Wirtschaft: Cebu

Energiekrise in Visayas: Wirtschaftsführer und Bürger fordern Lösungen für Stromausfälle in Cebu

Beim Cebu Energy Summit am Montag, den 12. Oktober, forderten Wirtschaftsvertreter, zivilgesellschaftliche Gruppen und besorgte Bürger die Regierung zu mehr Transparenz und langfristigen Lösungen für die anhaltende Energiekrise in der Visayas-Region auf. Hintergrund sind wiederholte Stromausfälle, die durch eine unzureichende Stromversorgung der regionalen Kraftwerke verursacht werden. Die Teilnehmer des Gipfels mahnten an, dass die Regierung bessere Informationen über die Zeitpläne der Unterbrechungen bereitstellen und die Zuverlässigkeit des Netzes durch eine angemessene Stromerzeugung, ausreichende Energiereserven und eine bessere Verteilung stärken müsse.

Filipino fisherman navigating the waters of siargao island, philippines
Symbolbild: Envato

Die National Grid Corporation of the Philippines (NGCP) hatte in einem Situationsbericht vom September offengelegt, dass mehr als 1.500 Megawatt aufgrund von erzwungenen Kraftwerksausfällen und reduzierten Betriebskapazitäten nicht zur Verfügung standen. Dies galt selbst unter Einbeziehung von Importen aus Luzon. DOE und der NGCP zeigen zudem, dass Cebu mit einem Anteil von 42 % an der Lastabwurf-Quote der Visayas-Netze am stärksten betroffen ist. Diese rotierenden Stromunterbrechungen, auch als manuelles Lastabwerfen bekannt, werden durchgeführt, wenn die Stromversorgung begrenzt ist oder die Nachfrage der Verbraucher zu hoch ist. Dabei koordiniert die NGCP die Maßnahmen mit den Elektrizitätsgenossenschaften und Verteilungsunternehmen, um die Netzstabilität zu wahren und einen Systemzusammenbruch zu verhindern, wobei meist nicht kritische Sektoren wie Haushalte betroffen sind.

Bernard Sia, Vizepräsident für Cebu Business Mobilization der Cebu Chamber of Commerce and Industry (CCCI), wies darauf hin, dass viele Branchen in der Provinz nicht auf Notstromsysteme ausweichen können. Im Baugewerbe führen Unterbrechungen zu Stillständen bei elektrisch betriebenen Geräten, Pumpen, der Beleuchtung sowie in Baubüros, was die Produktivität senkt und Verzögerungen verursacht. Die CCCI berichtete zudem, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen zusätzliche Kosten für die Beschaffung von Generatoren und Treibstoff sowie für Reparaturen und den Schutz von Geräten tragen müssen. Sia warnte gegenüber Rappler, dass die Krise die wirtschaftliche Lage so verschlechtern könnte, dass im nächsten Jahr einige Betriebe schließen müssen. Zudem könnten die Instabilitäten das Vertrauen internationaler und nationaler Kunden in die Fähigkeit Cebus, geschäftliche Anforderungen zu erfüllen, gefährden, was zukünftige Transaktionen und Partnerschaften beeinträchtigen könnte.

Auch die Gouverneurin von Cebu, Pamela Baricuatro, betonte in ihrer Rede während des Gipfels die sozialen Folgen der Stromausfälle. Täglicher Strommangel bedeute Einkommensverluste für kleine Betriebe, unterbrochene Arbeitsabläufe oder eine erschwerte Nacht für Familien. Besonders kritisch sei die Versorgung von Krankenhäusern und lebensnotwendigen Diensten, da eine zuverlässige Elektrizität entscheidend sei, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.

Die Cebu Electricity Rights Advocates (CERA) unter der Leitung des Hauptkoordinators Nathaniel Chua forderten, dass das Wohlergehen der Verbraucher bei künftigen Energieentscheidungen im Mittelpunkt stehen müsse. Die Bürger verdienten eine Stromversorgung, die fair, erschwinglich, zuverlässig und beständig ist, statt einer Energieversorgung mit unvorhersehbaren Kosten und wiederkehrenden Bedrohungen durch Versorgungsengpässe. Die Strompreise in Cebu sind bereits deutlich gestiegen: Während die Tarife bei Anbietern wie Visayan Electric im Januar noch bei 12,79 Pesos pro Kilowattstunde lagen, stiegen sie im September auf 14,89 Pesos für Wohngebiete. CERA drängte die Behörden zudem dazu, sicherzustellen, dass die Stromrechnungen erschwinglich bleiben und transparente, langfristige Stromverträge sowie angemessene Kosten widerspiegeln, anstatt durch Preissprünge am WESM oder ungeklärte, unangekündigte Durchlaufgebühren belastet zu werden.

Als langfristige Lösung schlägt CERA eine Diversifizierung der Energieprojekte sowie den Ausbau von Reservekapazitäten und ausreichenden Hilfsdiensten vor. Kurzfristig müsse die NGCP die Leitungen verbessern, um den Stromimport aus Luzon zu erleichtern. Teody Navea, Sekretär von Sanlakas Cebu, forderte zudem die Provinzregierung auf, angesichts des Super-El-Niño-Phänomens einen menschenzentrierten Ansatz zu verfolgen. Er warnte vor einem Rückschritt hin zu Kohlekraftwerken, die trotz eines Moratoriums für neue Kohlekraftwerke seit 2020 durch Ausnahmeregelungen dennoch beantragt werden könnten. Navea bezeichnete den Einsatz von Kohle als Lösung für extreme Wetterereignisse als kurzsichtig und gefährlich, da Kohle nicht das Heilmittel für die Netzinstabilität sei, sondern genau das Problem darstelle. Sanlakas Cebu plädierte stattdessen für die Suche nach grünerer Stromerzeugung und erschwinglichen erneuerbaren Energiequellen.