Nilo Seno als Mitautoren fungierten. Ziel des Kodex ist es, einen rechtlichen Rahmen für den Schutz der Kinderrechte zu schaffen und entsprechende Unterstützungsdienste bereitzustellen. Die Verordnung soll unter anderem Maßnahmen gegen Kindermissbrauch, Ausbeutung, Menschenhandel, gefährliche Kinderarbeit, Diskriminierung sowie Online-sexuellen Missbrauch und Cybermobbing adressieren. Laut dem Gesetz soll dieser Kodex im Geiste von Liebe, Mitgefühl und Gerechtigkeit verabschiedet worden sein, um sicherzustellen, dass jedes Kind in Cebu in einer sicheren, gesunden und anregenden Umgebung aufwachsen kann und zu einem befähigten, verantwortungsbewussten und gesellschaftlich beitragenden Mitglied werden kann.

Ein zentraler Aspekt des neuen Gesetzes betrifft Minderjährige, die zum Betteln oder Verkaufen an gefährlichen Orten wie Straßenrändern, Kreuzungen, Verkehrsknotenpunkten oder Terminals angetroffen werden. Laut Artikel III, Abschnitt 12, sollen diese Kinder nicht als Straftäter, sondern primär als schutzbedürftige Kinder behandelt werden. Die Behörden sind ausdrücklich untersagt, diese Kinder allein aufgrund ihrer Situation festzunehmen, zu belehren, zu beschämen, zu bestrafen oder für öffentliche Zwecke zu fotografieren. Zudem bleibt deren rechtmäßiges Eigentum geschützt, wobei es lediglich begrenzte Ausnahmen für Sicherheitsgründe, die Dokumentation oder die Rückgabe an den rechtmäßigen Eigentümer gibt.

Die Verantwortung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Kinder liegt gemäß dem Gesetz bei den Erziehungsberechtigten. Eltern und Erziehungsberechtigte haben die primäre, persönliche, fortlaufende und nicht verhandelbare Pflicht, das Leben, die Sicherheit, die Würde, die Bildung, die Gesundheit und die Entwicklung jedes unter ihrer Aufsicht oder Obhut stehenden Kindes zu schützen. Eltern oder Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder gefährlichen Straßenaktivitäten aussetzen, können als vernachlässigend oder fahrlässig eingestuft werden. Anstatt die Kinder zu bestrafen, müssen die verantwortlichen Erwachsenen einer Prüfung unterzogen werden. Dies kann zu einer Überweisung in Programme zur Existenzsicherung oder zu sozialer Unterstützung führen. Bei entsprechenden Beweisen können jedoch auch rechtliche Schritte nach dem Kodex oder geltendem nationalem Recht eingeleitet werden. Dabei wird betont, dass Armut allein kein Straftatbestand darstellt.

Die Umsetzung und Überwachung des Kodex soll durch ein koordiniertes System erfolgen, an dem lokale Schutzräte für Kinder, Barangay-Räte, Sozialämter, Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Strafverfolgungsbehörden und Gemeinschaftsorganisationen beteiligt sind. Gemäß Abschnitt 33 sind die Barangay-Räte für den Schutz von Kindern für die Umsetzung, Überwachung und Meldung auf Gemeindeebene zuständig, während die lokalen Sozialämter das Fallmanagement und die Kinderschutzdienste übernehmen. Der Provinzrat für den Schutz von Kindern wird die Überwachung und Evaluierung in Zusammenarbeit mit den städtischen, kommunalen und Barangay-Kinderschutzräten sowie anderen beteiligten Behörden koordinieren.

Die Provinzverwaltung hat nun 90 Tage Zeit, um die entsprechenden Durchführungsbestimmungen und operativen Richtlinien zu erarbeiten. Diese Regeln sollen detaillierte Richtlinien, Standards, Verfahren und operative Leitlinien für die Umsetzung, Überwachung und Durchsetzung der Bestimmungen des Kodex festlegen. Die Umsetzung wird durch jährliche Mittel aus dem Haushalt der Provinz unterstützt, wobei die bestehenden Budgetierungs-, Buchhaltungs- und Prüfungsregeln einzuhalten sind. Es bleibt jedoch offen, inwieweit die Verordnung auch auf unabhängig verwaltete, hochgradig urbanisierte Städte wie Cebu City und Mandaue City Anwendung findet. Das Gesetz tritt nach der Genehmigung und Veröffentlichung oder dem Aushang an gut sichtbaren Stellen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in Kraft, wobei unklar bleibt, ob alle formalen Anforderungen für die Wirksamkeit bereits vollständig erfüllt wurden.