Vizepräsidentin Sara Duterte thematisiert erneut Auftragsmorde bei Kundgebung in Den Haag
EditEine Person kann in den Philippinen für eine geringe Summe von 5.000 Pesos einen Mörder engagieren, so die philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte. Sie nutzte dieses hypothetische Beispiel, um zu verdeutlichen, dass nicht jeder Todesfall, der während des Drogenkriegs ihres Vaters eintrat, zwangsläufig direkt auf dessen Politik zurückzuführen sei.
Die Vizepräsidentin thematisierte dieses Szenario erneut bei einer Kundgebung in Den Haag vor Unterstützern am Mittwoch vor dem Haftzentrum des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH). Damit stellte sie die Einstufung dieser Tötungen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit infrage, da es aufgrund der Leichtigkeit, solche Dienste zu kaufen, unklar sei, ob alle Opfer tatsächlich gezielte Ziele der Anti-Drogen-Kampagne waren.
Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass ihr Vater, der ehemalige Präsident Rodrigo Duterte, seit März des vergangenen Jahres wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschheit im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg in Haft sitzt. Offizielle Regierungsdaten beziffern die Zahl der bei Polizeieinsätzen Getöteten auf etwa 6.000 Personen, während Menschenrechtsgruppen Schätzungen von bis zu 30.000 Opfern, darunter Kleinkinder, angeben.
Sara Duterte steht selbst im Zentrum eines Amtsenthebungsverfahrens. Einer der Vorwürfe bezieht sich auf eine Aussage aus dem November 2024, in der sie angedeutet hatte, Kontakt zu einer Person aufgenommen zu haben, um einen Anschlag auf Präsident Ferdinand Marcos Jr., die First Lady Liza Araneta-Marcos und Parlamentssprecher Martin Romualdez zu veranlassen, sollte ein Mordkomplott gegen sie selbst erfolgreich sein.
Die Anwälte des Anklageteams im Impeachment-Verfahren reagierten unmittelbar auf ihre jüngsten Aussagen über die vermeintlichen Kosten für Auftragskiller. Der Abgeordnete Terry Ridon aus Bicol Saro stellte die Frage, ob dies der Preis sei, den die Vizepräsidentin für die Drohungen gegen den Präsidenten und dessen Familie angesetzt habe, und bezeichnete ihre Denkweise als gewalttätig. Auch der Sprecher der Anklage, Zia Alonto Adiong aus Lanao del Sur, äußerte Bedenken und merkte an, dass ihre detaillierten Schilderungen Fragen zur Kenntnis über solche Abläufe aufwerfen könnten.


