Wirtschaftswachstum auf den Philippinen sinkt im zweiten Quartal voraussichtlich
EditIm zweiten Quartal könnte das Wachstum der philippinischen Wirtschaft auf 2,5 Prozent sinken, was unter der bereits schwachen Wachstumsrate von 2,8 Prozent aus dem ersten Quartal läge. Damit würde die bisherige Schätzung von 2,6 Prozent unterschritten und ein neuer Tiefpunkt nach der Pandemie erreicht. Ökonomen der University of Asia and the Pacific (UA&P) sehen eine hartnäckige Inflation und ein geringes Vertrauen der Unternehmen als Hauptgründe für die Verlangsamung.
Die Inflation, die die Konsumausgaben drückt, sowie die geringe Investitionsbereitschaft der Unternehmen sind die Hauptursachen für die Verlangsamung. Zwar sank die Inflation im Juni von 6,8 Prozent auf 6,4 Prozent, doch liegt dieser Wert weiterhin mehr als doppelt so hoch wie das Ziel von 3 Prozent, das die Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) vorgibt. Die wirtschaftliche Lage wird durch eine sogenannte „dreifache Bedrohung“ belastet: steigende Ölpreise, eine übermäßige Erhöhung des Mindestlohns und die schweren Auswirkungen des El-Niño-Phänomens.
Durch die erneuten Kämpfe im Nahen Osten sind die Rohölpreise weltweit wieder auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, was die Kosten für das ölimportierende Land erhöht. Die Ökonomen warnen, dass diese Faktoren die Inflation erneut über die 7-Prozent-Marke treiben könnten. Um der Inflation entgegenzuwirken, hat die BSP den Leitzins seit April um insgesamt 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent angehoben.
Die UA&P warnt jedoch, dass die steigenden Inflationsrisiken die Renditen langfristiger Staatsanleihen nach oben treiben und die Zentralbank zu weiteren Zinserhöhungen um 50 Basispunkte zwingen könnten. Die Finanzmärkte dürften vorerst stabil bleiben, bis eine klarere Entwicklung im Nahostkonflikt erkennbar ist.



