Wirtschaftswachstum in Western Visayas: Experten fordern Fokus auf abgelegene Regionen
EditDie Region Western Visayas hat sich zur am schnellsten wachsenden Regionalwirtschaft der Philippinen entwickelt. Nach aktuellen Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA) verzeichnete die Region ein Wachstum von 6,4 Prozent, was einem regionalen Bruttoinlandsprodukt von 683,44 Milliarden Pesos entspricht. Trotz dieses Aufschwungs warnen Entwicklungsbehörden davor, dass die anhaltende Armut in entlegenen Gemeinschaften die wirtschaftlichen Gewinne der Region untergraben könnte, sofern die lokalen Regierungen keine gezielten Maßnahmen ergreifen.
Obwohl die Armutsquote der Haushalte in Western Visayas von 9,8 Prozent im Jahr 2023 auf 5,2 Prozent gesunken ist, bleibt die Region trotz der Gründung der Negros Island Region die achtgrößte Regionalwirtschaft des Landes. Das Department of Economy, Planning, and Development (DEPDev) Region 6 wies darauf hin, dass der wirtschaftliche und soziale Fortschritt zwar deutlich sichtbar sei, das Wachstum jedoch zwingend die geografisch isolierten und benachteiligten Gebiete (Geographically Isolated and Disadvantaged Areas, GIDAs) erreichen müsse.
Joyalita B. Tigres, leitende Spezialistin für Wirtschaftsentwicklung in der Abteilung für Politikformulierung und Planung des DEPDev-6, erklärte, dass Armut und Ungleichheit in den entlegenen GIDAs weiterhin bestehen, auch wenn die allgemeine Armutsquote gesunken ist. Sie appellierte an die lokalen Regierungen (Local Government Units, LGUs) und regionalen Behörden, den RDP 2023-2028 in konkrete Programme zu übersetzen, die gezielt Gemeinschaften unterstützen, die noch immer mit Armut und Ungleichheit kämpfen.
Tigres betonte, dass der RDP zwar nicht die einzige Priorität darstelle, sie jedoch einen Aufruf zum Handeln an alle Beteiligten richte. Die lokalen Pläne und Investitionen müssten mit dem RDP abgestimmt werden, da dieser die Strategien der LGUs und regionalen Behörden bündelt, um die langfristigen Ziele von AmBisyon Natin 2040 zu erreichen. Der RDP enthalte maßgeschneiderte Strategien in verschiedenen Bereichen, wie etwa zur Armutsbekämpfung und sozialen Ungleichheit, weshalb eine lokale Ausrichtung entscheidend sei.
Der Regionaldirektor des DEPDev-6, Arecio A. Casing Jr., hob hervor, dass AmBisyon Natin 2040 auch bei wirtschaftlichen Erschütterungen, Pandemien oder geopolitischen Konflikten für Kontinuität in der nationalen und regionalen Entwicklung sorge. Er verwies darauf, dass unvorhersehbare Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie oder globale Konflikte, etwa im Iran, die Erreichung der Ziele erschwert hätten. Dennoch seien diese Zielsetzungen unerlässlich, um eine konsistente Richtung auf dem Weg zum Status eines Schwellenlandes beizubehalten.
Um die Agrarwirtschaft von Western Visayas nachhaltig zu stärken, plädierte Casing für eine Entwicklung hin zur wertschöpfenden Agrarindustrie. Anstatt sich primär auf den Verkauf von Rohprodukten wie Reis, Palay oder Mais zu verlassen, müsse die Region verstärkt auf die Verarbeitung setzen. Als Beispiel nannte er die Provinz Guimaras: Dort habe sich die Verarbeitung von Mangos zu Produkten wie Mango-Pizza zu einem Modell entwickelt, bei dem aus einer Mango im Wert von 70 Pesos ein Produkt im Wert von 200 Pesos wird. Ziel sei es, Rohstoffe in höherwertige Produkte zu verwandeln.
Der jüngste wirtschaftliche Aufschwung wurde durch verschiedene Faktoren unterstützt, darunter die Schaffung von Arbeitsplätzen, der Tourismus, die Expansion des IT-BPM-Sektors (Information Technology and Business Process Management), die Modernisierung der Infrastruktur sowie eine verbesserte digitale und energetische Anbindung. Zudem trugen ein besserer Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten sowie eine stärkere Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen und Katastrophen zum Erfolg bei.
Um diesen Schwung beizubehalten, fordert das DEPDev-6 die lokalen Regierungen auf, ihre Entwicklungspläne und Budgets an den regionalen Prioritäten auszurichten. Dazu gehören die Beschleunigung von Projekten zur Existenzsicherung und Konnektivität, die Stärkung der Klimaresilienz sowie der Ausbau von Partnerschaften mit der Privatwirtschaft, der Zivilgesellschaft und akademischen Institutionen. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass das schnelle Wachstum in dauerhafte Lebensverbesserungen für alle Gemeinschaften der Region mündet und nicht nur die großen urbanen Zentren erreicht.





