Gesellschaft: Pampanga

Kardinal David fordert Rechenschaftspflicht statt passiver Resilienz bei Naturkatastrophen

Ein schwerer Monat mit landesweiten Überschwemmungen und Erdrutschen im August, bei dem mehr als 30 Menschen ums Leben kamen und Schäden in Milliardenhöhe an der Infrastruktur und der Landwirtschaft gemeldet wurden, hat zu einer dringenden Forderung nach Rechenschaftspflicht geführt. NDRRMC waren die jüngsten Unwetter von etwa 8,4 Millionen Menschen, was 2,4 Millionen Familien entspricht, betroffen.

Filipino fisherman navigating the waters of siargao island, philippines
Symbolbild: Envato

Der philippinische Kardinal Pablo Virgilio David aus Kalookan hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, die oft gelobte Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen zu überwinden und stattdessen die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. In einem Beitrag in den sozialen Medien am Montag warnte David davor, dass Resilienz eine gefährliche Dynamik entwickeln könne, wenn sie dazu führe, dass wiederkehrende Überschwemmungen, eine mangelhafte Infrastruktur und vermeidbare Todesfälle als normale Lebensumstände hingenommen werden.

Als Beispiel für die Gefahren durch unzureichende Infrastruktur führte David den Tod des 25-jährigen Reiner Novero an, der in Angeles City in einen offenen Entwässerungskanal gestürzt war, der unter den Flutwassermassen auf einem überfluteten Gehweg verborgen lag. David hinterfragte, wie ein Fußgänger vor einer solchen unsichtbaren Todesfalle Schutz suchen könne. Zudem verwies er auf seine eigenen Erfahrungen, als er am Sonntag nahe San Simon auf dem North Luzon Expressway fast fünf Stunden lang in Überschwemmungen feststeckte und fragte, weshalb Autofahrer immer wieder denselben Gefahren ausgesetzt seien.

David plädierte für einen kollektiven Widerstand der Bürger gegen Zustände, die niemals als normal hätten gelten dürfen. Er betonte, dass sich dieser Widerstand nicht gegen die Natur oder gegen geltendes Recht richte, sondern gegen die Akzeptanz von Leid, das durch menschliches Versagen verursacht wurde. Die Bürger sollten Antworten verlangen und dort, wo es das Gesetz erlaubt, gemeinsam handeln, um jene zur Verantwortung zu ziehen, die ihre Pflicht zum Schutz der Öffentlichkeit verletzt haben. David rief die Bürger dazu auf, Transparenz über Hochwasserschutzprojekte und deren Budgets einzufordern, Beschwerden bei Regulierungsbehörden einzureichen und rechtliche Schritte bei Fahrlässigkeit zu prüfen. Resilienz dürfe niemals bedeuten, Inkompetenz, Korruption oder Vernachlässigung passiv zu akzeptieren.

Zwar räumte David ein, dass der Klimawandel die Regenfälle intensiviert, warnte jedoch eindringlich davor, dies als Entschuldigung für Fehler bei der Planung, der Wartung oder beim Hochwasserschutz zu nutzen. Der Klimawandel dürfe nicht als bequeme Ausrede für Versagen dienen.