Vizepräsidentin Sara Duterte fordert Freilassung ihres Vaters durch den ICC
EditDie philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte hat am Mittwoch erneut die Forderung nach einer sofortigen Freilassung des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte durch den ICC erhoben. Sie bezeichnete die anhaltende Inhaftierung ihres Vaters als ungerecht und betonte, dass ein langwieriger Rechtsstreit angesichts seines hohen Alters unzumutbar sei.
Laut der Vizepräsidentin habe der ehemalige Präsident bereits ein Jahr und vier Monate in ICC-Gewahrsam verbracht, ohne dass nennenswerte Fortschritte im Verfahren erzielt worden seien. Obwohl ein Prozess für November angesetzt ist, hält die Familie diesen Zeitplan für zu spät. Sara Duterte appellierte an die ICC-Beamten, die Unschuldsvermutung zu wahren und das Verfahren zu beschleunigen. Mit 81 Jahren könne der ehemalige Präsident eine weitere Inhaftierung von drei bis fünf Jahren nicht mehr bewältigen.
Die Familie Duterte äußerte zudem erheblichen Unmut über die Art und Weise, wie der ehemalige Präsident in die Obhut des ICC überführt wurde. Sara Duterte bezeichnete den Vorgang als Entführung aus den Philippinen. Zwar kooperiere die Familie mit dem rechtlichen Prozess, da der ehemalige Präsident unter der Gerichtsbarkeit des ICC stehe, dennoch ziehe sie die Objektivität der Ermittlungen und des Gerichts in Zweifel.
Besondere Sorge bereite der Familie die Befürchtung, dass Rodrigo Duterte während der Haft versterben könnte. Die Vizepräsidentin erklärte, sie habe dies bereits mit ihrem Vater besprochen und er habe entsprechende Anweisungen für diesen Fall gegeben. Ihr Wunsch als Tochter und Filipina sei es jedoch, dass er auf philippinischem Boden sterbe.


