Haftbefehl gegen Martin Romualdez wegen mutmaßlicher Korruption bei Hochwasserschutzprojekten erlassen
EditEin philippinisches Gericht hat am Montag die Verhaftung des ehemaligen Sprechers des Repräsentantenhauses, Martin Romualdez, angeordnet. Der Cousin von Präsident Ferdinand Marcos Jr. wird des Plunders beschuldigt. Ihm wird vorgeworfen, rund 7,4 Milliarden Pesos (etwa 118,21 Millionen US-Dollar) an illegalen Zahlungen aus staatlichen Hochwasserschutzprojekten erhalten zu haben.
Das Büro des Ombudsmanns wirft Romualdez vor, zwischen 2022 und 2025 durch Provisionen, Bestechungsgelder und andere unrechtmäßige Zahlungen im Zusammenhang mit vergebenen Hochwasserschutzprojekten ein Vermögen angehäuft zu haben. Romualdez, der von 2022 bis 2025 Sprecher des Hauses war und als enger Verbündeter von Präsident Marcos gilt, bestreitet jegliches Fehlverhalten. Sein Anwalt Ade Fajardo erklärte, man werde sich den Vorwürfen vor Gericht stellen. Er forderte lediglich das dem jedem philippinischen Staatsbürger garantierte Recht auf ein faires Verfahren und ein ordnungsgemäßes Verfahren.
Die Anordnung des Antikorruptionsgerichts erfolgt etwa zwei Monate nachdem Präsident Marcos in seiner Rede zur Lage der Nation versprochen hatte, die Korruptionsbekämpfung zu intensivieren. Er betonte dabei, nicht der Präsident seiner Familie oder seiner Freunde zu sein. Der Fall fällt in eine Zeit, in der weite Teile des anfälligen Landes durch Monsunregen überflutet werden, was die öffentliche Kritik an Unregelmäßigkeiten bei Hochwasserschutzmaßnahmen verstärkt hat.
Der Korruptionsskandal um die Hochwasserprogramme stellt eine Belastung für die Regierung Marcos dar. Der Präsident hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass bei den Ausgaben für den Hochwasserschutz in Höhe von 545 Milliarden Pesos zwischen 2022 und 2025 Unregelmäßigkeiten vermutet werden und eine umfassende Untersuchung eingeleitet werde. In diesem Zusammenhang sind bereits zahlreiche Beamte zurückgetreten oder wurden entlassen, darunter der Exekutivsekretär sowie die Minister für Haushalt und öffentliche Arbeiten. Zudem wurden zwei Senatoren, ein ehemaliger Senator und mindestens acht Beamte des Ministeriums für öffentliche Arbeiten festgenommen.
Ombudsmann Jesus Crispin Remulla betonte gegenüber Journalisten, dass man niemanden gezielt ins Visier nehme, sondern alle Maßnahmen auf Beweisen basierten. Das Verfahren gegen Romualdez beweise, dass man keine Parteinahme betreibe und lediglich die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen wolle. Nach philippinischem Recht gilt Plunder in der Regel als ein Verbrechen, das nicht gegen Kaution verteidigt werden kann. Jean Encinas-Franco, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität der Philippinen, bezeichnete den Schritt gegen Romualdez als einen Fortschritt, der die Wahrnehmung einer selektiven Korruptionsbekämpfung durch die Marcos-Regierung infrage stellen könnte.




