Lehrermangel auf den Philippinen: Drei Viertel unterrichten Fachfremd
EditAn staatlichen Schulen auf den Philippinen unterrichten etwa 75 Prozent der Lehrkräfte Fächer, die nicht ihrem eigentlichen Fachgebiet entsprechen. Dies geht aus dem Bericht „State of Philippine Education 2026“ hervor, den die Bildungsinitiative Philippine Business for Education (PBEd) am Dienstag veröffentlichte.
Grund für diese Situation ist ein massiver Personalmangel. Obwohl die Regierung bereits tausende neue Stellen geschaffen hat, fehlen landesweit schätzungsweise 23.000 Lehrkräfte. Dieser Mangel zwingt viele Schulen dazu, das vorhandene Personal auch für Fachbereiche einzusetzen, in denen sie nicht spezialisiert sind.
Laut PBEd ist die fachliche Spezialisierung der Lehrkräfte entscheidend für die Verbesserung der grundlegenden Lernfähigkeiten. Dies sei besonders wichtig, da philippinische Schüler in nationalen und internationalen Tests weiterhin große Schwierigkeiten haben. Neben der Lehrerqualität nennt die Organisation auch den Mangel an Klassenzimmern, schwache Basiskompetenzen, mangelhafte Ernährung sowie die Diskrepanz zwischen Bildung und den Anforderungen des Arbeitsmarktes als zentrale Probleme des Bildungssystems.
Ramon del Rosario Jr., der Vorsitzende der PBEd, betonte beim Start des Berichts die Dringlichkeit von Reformen. Er erklärte, dass Bildungsreformen keine Prozesse seien, die erst in fünf oder zehn Jahren Früchte tragen müssten, da Kinder nur einmal bestimmte Klassenstufen durchlaufen und nur eine Chance haben, gut vorbereitet den Schulabschluss zu erreichen. Nach 35 Jahren der Diagnose der Bildungskrise müsse es nun um die konsequente Umsetzung gehen. Die PBEd fordert daher eine kontinuierliche Stärkung der Lehrerentwicklung, eine verbesserte Rekrutierung sowie eine konsistente Bildungspolitik über verschiedene Regierungsperioden hinweg.




