Massiver Infrastrukturausbau: Philippinen planen 1,47 Billionen Pesos für das Jahr 2027
EditDie philippinische Regierung plant für das Jahr 2027 eine deutliche Aufstockung der Mittel für Infrastrukturprojekte. Das vorgeschlagene Budget beläuft sich auf 1,47 Billionen Pesos, was einer Steigerung von 178 Milliarden Pesos gegenüber dem aktuellen Jahr entspricht. Diese Summe macht etwa 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes aus und liegt damit 13,8 Prozent über den 1,29 Billionen Pesos, die im allgemeinen Haushaltsgesetz für 2026 vorgesehen sind.
Um sicherzustellen, dass die Steuergelder effizient eingesetzt werden, verschärft das Budget- und Managementministerium (Department of Budget and Management, DBM) die Kontrollmechanismen. Das Ministerium versicherte, dass Schutzmaßnahmen gegen Verschwendung, Doppelarbeit und unregelmäßige Ausgaben implementiert sind. Alle Projektvorschläge im Rahmen des nationalen Ausgabenprogramms (National Expenditure Program, NEP) werden vor ihrer Aufnahme in den Haushaltsplan einer strengen Evaluierung und Validierung unterzogen.
Bei der Prüfung der Projekte legen die zuständigen Behörden umfangreiche Unterlagen vor. Die Bewertung erfolgt auf Basis der Übereinstimmung mit nationalen und regionalen Prioritäten, der Umsetzungsreife, der Projektreife sowie der bisherigen Budgetnutzung und Absorptionskapazität. Je nach Art des Vorhabens müssen zudem Machbarkeitsstudien, detaillierte technische Dokumente, Beschaffungspläne, Regelungen zum Wegerecht sowie Genehmigungen und Freigaben eingereicht werden. Zudem muss durch Zertifikate nachgewiesen werden, dass keine Überschneidungen mit bereits bestehenden Initiativen vorliegen.
Ein wesentlicher Teil der geplanten Mittel, nämlich 643,95 Milliarden Pesos, ist für Projekte des Ministeriums für öffentliche Arbeiten und Autobahnen (Department of Public Works and Highways, DPWH) reserviert. Das DBM betonte zudem, dass die Kapazität der ausführenden Stellen zur Mittelverwendung geprüft wird, um sicherzustellen, dass die Zuweisungen innerhalb des Haushaltsjahres realistisch genutzt werden können. Auch nach der Aufnahme in den Haushalt unterliegen die Projekte den staatlichen Anforderungen an Beschaffung, Buchhaltung, Prüfung, Überwachung und Transparenz.
Für Projekte, die eine regionale Koordination erfordern, ist der Prozess des Regionalen Entwicklungsrates (Regional Development Council) vorgesehen. Dies soll die Konsistenz mit regionalen Entwicklungsplänen gewährleisten und eine Abstimmung mit den betroffenen lokalen Regierungen sowie nationalen Behörden sicherstellen. Ziel der erhöhten Investitionen ist es, die Konnektivität zu verbessern, Transport- und Logistikkosten zu senken sowie die Beschäftigung und die wirtschaftliche Aktivität in den Regionen zu fördern.
Zu den bedeutendsten geplanten Vorhaben gehört das Laguna Lakeshore Road Network mit einer Zuweisung von 35,21 Milliarden Pesos. Die 37,6 Kilometer lange Strecke, die mit Unterstützung der Asiatischen Entwicklungsbank, der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank und des koreanischen Economic Development Cooperation Fund realisiert wird, soll Lower Bicutan mit Calamba verbinden und ist auf eine Fertigstellung im Jahr 2028 ausgelegt.
Weitere Großprojekte umfassen die Bataan-Cavite Interlink Bridge, für die 22,49 Milliarden Pesos vorgesehen sind. Dieses Projekt sieht den Bau einer 32,15 Kilometer langen, vierspurigen Brücke über die Manila Bay vor, die Mariveles in Bataan mit Naic in Cavite verbindet. Für den ersten Teil des Davao City Bypass Construction Project, ein japanisch unterstütztes Straßenprojekt über 45,5 Kilometer, sind 11,96 Milliarden Pesos geplant, mit einem angestrebten Abschluss im Jahr 2028.
Zusätzlich sind 8,57 Milliarden Pesos für das Projekt Cebu-Mactan Bridge and Coastal Road veranschlagt, welches eine 3,34 Kilometer lange Brücke und eine 5,34 Kilometer lange Küstenstraße in Mandaue umfasst; die Fertigstellung wird für 2030 erwartet. Ebenfalls geplant ist die vierte Phase des Projekts zur Verbesserung des Pasig-Marikina-Flusskanals mit einem Budget von 8,54 Milliarden Pesos. Diese Maßnahmen betreffen den mittleren Marikina-Fluss sowie Verbesserungen an der Manggahan-Kontrollschleuse und den Fluttoren, die mit den Flüssen Cainta und Taytay verbunden sind.




